Ein neuer Standort, der mehr sein soll als eine neue Adresse
Am 19. März 2026 wurde in Grenchen offiziell die neue Porsche Design Timepieces Manufaktur eröffnet. Das Gebäude in der Schützengasse 46 wurde 2024 übernommen und innerhalb von nur 18 Monaten restauriert und für die neuen Aufgaben umgebaut. Nun sind Entwicklung, Konstruktion, Montage, Qualitätskontrolle und After-Sales-Service der Porsche-Design-Uhren vor Ort gebündelt.
Auf den ersten Blick klingt dies nach einer schlichten Standortmeldung. Tatsächlich geht es um mehr. Mit der Konzentration auf einen Ort verbindet sich der Anspruch Entwicklung, Fertigung wie Auslieferung organisatorisch enger zu verzahnen und die Herstellung technisch konsequenter aufzusetzen. Genau darin liegt der eigentliche Kern des Projekts.




Was hätte F. A. Porsche getan?
Die interessanteste Frage lautet deshalb nicht, ob die neue Manufaktur groß genug oder repräsentativ genug geraten ist. Interessanter ist, wie sie gedacht wurde. Oder anders gesagt: Was hätte Ferdinand Alexander Porsche mit einem solchen Projekt angefangen?
Seine Entwürfe lebten bekanntlich nicht von dekorativer Übertreibung, sondern von Reduktion, technischer Logik und einer Form, die aus der Funktion entwickelt wurde. Genau an dieser Haltung orientiert sich auch die neue Manufaktur. Sie ist nicht als Bühne gedacht, sondern als Werkzeug. Das Gebäude darf zwar etwas darstellen, soll aber vor allem etwas leisten.

Grenchen, im Herzen der Schweizer Uhrmacherei
Dass der neue Standort in Grenchen liegt, ist kein Zufall. Die Stadt gehört seit langem zu den wichtigen Zentren der Schweizer Uhrenindustrie. Das 1955 errichtete Gebäude selbst war früher Sitz von Eterna und bringt damit eine eigene uhrmacherische Geschichte mit. Noch interessanter wird es mit Blick auf Porsche Design, denn das Haus gehörte von 1995 bis 2011 der F. A. P. Beteiligungen GmbH aus dem Umfeld von Ferdinand Alexander Porsche und seinem Sohn.
Zudem fertigte Eterna dort von 1998 bis 2014 Porsche Design Uhren in Lizenz. Die neue Manufaktur steht damit nicht an einem beliebigen, geeigneten Ort, sondern an einem, der eine konkrete und belegbare Geschichte mit der Marke verbindet. In einer Branche, die mit Herkunft und Tradition bekanntlich nicht geizt, sollte diese authentische Historie durchaus von Vorteil sein.



Architektur der Porsche Design Manufaktur
Mit dem Bestand ist Porsche Design entsprechend behutsam umgegangen. Historische Elemente wurden erhalten und restauriert, darunter der denkmalgeschützte Besprechungsraum sowie die Tresortüren aus den 1950er-Jahren. Gleichzeitig wurde das Gebäude funktional neu organisiert und technisch auf den aktuellen Stand gebracht. Gerade diese Kombination ist für die Umsetzung der Porsche Design Timepieces Manufaktur wichtig. Denn statt dekorativer Historie wurde das bestehende Gebäude präzise im Sinne der Marke wie der industriellen Nutzung umgebaut.
Das passt auch zur Leitfrage, was F. A. Porsche getan hätte. Seine Arbeit zielte nie auf Nostalgie, sondern suchte immer nach Klarheit und Funktionalität. Entsprechend kommt auch die neue Porsche Design Manufaktur ohne gestalterische Übertreibung aus. Helle Räume, klare Linien und eine sachliche Ordnung prägen die Räume des Gebäudes. Statt mit Architektur zu beeindrucken, wurde erkennbar darauf geachtet, die Arbeitsabläufe zu unterstützen. Das klingt zunächst unspektakulär, verlangt aber nach sorgfältiger Planung.


Porsche Design Timepieces Manufaktur
Will man die Leistungsfähigkeit des Standorts in Zahlen fassen, ergibt sich folgendes Bild: Von insgesamt rund 3.600 Quadratmetern entfallen 1.700 auf Produktion und Logistik, 840 auf Büro- und Konferenzflächen sowie 450 auf Kunden- und Ausstellungsbereiche. Derzeit stehen zehn Uhrmacherarbeitsplätze zur Verfügung, die eine jährliche Kapazität von bis zu 10.000 Uhren ermöglichen, wobei die Flächen weiteres Wachstum erlauben würden.
Diese Zahl ist natürlich keine Größenordnung, die in der Schweizer Uhrenindustrie für Furore sorgt. Allerdings war dieser Gedanke auch nicht Ausgangspunkt der Entscheidung für eine neue Manufaktur. Von größerer Bedeutung ist der Umstand, dass Porsche Design seine Uhren-Fertigung mit der neuen Manufaktur auf ein Niveau hebt, das ein substanzielles, kontrolliertes Wachstum erlaubt.
Die neue Struktur zielt nicht auf möglichst viele Uhren, sondern auf planbare Qualität, strukturierte Abläufe und eine bessere Verzahnung der einzelnen Bereiche. Das ist weniger spektakulär als manch andere Manufakturinszenierung, aber deutlich näher an der Realität industrieller Fertigung – und erkennbar inspiriert vom Porsche Mutterkonzern, der hochpräzise, sequenzielle Produktionsprozesse seit Jahrzehnten zur Perfektion entwickelt hat.
Mehr Infos gibt es auf der Timepieces Webseite. https://press.porsche-design.com/der-beginn-einer-neuen-zeitrechnung-fuer-porsche-design-timepieces


