Zukunft im Zeichen der Tradition

Zenith Defy Skyline und Zenith Defy Revival A3642

Die Uhrenlinie Defy gehört zu Zenith wie das Salz zum Ozean. 2022 widmet sich die Manufaktur dieser Uhrenlinie in mehrfacher Hinsicht. Die Zenith Defy Revival A3642 erinnert an ein markantes Modell von 1969. Die Gegenwart und Zukunft leben in Gestalt der neu gestalteten Zenith Defy Skyline. Der Uhrenkosmos richtet seinen Blick auf beide Armbanduhren. Sie kosten 6.800 bzw. 8.300 Euro.

von | 24.01.2022

Herausforderndes aus Le Locle

Allein schon beim Blick auf die markant-sportliche Optik der Zenith Defy Skyline wird rasch klar, warum die Uhrenlinie Defy derzeit bemerkenswert erfolgreich ist. Genau genommen reicht die Biographie der Zeitmesser dieses Namens im Hause Zenith zurück bis in die Ära von Georges Favre-Jacot. Allerdings schrieb der Firmengründer noch Defi.

Parallel zum Lancement des legendären El Primero im Jahr 1969 gelangten auch neue Defy Modelle auf den Markt. Der am Vorabend der Quarzrevolution aus dem Englischen abgeleitete Name verknüpft sich mit den Begriffen Belastbarkeit und Herausforderung. Beim wahrhaft augenfälligen Design der Defy A3642 gingen die Produktgestalter ebenfalls mit der Zeit. Ihr hoch belastbares achteckiges Gehäuse mit vierzehnseitiger Lünette lenkte viele Blicke auf sich.

Zenith Defy A3642 Anzeige aus dem Jahre 1969 (C) Uhrenkosmos

Wegen ihrer markant kantigen Optik sorgte die 1969 vorgestellte Taucher-Armbanduhr für Gesprächsstoff. Die Wasserdichte des hoch belastbaren Stahlgehäuses reichte bis 30 bar.

Andererseits besaß der außergewöhnlich kantige Auftritt aber logischer Weise aber auch ein durchaus polarisierendes Potenzial. Hinzu gesellte sich eine keineswegs alltägliche Wasserdichte, welche bis zu 30 bar Druck reicht. In diesem Sinne erhielt die A3642 nicht ohne Grund recht schnell den französischen Spitznamen coffre-fort. Für sicheren aber gleichzeitig auch komfortablen Halt des „Panzerschranks“ am Handgelenk sorgte ein stählernes Armband, dessen Sprossen-Design an eine Leiter erinnert. Für die Gestaltung und Produktion zeichnete der namhafte und einschlägig erfahrene Spezialist Gay Frères verantwortlich.

Zenith Panzerschrank Anzeige 1969

Faltblatt für den tickenden Panzerschrank des Hauses Zenith, ca. 1970

Im Zuge der Evolution dieser markanten Armbanduhren flossen jeweils auch die aktuellen technischen Errungenschaften in die Defy-Kollektion ein. Beispielsweise brachten die frühen 1980-er Jahre harte und damit kratzfeste Saphirgläser. Und hoch belastbare Schalen unterstrichen die Bedeutung des einprägsamen Modellnamens. Als Julien Tornare 2017 die Leitung bei Zenith übernahm, ging eine gründlich überarbeitete Defy-Kollektion an den Start. Speziell die Defy El Primero 21 brachte erstaunlich schnell einen frischen Wind in die Kollektion.

Zenith Defy El Primero 21 Ref 95.9001.9004_01.R782

Erfolgsmodell: Zenith Defy El Primero 21, Referenz 95.9001.9004_01.R782

Der Erfolg dieser Defy war weitaus größer, als wir uns das erhofft und erwartet hatten. Folglich entwickelte sich diese Uhrenlinie zu einer tragenden Säule unseres Geschäfts

Julien Tornare

CEO, Zenith

Retro-Defy 2022

Weil Zenith, El Primero und Defy aus guten Gründen gewissermaßen als Synonyme gelten können, präsentiert die Schweizer Traditionsmanufaktur Anfang 2022 gleich zwei neue Mitglieder der geschichtsträchtigen Uhrenlinie mit unverkennbar sportiven Zügen.

