Uhrmacherei der Extraklasse von Greubel-Forsey und Richard Mille
Richard Mille und Greubel-Forsey zeigen den Luxus ultimativer Uhrmacherei

Die Grande Sonnerie von Greubel-Forsey und der Richard Mille 50-03 Tourbillon McLaren F1 sind Zeitmesser der technischen Extraklasse. So außergewöhnlich wie die Uhren ist allerdings auch ihr Preis.

Richard Mille und Greubel-Forsey zeigen den Luxus ultimativer Uhrmacherei

Die "Grande Sonnerie" von Greubel-Forsey gilt als eine Königin der Komplikationen. Dahinter stehen 11 Jahre Entwicklungsarbeit

Ein außergewöhnlicher Blickfang fürs Handgelenk

Mann wird ja wohl noch träumen dürfen – zum Beispiel von besonderen Manufaktur-Uhren wie diesen beiden exklusiven Uhren. Jede kostet mehr als eine Million Euro. Nichts für Normalsterbliche also, sondern etwas für Zeit-Genossen, die das besonders Exklusive, extrem Teure und deshalb ungemein Seltene zum Maß ihrer bescheidenen Ansprüche machen. Exakt diese Klientel haben die beiden relativ jungen Marken Greubel-Forsey und Richard Mille im Auge. Uhrmacherische Alltagskost ist für die inhabergeführten Unternehmen ein Fremdwort. Sie haben das Außergewöhnliche im Blick und damit ausgesprochen gut betuchte Menschen, welche ihr Handgelenk mit nicht alltäglichen Zeitmessern schmücken wollen.

Erfolgreich mit zwei unterschiedlichen Konzepten

Natürlich muss man fürs viele Geld auch einiges bieten. In dieser Hinsicht sind die hier vorgestellten Zeit-Boliden grundverschieden. Robert Greubel und Stephen Forsey haben der kostbaren Zeit ein betörend klingendes, jedoch eher klassisches Gesicht verliehen. Richard Mille zelebriert hingegen die ungemeine Leichtigkeit des chronometrischen Seins durch einen Weltrekord. Wovon Mann nun träumt, bleibt ihm nach der Vorstellung der höchst unterschiedlichen Kreationen selbst überlassen. „Ein Auto muss man erst träumen“, hat Enzo Ferrari einmal gesagt. Uhren wie diese logischer Weise auch.

Klangvolles Stück Zeit

Der Kunst des Erfindens haben sich Robert Greubel und Stephen Forsey verschrieben. Die neueste Schöpfung Greubel Forsey Grande Sonnerie der in La Chaux-de-Fonds angesiedelten Manufaktur blickt auf elf Jahre Forschung Entwicklung zurück. Für ein Exemplar dieser außergewöhnlichen „Grande Sonnerie“ Minutenrepetition sind insgesamt 935 Komponenten erforderlich. Ihr funktionales Zusammenspiel bewirkt zwei unterschiedliche, vom Besitzer selbstverständlich individuell wählbare und selbstverständlich auch abstellbare Schlagwerk-Modi: Die Grande Sonnerie verkündet die Stunden und Viertelstunden „en passant“, also selbsttätig. Petite Sonnerie, also das Kleine Schlagwerk beschränkt sich hingegen auf die akustische Darstellung allein der vollen Stunden.

Mit Minutenrepetition

Wer die aktuelle Zeit minutengenau hören möchte, kann sich der ebenfalls integrierten Minutenrepetition bedienen. Damit das Ganze klanglich auch wirklich zu Herzen geht, schlagen die kleinen Hämmer auf extra lange Tonfedern vom Typ „Kathedral“. Nicht weniger als elf Sicherheitsmechanismen sorgen dafür, dass falsches Handling keinen Schaden anrichten kann. Selbstverständlich agiert der „Tempomat“, welcher für Gleichförmigkeit beim Ablauf der Schlagfolge sorgt, geräuschlos. Nach Vollaufzug des Schlagwerks-Federspeichers ertönt die Grande Sonnerie rund zwanzig Stunden lang. Das koaxial dazu positionierte Zeit-Federhaus hält die Uhr mit geneigtem 24-Sekunden-Tourbillon (86 Teile, 0,37 Gramm) und drei Hertz Unruhfrequenz rund 72 Stunden am Laufen. Neben den Stunden, Minuten und Sekunden zeigt das 43,5 Millimeter große und 16,13 Millimeter hohe Oeuvre die verbleibende Gangreserve von Geh- und Schlagwerk sowie den Schaltzustand der Sonnerie an. Die Wasserdichte der Titan-Gehäuseschale reicht bis zu drei bar Druck.

Greubel Forsey Grande Sonnerie

Pro Jahr entstehen maximal acht dieser klangvollen Uhren. Exklusivität ist also gewährleistet. Nicht zuletzt beim Preis, denn dieser liegt bei ca. 1.350.000 Euro. Immerhin ist da die Mehrwertsteuer schon drin.

Greubel Forsey Grande Sonnerie

Die filmischen Nahaufnahmen zeigen, wie kunstvoll diese Uhr gebaut ist – und welch schöner Klang vom Schlagwerk erzeugt wird. 

