Richard Mille RM 11-05 Automatic Flyback Chronograph GMT
Richard Mille RM 11-05 Automatic Flyback Chronograph GMT mit innovativer Cermet-Lünette

Schon auf den ersten Blick gibt sich der Richard Mille RM 11-05 Automatic Flyback Chronograph GMT als typische Richard Mille-Kreation zu erkennen. Die typische, durchbrochene Gestaltung gestattet tiefe Einblicke in die besondere Mechanik. Innovativ wie aufwendig ist auch die Cermet-Lünette. Kein Wunder entstehen von diesem Boliden nur insgesamt 140 Exemplare.

Richard Mille RM 11-05 Automatic Flyback Chronograph GMT mit innovativer Cermet-Lünette

Richard Mille und der neue RM 11-05 Flyback Chronograph GMT

Keramik und Metall

Technikaffine Menschen, die das Wort Cermet hören, assoziieren damit sofort einen Materialmix aus Keramik und Metall. Und genau so ist es auch. Allerdings ist Cermet nicht gleich Cermet. Die kleinen aber entscheidenden Unterschiede bei diesen belastbaren Hartstoffen resultieren aus den verwendeten keramischen Komponenten wie zum Beispiel Aluminium- oder Zirkondioxid, dem metallischen Werkstoffen wie unter anderem Molybdän, Aluminium, Titan oder Kobalt und schließlich auch dem Herstellungsverfahren. Entsprechend interessant ist ein genauer Blick auf die Cermet Lünette der Richard Mille RM 11-05 Automatic Flyback Chronograph GMT.

In der Uhrenindustrie ist Cermet nun nichts grundsätzlich Neues. Seiko zum Beispiel stattete 1998 die Abenteureruhr Seiko Landmaster Sagarmatha SBCW021 erstmals mit einer kratzfesten Cermet-Drehlünette aus.

2008 brachte Hublot die Bullet Bang auf den Markt. Diese Armbanduhr erinnerte daran, dass aus Cermet-Werkstoffen auch ballistische Schutzvorrichtungen gefertigt werden.

Audemars Piguet verwendete 2012 für die drei verschiedenen Versionen seines opulenten Royal Oak Offshore Chronograph Michael Schumacher jeweils einen Cermet-Glasrand.

Der Grund für die verblüffende Leichtigkeit des 2013 von Jaeger-LeCoultre vorgestellten Deep Sea Chronograph Cermet war im Gehäusematerial zu sehen. Eine Aluminiummatrix, welche erst durch Keramikpartikel verstärkt und dann mit einem einen 40 Mikron dicken Cermet-Schutzschild umhüllt wird.

Auch Wempe wartete 2015 mit dem Zeitmeister Sport Taucher Chronograph Cermet auf. Das Hightech-Material seiner Drehlünette: wiederum ein Mix aus Keramik und Metall, kurz Cermet genannt.  

Richard Mille und Cermet

Nun, im Jahr 2020 ist Richard Mille an der Reihe. Der neue Richard Mille RM 11-05 Automatic Flyback Chronograph GMT macht sich mit einem Glasrand aus grauem Cermet an insgesamt 140 Handgelenken breit. Dann endet die limitierte Edition dieses multifunktionalen Zeitmessers im gleichermaßen typischen wie faszinierenden Hightech-Look.

Die graue Cermet-Lünette sitzt auf einem Gehäusemittelteil aus TPT-Karbon. Hinter den drei Buchstaben verbirgt sich die so genannte Thin Ply Technology. Bei ihr legt eine Maschine harzdurchtränkte Karbonschichten jeweils aufeinander.

In einem Autoklaven wird das Ganze bei sechs bar Druck auf 120 °C erhitzt und gehärtet. Für die Herstellung des Cermet Glasrands hat Richard Mille intensiv mit der auf Mikrotechnologie spezialisierten Groupe IMI zusammengearbeitet.
Konkret ging es um die Ausmerzung elementarer Probleme im Zusammenhang mit diesem Werkstoff. Und zwar führt die unterschiedliche Dichte zwischen besagten keramischen und metallischen Materialien. Weil sie sich beim unabdingbaren Sintern leicht entmischen können, braucht es stabilisierende Zusätze. Übrigens verläuft der Vorgang des Backens wie bei homogenen Pulvern. Allerdings wird das Metall bei gleicher Presskraft stärker verdichtet wird als die Keramik.