Grenchen ist für uns weit mehr als ein Produktionsstandort. In diesem traditionsreichen Gebäude geben wir der Vision unseres Gründers F. A. Porsche eine Heimat. Hier bündeln wir unsere gesamte Kompetenz, um mechanische Zeitmesser zu entwickeln und zu fertigen, die in Innovation und Individualisierung neue Maßstäbe setzen. Jede Uhr ist Ausdruck dieser Haltung – konsequent gestaltet, technisch durchdacht und gefertigt mit derselben Leidenschaft wie ein Sportwagen aus Zuffenhausen



Form und Konzept
Wie ernst Porsche Design die Fertigung nimmt, lässt sich an den technischen Rahmenbedingungen ablesen. Die Uhrenmanufaktur verfügt über einen Reinraum der Klasse ISO 7 und die Uhrmacherwerkbänke arbeiten auf ISO-5-Niveau. Hinzu kommen ein fünffacher Luftwechsel pro Stunde, eine kontrollierte Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 50 Prozent und ein Beleuchtungskonzept, das konstantes Tageslicht simuliert. Solche Angaben lesen sich zunächst trocken, sind für die Beurteilung der Fertigung am Standort entscheidend, denn die Herstellung mechanischer Uhren verlangt weniger nach kommunikativem Pathos, als nach stabilen Bedingungen.
Womit wir an der eigentlichen Porsche-Handschrift des Gebäudes angekommen wären: Dem klaren Denken in Prozessen. So ist die Fertigung sequenziell organisiert und punktet mit kurzen Wegen und einer Just-in-time-Logistik. Selbst eine integrierte Rollbahn mit Schwerkraftmechanismus für die Weiterleitung von Teilen und Komponenten gehört zum Konzept. Das ist nicht sehr glamourös, aber ausnehmend funktional – und erkennbar darauf ausgelegt, die Arbeitsprozesse zu unterstützen. Wer so plant, interessiert sich weniger für Symbolik als für Funktion. Wenn man also fragt, was F. A. Porsche wohl getan hätte, dann wäre die beste Antwort ein Zitat: „Wenn man die Funktion eines Gegenstandes durchdenkt, ergibt sich die Form oft wie von selbst.“
Die ganze Palette der Porsche Design Uhren finden Sie im Markenkosmos hier bei uns.


| Basisdaten & Gebäude | Porsche Design Timepieces Manufaktur |
| Schützengasse 46 | |
| 2540 Grenchen | |
| Schweiz | |
| CEO Porsche Design Timepieces Manufaktur: Rolf Bergmann | |
| Baujahr: 1955 | |
| Kauf Gebäude durch Porsche Design & Start Sanierung: Mai 2024 Offizielle Eröffnung: 19. März 2026 | |
| Architektur & Historie | 1955: Baujahr des Gebäudes |
| Ehemaliger Sitz der renommierten Uhrenmarke Eterna | |
| 1995: Übernahme durch F. A. P. Beteiligungen GmbH | |
| 1996 – 2014: Fertigung von Porsche Design Timepieces in Lizenz von Eterna | |
| 2011 Verkauf der Marke Eterna und des Gebäudes | |
| 2012 Stilllegung des Gebäudes | |
| 2020: Entscheidung für einen neuen Standort der Porsche Design | |
| Oktober 2022: Erste Begehung des damals leerstehenden Gebäudes | |
| 18-monatige Planungsphase | |
| Mai 2024 Unterzeichnung Kaufvertrag und Beginn Umbauarbeiten | |
| Herbst 2025: Umzug vom Standort Solothurn und Aufnahme Produktion • 19. März 2026: Offizielle Eröffnung | |
| Flächenübersicht | Fläche gesamt: 3.600 m2 |
| Produktions- & Logistikfläche: 1.700 m2 | |
| Kundenerlebnis- & Ausstellungsfläche: 450 m2 | |
| Büro- & Konferenzfläche: 840 m2 | |
| Haustechnikfläche: 280 m2 | |
| Sozialräume: 330 m2 | |
| Produktion & Technologie | Fertigungstiefe: Entwicklung, Konstruktion, Werkemontage, Qualitätsmanagement, After-Sales-Service |
| Anzahl Uhrmacherarbeitsplätze: 10 hochmoderne Uhrmacherplätze | |
| Produktionskapazität: 10.000 Einheiten pro Jahr; spätere Erweiterung möglich | |
| Uhrmacherwerkstätte: ISO 5 | |
| Reinraum-Klassifizierung: ISO 7 | |
| Lüftungswechsel mit 5-fachem Luftwechsel pro Stunde | |
| Kontrollierte Luftfeuchtigkeit zwischen 40 % – 50 % | |
| Energie-Effizienz | Photovoltaik-Anlage: 211 Solarpanels mit Spitzenleistung von 134 kW |
| Eigenversorgungsquote/Autarkiegrad: 62,3% | |
| CO2 Einsparungen pro Jahr: 58.571 kg | |
| Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung | |
| Wärmepumpe für Heiz- und Kühlprozesse | |
| Fenster auf neuestem Dämmungsstandard |






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