Chrono Sapiens – die Herren der Zeit
Der Familienunternehmer: Thierry Stern

Nie mehr arbeiten und sich stattdessen auf Yachten und in Luxusvillen vergnügen? Für Thierry Stern und seine Familie eine grässliche Vorstellung. Denn Patek Philippe ist Familiensache. Das sehen auch Käufer so, die die wertstabilen Luxusuhren gerne vererben.

Der Familienunternehmer: Thierry Stern

Als Thierry Stern 2009 in die großen Fußstapfen seines Urgroßvaters Philippe Stern trat, war er vorbereitet. Der 1970 geborene Patek-Erbe hatte eine Wirtschaftsakademie besucht, ebenso die Genfer Uhrmacherschule. Anschließend hatte er in Europa und den USA gelernt und sich unter Anleitung des Vaters im Familienunternehmen für die verantwortungsvolle Chefrolle bei Patek Philippe bereit gemacht.  Wenn nicht gerade Geheimes verhandelt wird, dann steht die Tür zu Sterns Büro bei Patek Philippe offen. Genau wie schon beim Vater. Der Firmenchef legt Wert auf Nahbarkeit – was sich in seiner Uhrenmanufaktur abspielt, will er hautnah und unverfälscht mitbekommen.

Was sollte ich mit all dem Geld, wenn ich Patek Philippe verkaufte? Mir und meiner Familie würde etwas fehlen, was wir wirklich lieben.

Thierry Stern

Patek Philippe

Sammlerstücke vom anderen Stern

Die unangefochtene Nummer eins am Sammlermarkt dreht ein sehr großes Rad. Rund 60.000 Zeitmesser, 51.000 mechanische und 9.000 elektronische verlassen die Ateliers im Genfer Stadtteil Plan-Les-Ouates. Damit erwirtschaftet die inzwischen 177 Jahre alte Uhrenmanufaktur jährlich mehr als einer Milliarde Schweizer Franken.

Doch nachdem am Monatsende weltweit rund 2.400 Angestellte ihr Gehalt auf dem Konto sehen wollen, trifft der unprätentiöse Chef alle unternehmerischen Entscheidungen mit Bedacht. „Weil ich unmöglich Experte auf allen Gebieten sein, vertraue ich meinem Stab ausgesuchter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, erklärt Stern. Deren Kompetenz und Urteil helfe ihm, Zweifel an seinen Entscheidungen zu begrenzen.

Eine Investition in die Ewigkeit

Die Pfeiler von Patek Philippes Erfolgs bilden der Nimbus des traditionsreichen Namens und seiner Produkte, deren exzellente Qualität sowie ihr viel diskutierter Werterhalt. Und gerade der ist mitunter der erfolgreichsten Werbekampagne zu verdanken, die das Haus jemals lanciert hat. Die klare Botschaft: Eine Patek Philippe gehört dir nie ganz alleine – sie ist eine Investition in künftige Generationen. „Die Kampagne bringt den familiären Geist unseres Unternehmens zum Ausdruck, ist ungekünstelt und nennt die Wahrheit beim Namen“, so Stern.  Denn in der Tat kaufe man mechanische Armbanduhren zwischen rund 17.000 Euro und mehr als zwei Millionen Euro auch zum Vererben.

Es gibt Dinge, die kann man nicht kaufen

Graumarkt-Aktivitäten beugt Thierry Stern, wie schon sein Vater dadurch vor, dass er besonders komplizierte und deshalb begehrte Stücke nur namentlich bekannten Kunden überlässt. Ans Verkaufen der Firma denkt er indessen nicht. „Was sollte ich mit all dem Geld? In meiner Familie legen wir keinen Wert auf Luxus-Autos, Yachten oder Villen an irgendwelchen Stränden“, sagt Stern. „Würde ich Patek Philippe für sagen wir einmal zehn Milliarden Euro an eine Luxusgruppe verkaufen, müsste in der Familie niemand mehr arbeiten. Das würde meine Familie und mich keinen Deut glücklicher machen. Aber es würde uns etwas fehlen, weil wir das, was wir tun, wirklich lieben.“

Mehr über die „Chrono Sapiens“ – die Herren der Zeit – erfahren Sie hier:

Trackbacks/Pingbacks

  1. In 24 Städten um die Welt | Uhrenkosmos - […] lancierten Nautilus. Und ich frage mich natürlich: Was hat Patek Philippe hier geplant? Als ich Thierry Stern auf der…
  2. Der Gipfelstürmer: Jérôme Lambert und die Arbeit bei Montblanc | Uhrenkosmos - […] Thierry Stern (Patek Philippe) […]
  3. Der Über-Manager Johann Rupert im Gespräch über seine Arbeit und den Richemont-Konzern | Uhrenkosmos - […] Thierry Stern (Patek Philippe) […]
  4. Portraitaufnahme - Wilhelm Schmid, CEO der Uhren-Manufaktur A. Lange & Söhne | Uhrenkosmos - […] Thierry Stern (Patek Philippe) […]
  5. Kaffee, schwarz, und eine Luxusuhr bitte! | Uhrenkosmos - […] reicht. Zwischen Rosenholz und Marmorelementen breitet sich  ab dem 15. Juli 2015 das erstaunliche Produkt-Portfolio von Patek Philippe aus.…
  6. Weltzeit-Wissen oder: Wie die Uhr von Herrn Schmidt ins Museum kam | Uhrenkosmos - […] dieser Herr Schmidt war, der Thierry Stern am 2. Oktober 1940 den Patek-Philippe-Chronographen mit Weltzeitindikation, Gehäusenummer 621.495 […]
  7. Reden ist Silber, schweigend und erfolgreich führen ist Gold | Uhrenkosmos - […] 49 Jahre alt und Sohn einer Genfer Unternehmerfamilie, sollte frischen Wind mitbringen, um gegen zunehmend aggressive Mitbewerber wie Omega…
  8. CEO Dufour und die Arbeit am Mythos Rolex Manufaktur | Uhrenkosmos - […] Dufour, 49 Jahre alt und Sohn einer Genfer Unternehmerfamilie, sollte frischen Wind mitbringen, um gegen zunehmend aggressive Mitbewerber wie…

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


CAPTCHA-Bild
Bild neu laden