Chrono Sapiens – die Herren der Zeit
Der Mann für starke Marken: Jean-Claude Biver

Jean-Claude Biver hat eine Mission, und die ist ambitioniert. Auf eine Milliarde Schweizer Franken will der CEO von TAG Heuer den Umsatz pushen. Realistisch? Für den Top-Marken-Macher schon – denn der hat schon die schwächelnde Hublot zurück auf Kurs gebracht.

Der Mann für starke Marken: Jean-Claude Biver

Dieses Bild mag zunächst irreführen - Jean-Claude Biver ist sympathisch, aber von ausnehmend zupackender Art, scheut keine harten Entscheidung und gleichzeitig bereit, sehr unkonventionelle. kreative Maßnahmen zu ergreifen. Der Erfolg gibt ihm Recht.

Die Lebensleistung von Jean-Claude Biver kann sich sehen lassen: Der gebürtige Luxemburger hat traditionsreiche Uhrenmanufakturen reihenweise an die Spitze katapultiert. Biver hat nicht nur Blancpain gekauft und aufgebaut, er hat auch Omega auf die Erfolgsspur gesetzt und die Marke Hublot saniert. Seit dem 1. März 2014 dirigiert der mehrfach ausgezeichnete Unternehmer die drei LVMH-Uhrenmarken Hublot, TAG Heuer und Zenith. Sein aktuelles Projekt: TAG Heuer, wo er  Anfang 2015 die Position des CEO übernommen hat, als absolute Top-Marke zu etablieren.

Ein Mann, eine Mission: Mit TAG Heuer an die Spitze

Mangelnden Ambitionismus kann man Biver wahrlich nicht vorwerfen – am liebsten würde er nämlich den spektakulären Hublot-Erfolg nicht nur wiederholen, sondern noch übertreffen. Damit hat sich der 68-Jährige einiges vorgenommen. Immerhin katapultierte er die kränkelnde Hublot ab 2004 von 26 auf deutlich mehr als 400 Millionen Schweizer Franken Umsatz. Möglich gemacht hatte es das Fusionskonzept und die „Big Bang“, die wie eine Bombe eingeschlagen hat.  Auch andere Betätigungsfelder hatte Biver für Hublot erschlossen – so zum Beispiel den Fußball, der die Luxusuhrenmarke 2014 zum offiziellen Zeitnehmer der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien machte.

TAG Heuer zu leiten ist meine interessanteste Mission geworden.

Jean-Claude Biver

TAG Heuer

Bei TAG Heuer möchte Biver es sich noch einmal beweisen. Erklärtes Ziel ist eine Milliarde Schweizer Franken Umsatz. Realistisch? Durchaus. Eine tiefgreifende Umstrukturierung des Konzerns, eine völlig neue Kollektion (zu der auch die erfolgreiche, seit 2017 in zweiter Generation modulare Smartwatch „Connected“ gehört), eine Schar renommierter Testimonials und eine durchaus aggressive Preispolitik könnten es möglich machen.

Die Smartwatch „Connected“ gehört zu den Innovationen, mit denen Biver TAG Heuer an die Spitze katapultieren könnte.

Neue Kunden, Revolutionen und die Suche nach einem Nachfolger

„Wir sprechen mit TAG Heuer eine breite Mittelschicht an. Und die wächst zum Beispiel in China enorm“, gibt Biver zu bedenken. „In einigen Jahren könnten wir dort bis zu 500 Millionen neue Kunden für das Segment der Luxusuhren haben.“ Genau dieses gigantische Potenzial möchte der charismatische Manager, der sich selbst als besten Botschafter seiner Mission sieht, in den kommenden Jahren konsequent nutzen. „Außerdem werden wir mit unserer neuesten Entwicklung mehr als 700 Jahre mechanische Zeitmessung revolutionieren. In diesem Sinne ist TAG Heuer für mich nicht nur eine sensationelle Herausforderung, sondern meine interessanteste Mission geworden.“

Dennoch sucht Biver dringend nach einem neuen CEO, der die Geschäfte übernimmt. „Die Aufgabenfülle in der LVHM-Uhrengruppe ist gewaltig“, gesteht er. Und jünger werde er schließlich auch nicht.

Mehr über die „Chrono Sapiens“ – die Herren der Zeit – erfahren Sie hier:

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