Das erste gleicht dem Ur-Modell von 1969 sozusagen wie ein Zwilling. Daraus ergibt sich auch beinahe zwangsläufig der Name. Die Zenith Defy Revival A3642 verfügt jene optischen und teilweise auch technischen Eigenschaften, welche diese Armbanduhr vor 53 Jahren ins Gespräch brachten. Möglich machte es das umfangreiche Zenith Archiv. Neben der kantigen, rund 40 mm großen Schale sticht natürlich auch das braune Zifferblatt mit opulenter und horizontal geriffelter Indexierung sofort ins Auge. Vom Zentrum nach außen wird die Farbe der Scheibe zunehmend dunkler. Von selbst mag sich die Ausstattung auch der augenfälligen Zeiger mit Leuchtmasse versehen. Auf der Höhe unserer Zeit handelt es sich um nicht radioaktives Super- LumiNova SLN C1, dessen Farbton aber exakt jenem des gestalterischen Vorbilds entspricht.

 

Zenith Defy A3542 and Defy Revival A3642

Zenith Defy A3542 einst und jetzt die Version Defy Revival A3642, erhältlich für 6.800 Euro

Etwas versteckt zwischen „4“ und „5“ findet sich in gewohnter Weise das Fensterdatum. Im Gegensatz zu früher erfolgt das Ablesen aller Anzeigen durch ein kratzfestes Saphirglas. Solches findet sich als Tribut an die Ansprüche der Gegenwart auch auf der Rückseite. Für Zenith ist es Ehrensache, die Bewahrung der Zeit einem hauseigenen Automatikkaliber anzuvertrauen. Nach Vollaufzug durch den zentralen Kugellagerrotor beträgt die Gangautonomie des 3,28 mm flachen, im Jahr 1994 lancierten Elite 670 rund 50 Stunden. Sein Gangregler vollzieht stündlich 28.800 Halbschwingungen.

Kaliber 670 der Zenith Defy Revival A3642

Im Stahlgehäuse der Zenith Defy Revival A3642 tickt die Manufaktur-Automatik Elite 670

Von selbst mag sich verstehen, dass man auch mit dem Nachfolger der Design-Ikone rein theoretisch bis zu 300 Meter abtauchen kann. Die Druckdichte der von einem Retro-Gliederband am Handgelenk gehaltenen Schale beträgt 30 bar. Unverbindliche 6.800 Euro muss investieren, wer eines der insgesamt 250 nostalgiebetonten Exemplare sein Eigen nennen möchte. Zenith listet die Defy Revival A3642 unter der Referenznummer 03.A3642.670/75.M3642.

Zenith Defy Skyline

Wie es euch gefällt: Drei verschiedene Zifferblattfarben offeriert Zenith für die neue Defy Skyline.

Gegenwart und Zukunft der Defy

Retrolook hat heutzutage viele Freunde, da Vintage auf dem Gebiet der Armbanduhren als neuer Luxus gilt. Nachdem gut erhaltene Exemplare aus der Vergangenheit nicht leicht zu bekommen sind, ergeben authentische Neuauflagen natürlich Sinn. Andererseits bedeutet Stillstand bekanntlich auch Rückschritt. In diesem Sinne hat sich das Team rund um Julien Tornare intensiv damit beschäftigt, wie man bedeutende Tradition in die Gegenwart und vor allem auch in die Zukunft übertragen kann. Schließlich gibt es doch eher mehr Menschen, die am Handgelenk auf Zeitgemäßes blicken wollen.

