Zenith Chronomaster Sport

Zenith Chronomaster Sport mit Kaliber El Primero EP3600

Vor 52 Jahre startete Zenith mit dem Kaliber El Primero, das erste Chronographenkaliber mit Selbstaufzug und fünf Hertz. Nun ersetzt die 1865 in Le Locle gegründete Manufaktur das Uhrwerk durch eine neue Generation. Das Kaliber EP3600 der Zenith Chronomaster Sport steht ganz und gar im Zeichen der Zehntelsekunde.

Sportlich auf ganzer Linie

Eingefleischten Chronographenfans dürfte das Herz beim Anblick der neuen Zenith Chronomaster Sport höherschlagen. Und zwar gleich aus mehreren Gründen. Zum einen besticht diese 41 Millimeter große und bis zehn bar wasserdichte Zenith Armbanduhr durch ausgesprochen starke Optik.
Kenner erinnert das mehrfarbige, trotzdem aber dezent gebliebene Zifferblatt an die ersten El Primero Modelle. Das Sichtboden-Stahlgehäuse trägt eine kratzfeste, logischer Weise nicht drehbare Keramiklünette. Beim Studium ihrer Indexierung sticht eines der technischen Merkmale sofort ins Auge. Und das kann im Hause Zenith inzwischen auf eine gut zehnjährige Geschichte zurückblicken.

2010 debütierte die Zenith El Primero Striking 10thDer zentrale Stoppzeiger seines 6,6 Millimeter hohen Kalibers 4052 B dreht während zehn Sekunden um 360 Grad. Dieses Feature zum deutlich präziseren Erfassen kurzer Zeitintervalle brachte 2019 auch der Zenith Chronomaster 2 an Handgelenk. Dritter im Bunde ist ab sofort der Zenith Chronomaster Sport

Sein Automatikwerk namens EP3600 besitzt die gleichen Dimensionen wie die klassischen El Primero-Werke, also zum Beispiel das von ihm abgelöste Kaliber EP400. Die Zukunft bringen freilich einige gleich näher beschriebene Modifikationen zum Ausdruck. Bleibt als Drittes der Preis: Unverbindliche 9.200 Euro mit Kautschuk- und 9.700 Euro mit stählernem Gliederband können beim Gebotenen durchaus als moderat gelten. 

EP3600 – Weniger ist mehr

Die Analyse des von Zenith bislang verbauten Kalibers EP400 und seines Nachfolgers EP3600 fördert ans Tageslicht, dass die im altehrwürdigen Manufakturgebäude die Neuzeit angebrochen ist. Die Entwicklung des Newcomers erfolgte unter den Vorzeichen industrieller Optimierung sowie der Einbeziehung aktuell verfügbarer Technologien. Dazu gehören auch die Reduzierung der für ein Uhrwerk nötigen Komponenten sowie Maßnahmen zur effizienteren, Fehler minimierenden Montage. Konsequent haben die Techniker die bislang verwendeten Sorten von Lagersteinen, Schrauben und Stellstiften zurückgefahren. Und nicht Vorhandenes kann im Alltagsbetrieb auch keine Probleme bereiten.

Ohne Rotor braucht es für eines der Basis-Kaliber 400 nach offiziellen Angaben 278 Bauteile. Das im aktuellen Chronomaster 42 mm verbaute EP400B mit Titan-Elementen besteht aus 326 Komponenten. Für das anschließend näher beschriebene EP3600 benötigen die Uhrmacher inklusive Schwungmasse summa summarum 311 Teile.

Bewährtes und Neues

Überarbeitete Zahnprofile tragen zur Steigerung der Gangautonomie von 50 auf 60 Stunden bei. Wird die Uhr am Freitagabend abgelegt, sollte sie also am Montagmorgen noch munter mit fünf Hertz ticken. In diesem Zusammenhang darf nicht vergessen werden, dass eine höhere Unruhfrequenz auch mehr Energie benötigt.

Nicht gerüttelt hat Zenith an der traditionellen horizontalen Räderkupplung. Ohne Zweifel bietet sie vor allem fürs Auge deutlich mehr als die reibungsbasierte vertikale Alternative.

Wegen der höheren Umlaufgeschwindigkeit des zentralen Chronographenzeigers erfolgt der Antrieb des Stoppmechanismus nicht mehr vom Sekundenrad, das sich einmal pro Minute um seine Achse dreht. Beim EP3600 versetzt das während vier Sekunden um 360 Grad rotierende Ankerrad die zeitschreibende Funktion in Bewegung. Damit sich alles rechtsläufig bewegt, braucht es nun allerdings zwei Kupplungsräder. Das erste findet sich dort, wo beim Kaliber 400 das auf die Welle des Sekundenrads gepresste Mitnehmerrad angesiedelt ist. Das zweite trägt die beim EP3600 neu geformte Kupplungswippe an gewohnter Stelle.

