Chrono Sapiens – Jean-Frédéric Dufour, CEO Rolex

Rolex CEO Jean-Frédéric Dufour: Reden ist Silber, still und erfolgreich führen Gold

Verschlossen wie eine Auster sei er, murren Journalisten. Denn der Rolex CEO Jean-Frédéric Dufour gibt keine Interviews. Über Zahlen redet er schon gar nicht. Schweigen und führen, so lautet das Erfolgsrezept bei Rolex. Neue Ideen zum Erhalt des Mythos Rolex hat der CEO trotzdem parat.

An der Spitze

Es war ein Ritterschlag vom Feinsten: Im Juni 2015 wurde Jean-Frédéric Dufour offiziell zum Rolex CEO ernannt. Immerhin ist die Marke Rolex der weltweit größte Fabrikanten mechanischer Luxusuhren. Was er von der Rolex-typischen Diskretion hält, ist zwar nicht bekannt. Sicher ist jedenfalls, dass sich Dufour nahtlos in diese Tradition der schweigsamen Unternehmenslenker einreiht und damit den Mythos um die Marke Rolex weiter befeuert. Denn Dufour schweigt und führt. Und weist Interviewanfragen als auch konkrete Umsatzzahlen stets gleichermaßen höflich wie betont zurück.

„Das ist der beste Job, den die Uhrenbranche zu vergeben hat. Und ich freue mich jeden Tag auf die vielfältigen Aufgaben.“
Jean-Frédéric Dufour

Exzellenz und Wachstum – ein Balanceakt

An der Spitze eines global agierenden Unternehmens mit schätzungsweise fünf Milliarden Jahresumsatz und mehr als 10.000 Beschäftigten zu stehen, ist ebenso Ehre wie auch permanente Herausforderung. Über die Aktivitäten der Genfer Montres Rolex SA wacht zwar eine Stiftung, aber auch die möchte am Ende jedes Geschäftsjahres positive Ergebnisse und Wachstum sehen. Und jährlich rund 800.000 Armbanduhren wollen nicht nur nach höchsten Qualitätsstandards produziert, sondern am Ende auch verkauft werden. Insofern muss Jean-Frédéric Dufour, der seine Uhren-Karriere 1993 bei der damals frisch gegründeten Chopard-Manufaktur begann und anschließend sieben Jahre bei Zenith arbeitete, einen beträchtlichen Spagat bewältigen.

Jean-Frédéric Dufour

Jean-Frédéric Dufour, Mitte Fünfzig, erfahren und und Sohn einer Genfer Unternehmerfamilie, sollte frischen Wind mitbringen, um gegen zunehmend aggressive Mitbewerber wie Omega punkten zu können. Gleichzeitig bleibt ihm die Rolle eines Lordsiegelbewahrers, denn Revolutionen werden bei Rolex traditionsgemäß weniger geschätzt. Bei der Luxusuhrenmanufaktur Zenith hatte Dufour sich um die konsequente Rückbesinnung auf Markenkern und Markenwerte verdient gemacht. Das dürfte nur zu gut ins Konzept des mächtigen Rolex -Verwaltungsrats gepasst haben.

Obwohl diese Dualität sicher nicht leicht zu vereinen ist, präsentierte sich die Rolex bereits nach einem Jahr, während der Baselworld 2016 in einem neuen Geist. Nie zuvor hatte das Unternehmen so viele Hintergrund-Informationen zu neuen Modellen, darunter die markante Rolex Air-King, geliefert. Das entspricht der intensiveren Kommunikationspolitik, welche der Rolex CEO Jean-Frédéric Dufour der deutlich kleineren Manufaktur Zenith gepflegt hatte.

Bis sich wirklich tiefe und vor allem nachhaltige Spuren Dufour’schen Handelns zeigen, dürfte zwar noch einiges Wasser die Rhône herunterfließen. Aber mit den gelungenen Neuauflagen der Rolex Submariner oder Rolex Explorer setzte der Rolex CEO ein Zeichen. Die weiter steigenden Wartezeiten der Rolex Uhren zeigen, dass es Jean-Frédéric Dufour auch gelingt, die Produktionsmenge und das Vertriebsnetz zu kontrollieren. Somit gibt es auch in Zukunft keinen Grund, über Personen und Fakten zu sprechen. Was zählt, ist das ruhige und erfolgreiche Führen der wertvollsten Uhrenmarke der Welt.

Mehr über die „Chrono Sapiens“ – die Herren der Zeit – erfahren Sie hier:

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