Chopard Mille Miglia GTS Azzurro
Zwei Azurro-blaue Rallye-Uhren von Chopard

Obwohl die ursprünglich für 13. bis 16. Mai 2020 anberaumte Oldtimer-Rallye Mille Miglia wegen Covid-19 in den Oktober verschoben wurde, präsentiert Hauptsponsor Chopard zwei azurblaue Modelle, die dem sportiven Ereignis huldigen. Eine der beiden Armbanduhren besitzt ein zugekauftes Uhrwerk mit Chronograph, die andere eine Manufaktur-Automatik mit Gangreserveanzeige.

Zwei Azurro-blaue Rallye-Uhren von Chopard

Zwei neue Mille Miglia Modelle von Chopard: "GTS Azzurro"

Ein Mai ohne Mille Miglia, aber mit Chopard 

Einer alten Spruchweisheit zufolge macht der Mai alles neu. Genau das tut der Wonnemonat im Jahr 2020 definitiv nicht. Das Coronavirus hat die Welt fest im Griff. Auch die der Uhren und der Oldtimer. In Italien, das besonders unter der Krise leidet, wird deshalb die Mille Miglia nicht wie gewohnt im Mai stattfinden. Als Ausweichtermin ist für die legendäre Oldtimer-Rallye nun der Oktober angedacht. Ob sie schließlich im goldenen Monat tatsächlich stattfinden kann, wird die Entwicklung der Pandemie zeigen. Brescia am Südende des Gardasees, wo das beliebte Ereignis üblicher Weise unter hohem Publikumsandrang startet, liegt nämlich in der am stärksten von Covid-19 betroffenen Region. Und Gesundheit geht bekanntlich vor Vergnügen.

Als Hauptsponsor seit der Mille Miglia-Renaissance im Jahr 1988 stellt Chopard den teilnehmenden Fahrern Jahr für Jahr eine spezielle Armbanduhr zur Verfügung. Wer nicht zu den Glücklichen gehört, die am Steuer eines der Oldtimer sitzen, kann einen der in limitierter Edition hergestellten Zeitmesser käuflich erwerben.

Trotz der Verschiebung des bewegenden Ereignisses lancieren Co-Präsident Karl-Friedrich Scheufele und sein Team zwei Editionen einer neuen Mille Miglia-Armbanduhr. Wie der Name „GTS Azzurro“ bereits andeutet, bringen die beiden Zeitmesser einen ausdruckstarken Farbtupfer ans Handgelenk. Die Begründung für das markante Blau liefert der Autonarr höchstpersönlich:

Wir haben das spezielle Azzurro für die Zifferblätter der neuen Mille Miglia GTS Kollektion einerseits wegen der Schönheit der Farbe ausgewählt. Zum anderen wurden diese Blautöne in der Vergangenheit oftmals zur Lackierung einiger der bedeutenden Rennwagen-Klassiker benutzt.

Karl-Friedrich Scheufele

Co-Präsident, Chopard

Gestalterische Gemeinsamkeiten

Beide Newcomer, der „Mille Miglia GTS Azzurro Chronograph“ und die „Mille Miglia GTS Azzurro Power Control“ weisen Designelement aus der automobilen Welt auf. Zum Beispiel besitzen die Stahlgehäuse Flanken, deren Rippen an die Kolben eines Motors erinnern. Die Kurven handgearbeiteter Karosserieteile finden sich in den sanft gewölbten Bandanstößen wieder.

Vom verchromten Tankdeckel eines Rennwagens ist die großzügig bemessene Aufzugs- und Zeigerstellkrone abgeleitet. Des Weiteren sind die rutschfesten Rautenmuster auf den Drückern des Chronographen den Pedalen manchen Boliden nachempfunden. Schließlich hat sich Chopard auch bei den Armbändern vom Motorsport inspirieren lassen. Herausgekommen ist die Kombination des perforierten Leders früher Fahrerhandschuhe mit Kautschuk.

Das dem Handgelenk zugewandte Rillenmuster eines Dunlop Rennreifens vermeidet schweißgetriebenes Aquaplaning.  

Eine Mille Miglia braucht eine Stoppfunktion

Mit dem „Mille Miglia GTS Azzurro Chronograph“ wendet sich Chopard an Liebhaber einer vielseitig nutzbaren Stoppfunktion. Im Inneren des 44 Millimeter großen, 13,8 Millimeter hohen und bis zehn bar wasserdichten Stahlgehäuses tickt ein robuster Klassiker mit vier Hertz Unruhfrequenz. Das Zifferblatt-Layout mit Permanentsekunde bei „9“, 30-Minuten-Zähler bei „12 und gegenüber liegend einem 12-Stunden-Totalisator weist unmissverständlich auf ein Valjoux/Eta 7750 oder das nahezu baugleiche SW 500 von Sellita hin. Die Uhrmacher assemblieren es aus 240 Komponenten. Der rote-weiße Mille-Miglia-Pfeil umrahmt das Fensterdatum.

Ein einseitig wirkender Kugellagerrotor sorgt beim Tragen für kontinuierlichen Energienachschub. Bei prall gefülltem Federhaus beträgt die Gangautonomie ca. 48 Stunden. Die Präzision des zeitschreibenden Mikrokosmos mit Kulissenschaltung und Schwingtrieb-Kupplung betätigt ein amtliches Chronometerzeugnis der COSC. Zusammen mit dem Chronographen erlaubt die Tachymeterskala im blauen Aluminium-Inlay der Lünette das Erfassen von Durchschnittsgeschwindigkeiten über einen Kilometer oder eine Meile hinweg.

Im massiven Gehäuseboden findet sich die Gravur „Brescia > Roma > Brescia’“ sowie eine Zahl von 1 bis 750. So viele Exemplare entstehen von diesem blauen Armbandstopper. Sein Preis liegt bei unverbindlichen 7.360 Euro

Mille Miglia GTS mit Tankuhr

Keinen Stopper, dafür jedoch eine sektorale Tankuhr, sprich Gangreserveanzeige besitzt die auf 500 Exemplare limitierte „Mille Miglia GTS Azzurro Power Control“. Ihr Innenleben namens 01.08C besteht aus 251 Bauteilen und entstammt hauseigener Fleurier-Ebauches-Manufaktur. Stündlich vollzieht seine Unruh 28.800 Halbschwingungen. Wie es um den ein einem Federhaus gespeicherten Energievorrat steht, lässt ein Zeiger bei „9“ wissen. Vor dem Einbau in das 43-mm-Gehäuse muss jedes der 28,8 mm großen und 4,95 mm hohen Automatikwerke zur Chronometer-Prüfstelle COSC.

Nach der zertifizierten Rückkehr findet es in eine Schale mit 43 Millimeter Durchmesser, 11,4 Millimeter Bauhöhe sowie Glasrand und Krone aus Roségold. Abtauchen kann Mann mit diesem Zeitmesser bis zu 100 Meter. Der Sichtboden trägt die Inschrift “Brescia > Roma > Brescia” und die individuelle Nummer der Limitierung. Zu haben ist diese sportive Referenz 168566-6002 für 9.640 Euro.

Über den Autor

Gisbert L. Brunner

Uhrensammler seit 1964 Journalistische Tätigkeit in Sachen Uhren seit 1981 Autor und Co-Autor von mehr als 30 Büchern über Armbanduhren und namhafte Uhrenmarken

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