Mit Blick auf das begrenzte Drehmoment der Konstruktion wurden die erforderlichen Zahnräder mit Hilfe eines exklusiven computergestützten Algorithmus neu berechnet. Dabei erhielt jedes Rad bekam eine spezifische Zahnform. Ein ebenfalls neu entwickeltes Anhaltesystem des Chronographen sorgte für ein Plus an Präzision. Konkret legt sich ein Bremshebel zwischen zwei der 100 Zähne des Chrono-Zentrumsrads und bringt so den zentralen Stoppzeiger akkurat zum Stehen.

Wer Chronographen-Mechanismen ein wenig kennt, fühlt sich bei dieser Konstruktion an die so genannte Seconde Foudroyante erinnert. Der „blitzende Sekundenzeiger rotiert im Takt der Unruhschwingungen einmal pro Sekunde um 360 Grad. Auf diese Weise lassen sich die Bruchteile nach der vollen Sekunde beim angehaltenen Chronographen genauestes ablesen.

Schaltrad & Co.

Selbstverständlich hält Zenith auch am klassischen Schaltrad zur Steuerung der drei Funktionen Start, Stopp und Nullstellung fest. Ebenfalls nichts geändert hat sich an der Position und Aufgabe der beiden Chronographendrücker in der rechten Gehäuseflanke. Bewährtes repräsentieren schließlich auch die Automatik-Baugruppe und die Datumsindikation. Beim EP3600 hat Zenith den mit Ziffern und Zahlen bedruckten Ring und seine Lagerung verbessert. Nachdem das neue Uhrwerk keinen Stundentotalisator mehr besitzt, konnte die unter dem Zifferblatt angesiedelte Baugruppe entfallen. Auf Zähler müssen die Besitzerinnen und Besitzer des Chronomaster Sport gleichwohl nicht verzichten. Bei „3“ erfasst ein Zeiger Intervalle bis zu 60 Sekunden. Ganz in Süden bei „6“ findet sich nun ein 60-Minuten-Totalisator. Wie eh und je dreht die Permanentsekunde links bei „9“ ihre Pirouetten.

Zenith Chronomaster Sport und Zenith El Primero von 2019

Auch an den Totalisatoren sollt ihr sie erkennen: Links der klassische El Primero Chronograph mit 30-Minuten- und 12-Stunden-Zähler, rechts der Chronomaster Sport mit Zählzeigern, die bis 60 Sekunden und 60 Minuten reichen

Im Zuge der Entwicklungsarbeiten hat Zenith auch ein gelegentlich kritisiertes Defizit des EP400 beseitigt. Fortan gestattet ein integrierter Unruhstopp sekundengenaues Richten der Zeit-Zeiger. Damit einher geht eine veränderte Reihenfolge der Kronenfunktionen: Manueller Aufzug, Datums-Schnellschaltung und erst in der zweiten gezogenen Position erfolgt die Zeiteinstellung, während sich ein kleiner Hebel an den mit fünf Hertz oszillierenden Unruhreif legt. Anker und Ankerrad bestehen aus leichtem, vollkommen amagnetischem Silizium.

Zenith Chronomaster Sport

Der neue Chronomaster Sport geht mit überarbeiteter Schale in vier verschiedenen Ausführungen an den Start. Interessenten müssen sich entscheiden zwischen weißem (Referenz 03.3100.3600/69.M3100) oder schwarzem Zifferblatt (Referenz 03.3100.3600/21.M3100), Kautschukarmband mit Cordura-Effekt oder Edelstahl-Gliederband.

Zenith Chronomaster Sport

Für 9.200 Euro wohlfeil: Zenith Chronomaster Sport mit Kautschukband

Im Gegensatz zu früheren Chronomaster-Modellen schickt Zenith die Uhrwerke nicht mehr zur amtlichen Genauigkeitskontrolle bei der COSC. Das jedoch lässt sich leicht verschmerzen, denn die Regulierung der Uhrwerke erfolgt nach Chronometer-Kriterien. Fürs genannte Geld gibt es die in der EU gesetzlich vorgeschriebenen zwei Jahre Garantie. Eine Registrierung des Einkaufs belohnt das Mitglied des LVMH-Konzerns immerhin mit weiteren zwölf Monaten Gewährleistung. Wer nun Lust auf diese sportive Armbanduhr verspürt, kann ab sofort beim Fachhandel oder im Onlineshop glücklich werden. 

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