Exakt diesem Sachverhalt trägt die neue Zenith Defy Skyline Rechnung. Der Name resultiert aus den vielen kleinen Stern am Zifferblatt, welche aus der Ferne betrachtet an ein Tapisserie-Muster erinnern.​

 

Zenith Defy Skyline Star C Uhrenkosmos

Sterne vor Augen: Zenith Defy Skyline

Als Hommage an die Tradition greift diese Armbanduhr zurückliegende Gestaltungselemente auf. Selbige haben die Designer jedoch gekonnt auf die Ansprüche unserer Tage übertragen. Sportliche Eleganz steht da bekanntlich hoch im Kurs. Mit anderen Worten: Gefragt sind Zeitmesser, welche sich quasi zu jeder Tages- und Nachtzeit und bei ganz unterschiedlichen Gelegenheiten problemlos nutzen lassen. Diesem Anspruch trägt der tickende Newcomer aus Le Locle in vielerlei Hinsicht Rechnung.

Die Zenith Defy Skyline ist durchaus ein Unisex Modell für Frauen und Männern gleichermaßen

Die neue Zenith Defy Skyline passt an weibliche und männliche Handgelenke

Mit 41 Millimetern Gehäusedurchmesser wendet er sich zwar primär ans männliche Geschlecht. Frauen, sofern sie nicht ein extrem schlankes Handgelenk besitzen, steht dieser Zeitmesser aber sicher genauso gut.

Bei genauerer Betrachtung erschließt sich sehr schnell der Grad an Modernisierung, den Zenith seinem Klassiker angedeihen ließ. Da ist einmal der deutlich fließendere Übergang vom Gehäuse zum Gliederband. Obwohl sich letzteres dank ausgeklügeltem Defy-Schnellverschluss im Handumdrehen abnehmen und durch das mitgelieferte Kautschukband ersetzen lässt, wirkt es doch integriert. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet die Facettierung der Kanten. Das ehemalige Leiterdesign wirkt nun auch deutlich gefälliger. Beim Glasrand ist die Zahl der Ecken von 14 auf jene sinnvollen zwölf gesunken, welche der Stundenzahl eines Tages oder einer Nacht entsprechen.

Zenith Defy Skyline mit Kautschukband am Handgelenk

Armband nach Lust und Laune: bei der Zenith Defy Dkyline lässt sich das Edelstahl-Gliederband im Handumdrehen gegen das mitgelieferte Kautschukband auswechseln

Klassischer in Erscheinung treten auch die wiederum mit Super-LumiNova ausgestatteten Indexbalken auf dem mit einem Sternenmuster dekorierten Zifferblatt. Sie harmonieren mit schlankeren Leuchtzeigern für Stunden und Minuten. Der kleine Sekundenzeiger bei „9“ könnte vorschnell auf Zeit-Mechanik der Kaliberfamilie 69x schließen lassen. Dem ist aber nicht so, denn das Elite-Automatikwerk misst lediglich 25,6 Millimeter. Folglich läge die Indikation von secunda diminutiva pars sehr dicht am Zifferblatt-Zentrum, was gemessen an den größeren Dimensionen der Uhr zu einem wenig harmonischen Auftritt führen würde.

Zenith Defy Skyline Zifferblattdetail

Abkehr vom Gewohnten: Der Sekundenzeiger dreht bei der Zenith Defy Skyline einmal pro zehn Sekunden im Kreis

Zenith Defy Skyline

Damit stellt sich die Frage nach dem Innenleben der Zenith Defy Skyline. Erste Hinweise liefert ein prüfender Blick auf jenes kreisrunde Feld, vor dem der Sekundenzeiger exzentrisch rotiert. Dessen Skalierung und die Zahl 10 im Norden deuten auf eine modifizierte Version des 30 Millimeter großen und 6,6 mm hoch bauenden El Primero-Kalibers 3600 hin. Und dem ist auch so. In der Defy Skyline verwendet Zenith das vom Chronographenmechanismus befreite 3620.

