Nomen est Omen
Speake-Marin Ripples, der Name für diese neue Armbanduhr, kommt nicht von ungefähr. Er resultiert aus jener wellenförmigen Struktur, welche das Zifferblatt dieses Zeitmessers kennzeichnet. Beim Betrachten der Fotos fällt es nicht ganz leicht, sich spontan in diesen tickenden Newcomer zu verlieben. Aber das ändert sich recht schnell, wenn man ihn ans Handgelenkt legt. Dort macht er tatsächlich Bella Figura.
Mit 40,3 Millimetern ist der Durchmesser durchaus moderat. Dank eines Automatikwerks mit Mikrorotor hält sich die Bauhöhe ebenfalls in überschaubaren Grenzen. Hinsichtlich des Auftritts am Handgelenk möchte die kleine aber feine Schweizer Manufaktur mit ihrer Ripples das beliebte und begehrte Spektrum luxuriöser Zeit-Eisen ergänzen. Will heißen, Chopard Alpine Eagle, Patek Philippe Aquanaut, Lang & Heyne Hektor, A. Lange & Söhne Odysseus, Vacheron Constantin Overseas, Piaget Polo S, Audemars Piguet Royal Oak, Parmigiani Fleurier Tonda PF erhalten einen weiteren Mitbewerber.

Spontaner Erfolg
Dass die Ripples während der Watches & Wonders 2022 ganz spontan punkten konnte, ergibt sich aus der Tatsache, dass alle 100 Exemplare am Ende der Uhrenmesse vergriffen waren. Dieser Sachverhalt ist nicht nur der Optik geschuldet, sondern auch dem hohen Tragekomfort. Mit ihrem geschmeidigen dreireihigen Gliederband liegt die Ripples sehr bequem am Handgelenk. (Die ganze Speake-Marin Markengeschichte sowie Infos zur limitierten Ripples Anniversary Edition mit goldenem Zifferblatt gibt es hier)


Nichts auszusetzen gibt es auch an der eigens entwickelten. Doppel-Faltschließe. Ebenfalls nicht ohne Grund hat Speake-Marin die markante Sichtboden-Schale La City getauft. Ihre Kombination aus runden und eckigen Gestaltungselementen soll an den Londoner Finanzdistrikt erinnern. Architektonisch bilden hier moderne Wolkenkratzer eine Synthese mit den Überresten traditionsreicher Gassen. Salopp könnte man hinsichtlich des Designs auch von einer Quadratur des Kreises sprechen.

Die Bezüge zum British Empire stellen auch eine Hommage an Peter Speake-Marin dar, jenen 1968 im englischen Essex geborenen Uhrmacher, der die Marke 2002 ins Leben gerufen hatte. Ab 2012 hieß die Eigentümerin und zugleich auch Chefin Christelle Rosnoblet. Die wohlhabende Unternehmerin und Uhrenliebhaberin investierte in die Mechanik-Autonomie von Speake-Marin und ließ Peter ab 2015 eigene Kaliber entwickeln. Gleichwohl trennten sich 2017 die Wege. Seitdem agiert Speake-Marin ohne Peter. Neben Christelle Rosnoblet als CEO nimmt Christian Bartosch die Aufgaben des COO wahr. Der deutsche Manager mit Erfahrungen u.a. bei Piaget und Baume & Mercier lieferte wichtige Impulse zur Kreation besagter Ripples, welche Tradition und Zukunft in einer Armbanduhr verknüpft.

Wiedererkennungswert
Neben dem markanten Flankenschutz für die Krone und dem Rippen-Zifferblatt sticht vor allem die ungewöhnlich positionierte kleine Sekunde ins Auge. Die ganz bewusst gewählte Anordnung zwischen „1“ und „2“ ist beileibe keine Eintagsfliege. Sie wird künftig bei den hauseigenen Uhrwerken öfter zu sehen sein und so den Wiedererkennungswert der Speake-Marin signierten Armbanduhren steigern. Perfekt auf die Proportionen des Zifferblatts mit aufgesetzten Strichindexen abgestimmt sind die im so genannten Poire (Birne) Stil ausgeführten Zeiger. Die Sitze jenes für die Stunden weckt Assoziationen zum großen Pendant der Turmuhr des Londoner Big Ben.

Hauseigene Zeit-Mechanik
Noch ein paar Worte zum hauseigenen Mikrorotor-Kaliber SMA03-T. Dessen Konstruktion erfolgte im Kanton Neuchâtel bei dem ebenfalls zu Christelle Rosnoblets Uhr-Imperium gehörenden Le Cercle Des Horlogers. Im Gegensatz zu den anfänglichen Speake-Marine-Werken mit unterschiedlichen Zusatzfunktionen oszilliert der Gangregler hier mit den verbreiteten vier Hertz. Diese Frequenz gewährleistet gute Regulierbarkeit und Langzeit-Stabilität in ganz unterschiedlichen Lagen. Bis zu 52 Stunden kommt diese neue Zeit-Mechanik ohne Energienachschub aus.

Eine der großen Herausforderungen für die Uhrmacher bestand im Winkelhebel samt Feder. Sie mussten den Umschaltmechanismus zwischen manuellem Aufzug und Zeigerstellung so gestalten, dass er nicht ins Gehege kommt mit der durchs Zifferblatt reichenden Welle des Sekundenrads, die den schlanken Sekundenzeiger trägt,
Speake-Marin Ripples
Als Taucheruhr hat Speake-Marin die Ripples bewusst nicht konzipiert. Und es ist davon auszugehen, dass die künftigen Besitzerinnen und Besitzer solches auch nicht vorhaben. Mit dieser Uhr ist man in Bars und Restaurants, im Theater- oder Konzertsaal, im Büro, auf der Yacht oder bei der Ausfahrt im Cabrio bestens gekleidet. Ein Sprung in den Pool schadet ebenfalls nicht, denn die Wasserdichte reicht bis zu fünf bar. Wer nun Gefallen findet an dem neuesten Erzeugnis von Speake-Marin, muss nur noch sehen, wo und wie sich ein Exemplar zum Preis von rund 24.000 Euro ergattern lässt.

0 Kommentare
Trackbacks/Pingbacks