Patek Philippe und sein eigener Poinçon

Philippe Stern hat trotz eines eigenen Patek Philippe Siegel nicht das Geringste gegen das Genfer Siegel, auch Poinçon de Genève genannt. Wie könnte er auch, denn Patek Philippe hat dem Genfer Siegel über Jahrzehnte hinweg zu internationaler Reputation verholfen. Trotzdem gab die Uhrenmanufaktur ab 2009 nach langer interner Diskussion das Genfer Siegel sukzessive auf – und das, obwohl die damit verknüpften Qualitätskriterien auch künftig lückenlos erfüllt werden hätten können.
Es war vielmehr der Umstand, dass nur das eigene, während mehrerer Jahre entwickelte Patek Philippe Siegel die extrem hohen Qualitätsansprüche in allen Bereichen perfekter Uhrmacherei zum Ausdruck bringt.

Ein modernes Qualitätslabel muss für die ganze Uhr gelten.

Philippe Stern

Kriterien Patek Philippe Siegel

Dieses Patek Siegel bezieht sich also gleichermaßen auf Kriterien zur Konstruktion, technischen Realisation, handwerklichen Ausführung und der unverzichtbaren Präzision hochrangiger Uhrwerke. Dass letztere beim Genfer Siegel keine Rolle mehr spielte, war für Patek Philippe durchaus ein maßgeblicher Stein des Anstoßes. Darüber hinaus bindet Patek Philipe auch andere Komponenten wie Gehäuse, Zifferblatt, Zeiger oder Bandstege in das ausgiebige Regelwerk ein.

Nach Auffassung des damals noch verantwortlichen Präsidenten Philippe Stern muss „ein modernes Qualitätslabel für die ganze Uhr gelten. Es muss alle Kompetenzen und Merkmale definieren, welche für die Herstellung, die Präzision und den langfristigen Unterhalt der Uhren aus der Manufaktur Patek Philippe von Relevanz sind. Ferner müssen ästhetische und funktionale Aspekte der fertigen Zeitmesser angemessene Berücksichtigung finden. Überdies garantiert Patek Philippe seinen Kunden die lebenslange Wartung der noblen Zeit-Produkte.“

Patek Philippe Siegel

Somit gibt die Genfer Traditionsmanufaktur mit dem Siegel ein Qualitätsversprechen, welches deutlich über das Genfer Siegel hinausgeht. Besagte Definitionen gelten natürlich auch für Uhren, die derzeit noch gar nicht existieren. Bei ihrer Kreation dominiert stets die chronometrische Funktion, welche eine bestmögliche Ablesbarkeit aller Indikationen impliziert. Darüber hinaus legt das Familienunternehmen entgegen allen aktuellen Modetrends Wert auf zeitlose Eleganz, hervorgerufen durch möglichst flache Bauweise der Uhrwerke und einen vernünftigen Gehäusedurchmesser.
Das diesbezügliche Geschehen, also alle Abläufe und Prüfungen sind akribisch festgeschrieben. Schließlich sollen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genauestens wissen, was in jedem Stadium der Entwicklung, Fertigung, Regulierung und Kontrolle einer Uhr zu tun, zu beachten und gegebenenfalls auch zu lassen ist.

Prüfungen

Die Prüfung der Komponenten eines Automatikwerks erfordern nicht weniger als 1200 Fertigungsschritte. Die Prüfmechanismen (Kontrolle der Teile an den Arbeitsplätzen, statistische Überprüfungen, Endkontrolle) nehmen so insgesamt mehrere hundert Stunden in Anspruch.
Die fertig montierten Baugruppen haben sich ebenfalls eingehenden Kontrollen zu unterziehen. Die fertigen Uhrwerke durchlaufen je nach Komplexität Prüfverfahren, welche sich über bis zu dreißig Tage erstrecken können. Und die komplette Uhr muss selbstverständlich nochmals auf den Prüfstand.

Verschiedene Kontrollen, Präzisionsmessungen, Tests mit Tragsimulation und Funktionskontrollen nehmen bis zu zwanzig Tage in Anspruch. Dabei geht es auch um einen gewissenhaften Genauigkeitscheck. Hier unterscheidet die Manufaktur aus technischen Gründen zwischen kleinen Uhrwerken bis und größeren ab zwanzig Millimetern Durchmesser. Bei ersteren gelten Toleranzen zwischen – 5 und + 4 Sekunden pro Tag, während sich letztgenannte zwingend im engen Spektrum zwischen täglich – 3 und + 2 Sekunden bewegen müssen. Und zwar ausnahmslos im schützenden Umfeld ihres Gehäuses

Ein Siegel als Ausdruck der besonderen Qualität

Neu ist das alles indessen nicht, denn die Kriterien für das Patek Philippe Siegel galten bei der Genfer Premium-Uhrenmanufaktur auch schon vor Einführung des eigenen Siegels. Über die konsequente Einhaltung der Regularien wachen eigens geschaffene Komitees sowie in letzter Instanz natürlich auch Thierry Stern. Wie schon sein Vater achtet der aktuelle Präsident auf perfekte Qualität. Ist sie doch die Basis des Rufs und Ansehens von Patek Philippe wie die Basis eines künftigen Erfolgs.