Wer mehr über das Zenith Kaliber 3600 wissen möchte, wird hier im Uhrenkosmos fündig.

In besagtem 3620 mit kugelgelagertem und in beiden Drehrichtungen aufziehenden Zentralrotor oszilliert die Unruh ebenfalls mit fünf Hertz. Bei konventionell konstruierten Chronographenwerken wie dem Zenith El Primero 400 ermöglicht diese Hochfrequenz präzise Fünftelsekunden-Stoppungen.

 

Zenith Kaliber 3600 Antrieb per Ankerrad (C) Uhrenkosmos

Für sechsfache Umlaufgeschwindigkeit erfolgt der Antrieb des Sekundenzeigers bei den Zenith Kalibern 3600 und 3620 per Ankerrad

Sechs Mal höhere Umlaufgeschwindigkeit entsteht durch den Antrieb des Sekundenzeigers per Silizium-Ankerrad und nicht wie üblich durch die Nutzung der Rotationen des Sekundenrads. Folglich bewegt sich der kleine Zeiger beim Kaliber 3620 in Zehntelsekundensprüngen alle zehn Sekunden um 360 Bogengrade. Diesem Sachverhalt entspricht selbstverständlich auch die Indexierung. Zwischen den größeren Strichen befinden sich jeweils neun kleine für die Sekundenbruchteile.

Der kleine aber entscheidende Unterschied: Beim Kaliber El Primero 3600 lenkt eine horizontale Räderkupplung die Drehungen des Hemmrads zum zentralen Chronographenzeiger. Nachdem das Kaliber 3620 keine Stoppfunktion besitzt, erfolgt der Kraftfluss vom Ankerrad über ein Zwischenrad zu einem Zahnrad, auf dessen Welle der kleine Sekundenzeiger sitzt. Das komplette zeitschreibende Schaltwerk fällt weg. Weiterhin vorhanden ist jedoch das hier bei „3“ angeordnete Fensterdatum

 

Zenith Kaliber EP 3600 vs 3620 C Uhrenkosmos

Im Vergleich: Links das Chronographenkaliber Zenith El Primero 3600 und rechts die von der Chrono-Mechanik befreite Version 3620

Zenith Kaliber 3620 Automatik

Blick durch den Sichtboden der Zenith Defy Skyline auf das Automatikkaliber 3620. Erkennbar rechts neben der Unruh ist das blaue Silizium-Ankerrad, welches den schnell drehenden Sekundenzeiger antreibt.

Das dunkel beschichtete Uhrwerk mit durchbrochen gestaltetem und beidseitig aufziehendem Kugellaferrotor, Silizium-Hemmung (Anker und Ankerrad) sowie sowie rund 60 Stunden Gangautonomie zeigt sich durch den Sichtboden des bis zu zehn bar druckdichten Stahlgehäuses.

Zenith Kaliber 3600 Unruhstopp

So funktiomiert der Unruhstopp beim Zenith Kaliber 3600. Es ist davon auszugehen, dass Gleiches auch bei Kaliber 3620 geschieht.

Zenith stattet das Kaliber 3620 auch mit einen Sekundenstopp zum präzisen Einstellen der Uhrzeit aus. Vermutlich handelt es sich um die gleiche Konstruktion wie im Kaliber 3600.

Egal ob mit blauem, dunkelgrauen oder hellem Zifferblatt: Für die neue Defy Skyline ruft Zenith einen unverbindlichen Publikumspreis von 8.300 Euro auf. Die Edition dieser Armbanduhr ist nicht limitiert.

Zenith Defy Skyline Video

 

Zenith Defy Skyline weisses Zifferblatt C Uhrenkosmos

Für unverbindliche 8.300 Euro liefert Zenith die Defy Skyline mit Glieder- und Kautschukband. Der Austausch ist kinderleicht.

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