Richard Mille RM 11-05 Automatic Flyback Chronograph GMT

Einige Impressionen der neuen Richard Mille Uhr

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Gesundheitsbewusst und richtlinientreu

Nickel und Kobalt, zwei Werkstoffe, welche in dieser Familie harter Werkstoffe häufig genutzt werden, schieden wegen der europäischen REACH-Richtlinien aus. Sie sollen Gesundheit und Umwelt vor den Risiken schützen, die durch Chemikalien entstehen können. An ihre Stelle tritt ein innovatives Sinterverfahren. Das Spark-Plasma Sintern verknüpft klassisches Heißpressen mit einer Reihe starker Stromimpulse, um beim Zusammenfügen der metallischen Zirkonium-Matrix mit Hochleistungskeramik die gewünschte Härte und Haltbarkeit zu gewährleisten. Am Ende liegt die Dichte bei 4.1 g/cm³ und damit unter der von Titan. Die Härte von 2.360 Vickers erreicht fast jene von Diamant, welche bei 2.400 Vickers liegt.

Störende Reflexe beim Ablesen der Indikationen verhindert ein beidseitig entspiegeltes Saphirglas. Abtauchen kann Mann (oder natürlich auch die Frau) mit der Richard Mille RM 11-05 Automatic Flyback Chronograph GMT bis zu 50 Meter. Will heißen: Ihre verschraubte tonneauförmige Schale widersteht dem Druck des Wassers bis zu fünf bar.

Cooperatives Uhrwerk

Aus Grade-5-Titan besteht der Sichtboden, durch den man auf das Automatikkaliber RMAC3 blickt. Wer seine Architektur nachvollzieht, erkennt ein Basiswerk von Vaucher in Fleurier. Für Richard Mille verändert das Mitglied der Parmigiani-Gruppe allerdings die Gestalt der durchbrochenen Hauptplatine. Sie, die Brücken und Kloben entstehen aus auch leichtem, aber sehr schwierig zu bearbeitendem Titan. Die Legierung setzt sich zusammen aus 90 Prozent Grade-5-Titan, 6 Prozent Aluminium und 4 Prozent Vanadium.

Die Dimensionen des Uhrwerks betragen 30,25 x 38,45 x 9,00 Millimeter (Breite, Länge, Höhe). Als Gangregler dient eine Unruh mit variabler Trägheit. Zusammen mit der Nivarox-Unruhspirale vollzieht sie stündlich 28.800 Halbschwingungen.

Echte Exklusivität bietet auch der skelettierte Kugellagerrotor. Er spannt die beiden seriell geschalteten Federhäuser in einer Drehrichtung. Dabei passen zwei bewegliche Schwingarme aus 18-karätigem Weißgold die Masseträgheit und somit auch die Aufzugsleistung der Dynamik des Trägers dieser Armbanduhr an. Nach Vollaufzug stehen rund 50 Stunden Gangautonomie zu Verfügung.

Funktionenvielfalt der Richard Mille RM 11-05 Automatic Flyback Chronograph GMT

Die Ansammlung verschiedener Zusatzfunktionen zeigt sich beim Blick auf die Vorderseite. Beim mechanischen Innenleben dieser Armbanduhr handelt es sich nämlich um eine modulare Konstruktion mit Flyback-Chronograph, 60-Minuten-Totalisator, Jahreskalender und zusätzlichem, per Drücker bei „9“ verstellbarem 24- Stunden-Zeiger. Beim Eintreffen in einer anderen Zeitzone muss der zentrale Stundenzeiger zusammen mit dem für die Minuten verstellt werden.

Auch hier lässt das Studium auf die Beteiligung eines kompetenten Partners schließen. Für Dubois-Dépraz spricht einmal die Bauweise des halbspringenden Großdatums. Den aktuellen Monat lässt ein zusätzlicher Zeiger mit markanter orangefarbener Pfeilspitze wissen. Er ist ebenfalls halbspringend ausgeführt und vollzieht pro Jahr einen Umlauf. Jeweils Ende Februar verlangt das Kalendarium nach manueller Korrektur. Typisch für den im Vallée-de-Joux beheimateten Spezialisten ist auch der bei „9“ rotierende 60-Minuten-Totalisator des Chronographen mit Kulissenschaltung. In diesem Fall dreht, man kennt es vom Montblanc Rieussec-Stopper, kein Zeiger, sondern eine entsprechend bedruckte Scheibe. Als Funktionskontrolle rotiert bei „3“ auch noch eine Permanentsekunde.

Aufmerksamkeit ist mit diesem komplexen Zeit-Boliden Richard Mille RM 11-05 Automatic Flyback Chronograph GMT am Handgelenk also garantiert. 

Über den Autor

Gisbert L. Brunner

Uhrensammler seit 1964 Journalistische Tätigkeit in Sachen Uhren seit 1981 Autor und Co-Autor von mehr als 30 Büchern über Armbanduhren und namhafte Uhrenmarken

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