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Ultra-Leichtgewicht

“Ich erinnere mich an einen Kunden“, sagte Richard Mille letztes Jahr bei einem Interview, „dem ich unsere erste Voll-Titan-Konstruktion präsentierte. Er fragte mich, warum das so leicht sei. Das habe doch gar keinen richtigen Wert, denn der verknüpfe sich mit schweren Objekten. Ein paar Jahre später hatten wir eine Uhr in Platin und der gleiche Kunde wollte wissen, warum die so schwer und unkomfortabel sei. Viele unserer Kunden sind leidenschaftliche Uhrenliebhaber und folgen dem, was wir machen. Mit der Zeit wächst das Wissen, aber auch der Anspruch.“

Fliegengewicht aus Titan und Karbon

Zum Beispiel auf ultraleichte Uhren fürs Handgelenk. Mit der Nadal-Edition hatte der clevere Franzose so etwas schon im Programm. Der auf seiner Art und Weise bahnbrechende Richard Mille RM 50-03 Tourbillon Schleppzeigerchronograph ultralight McLaren F1 wird weltweit 75 Mechanik-Freaks mit dem nötigen Budget beglücken. Das Handaufzugswerk mit Drehgang, Rattrapante, 30-Minuten-Totalisator, Gangreserve-, Drehmoments- und Funktionsanzeigemisst 31,10 x 32,15 x9,92 mm(Höhe). Ungeachtet seiner vielen Funktionen wiegt es lediglich sieben Gramm. Der anspruchsvolle Trick für solche Leichtigkeit: Hightech-Materialien und extreme Skelettierung. Trotzdem hält der Mikrokosmos Belastungstests von bis zu 5.000 g problemlos stand.

Innovative Technologien

Die Platine, Brücken und Kloben des Uhrwerks bestehen aus stabilem Grade-5-Titan, will heißen einer Legierung aus 90 Prozent Titan, 6 Prozent Aluminium und 4 Prozent Vanadium. Einige Brücken der zeitschreibenden Mechanik lässt Richard Mille analog zum Gestell, welches den gesamten Mikrokosmos birgt, aus TPT-Karbon produzieren. Bei der Thin Ply Technology legte eine Maschine maximal 30 Mikron dicke und mit einem Harz durchtränkte Karbonschichten abwechselnd jeweils um 45 Grad gedreht aufeinander. In einem Autoklaven wird das Ganze bei sechs bar Druck auf 120 °C erhitzt und so gehärtet. Hierfür hat Partner McLaren Applied Technologies nichtnur zahlreiche Qualitätskontrollen und Prüfverfahren durchgeführt, sondern auch passende Lösungen zur Herstellung dieses exklusiven Werkstoffs beigesteuert.Durchdie Befestigung des Gestells direkt am Gehäusemittelteilaus dem gleichen Material war -ein wichtiger Beitrag zur Gewichtsersparnis- der sonst übliche Werkhalterahmen verzichtbar.

Die Summe dieser technischen Lösungen lassen das komplexe Uhrwerk mit bemerkenswerter Gewichts-Stabilitäts-Relation Belastungstests von 5.000 g problemlos aushalten. Für das Kaliber RM 50-03 haben die Techniker einen neuartigen Schleppzeigermechanismus mit geändertem Design der beiden Zangen entwickelt.Die übliche Feder im Rad für den Einholzeiger wurde durch eine Klinge ersetzt, was Drehmomentschwankungen bei aktivierter Funktion reduzieren soll. Das Schaltrad des Chronographen hat statt bisher acht nur noch sechs Säulen.

Eine Million, die nicht ins Gewicht fällt

Schließlich verwendet Mille so genannte „Spline“-Schrauben aus Titan. Diese erlauben eine bessere Kontrolle beim Festziehen. Glasrand und Boden der hoch belastbaren und bis fünf bar wasserdichten Schale im typischen Richard Mille-Design sind mit Graph TPT versehen. Durch die Zugabe von Graphen, einem revolutionären Nano-Material, sechsmal leichter und 200-mal stabilerals Stahl konnten die physikalischen Eigenschaften des weiter oben beschriebenen TPT Karbon deutlich optimiert werden. Das von der BIWI SA zugelieferte Kautschukband besitzt zur Verbesserung der elastischen Qualitäten sowie der Verschleißfestigkeit ebenfalls Graphen-Anteile. Kurzum: Den Kaufpreis von mehr als einer Million Euro wird man am Handgelenk hinsichtlich ihres Gewichts somit kaum spüren. Ultraleichter Auftritt hat nun einmal seinen Preis.

Weitere Spezifika des Uhrwerks:

  • Minutentourbillon,
  • Käfigdurchmesser 12,40 mm,
  • Unruh mit variabler Trägheit, Durchmesser 10 mm,
  • Unruhfrequenz drei Hertz.
  • Drehanzeige, welche Informationenliefert überden Spannungszustand der Zugfeder. Funktionsindikation bei„4“: W (Winding – Aufziehen), N (Neutral) und H (Hands – Zeiger).
  • Schnell rotierendes Federhaus. Eine Umdrehung dauert nur sechs Stunden. Modularer, also außerhalb des Werks positionierter Zeigerstellmechanismus am Gehäuseboden zum schnelleren Austausch im Servicefall.

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