Chronographische Hommage an Ferdinand Alexander Porsche

Porsche Design Chronograph 1 – 1972 Limited Edition: Das schwarze Jubiläum.

Vor 50 Jahren gestaltete Ferdinand Alexander Porsche seine erste Armbanduhr. Wegen seines schwarzen Outfits schrieb der Stopper mit Zifferblatt im Instrumentenlook und rotem Chronographenzeiger Geschichte. Zum Jubiläum gibt es 500 Retro-Exemplare der Porsche Design Chronograph 1 – 1972 Limited Edition Ref. 6041.7.01.001.01.5. Jedes Exemplar kostet 6.972 Euro.

von | 18.01.2022

Schwierige Uhren-Ära

Eine Jubiläumsedition zum 50. Geburtstag einer Uhr – wie im Falle der Porsche Design Chronograph 1 – 1972 Limited Edition – ist etwas Besonderes, denn sie steht für den dauerhaften Erfolg der Uhr. Wegen ihres außergewöhnlichen Auftritts konnte sie nicht einmal jene massive Krise aus der Bahn werfen, welche die Uhr-Schweiz beim Lancement erfasste. Düstere Wolken am östlichen Horizont hatten sich schon in den späten 1960-er Jahren abgezeichnet.

Das damit einhergehende Gewitter sollte die erfolgsverwöhnten und deshalb träge gewordenen Hersteller mechanischer Zeitmesser einmal mehr bis ins Mark erschüttern. In den 1970-er Jahren führte die Quarz-Revolution am Handgelenk nämlich zu einem veritablen Desaster. Konkret erlitten die Schweizer Uhrenexporte 1971 erstmals seit 15 Jahren einen stückzahlmäßigen Rückgang um 1,8 Prozent. Selbiger verknüpfte sich jedoch auch mit einer deutlichen Aufwertung des Schweizerfrankens. Bei Stoppuhren verzeichneten die Fabrikanten ein quantitatives Minus von 13 Prozent. Die damit verknüpften Umsätze reduzierten sich um elf Prozent.

Schweizer Uhrenindustrie Betriebe 1970 2017 C GLB Uhrenkosmos

Entwicklung der Anzahl Schweizer Uhrenbetriebe ab 1970

1974 arbeiteten allein in Biel noch 6.788 Uhrmacher. Im Laufe der kommenden Jahre ging diese Zahl massiv zurück. Bis 1980 sank die Zahl in der zweisprachigen Uhrenstadt um 41,1 % auf 3981 Beschäftigte. Ähnliche Verhältnisse herrschten auch in den anderen eidgenössischen Uhrenmetropolen und -regionen.
Schweizer Uhrenindustrie Arbeitskraefte 1970 2017 C GLB Uhrenkosmos

Rapide Abnahme der Beschäftigten in der Schweizer Uhrenindustrie

Anders als andere

Exakt in dieser bewegenden Epoche, als der Ölpreisschock auch die Autoindustrie massiv erschütterte, betrat Ferdinand A. Porsche zeitschreibendes Neuland. Der gestalterische Vater des legendären Porsche 911, dessen Familie sich im Zuge des Börsengangs aus operativen Tätigkeiten in der Zuffenhausener Sportwagenschmiede zurückgezogen hatte, suchte nach neuen Herausforderungen.

Ferdinand Alexander Porsche Modell 911

Ferdinand Alexander Porsche und der von ihm gestaltete Porsche 911

Und die sah er in der Gründung eines Studios zur Produktgestaltung. Zu den ersten Auftraggebern gehörte das weiterhin mehrheitlich im Familienbesitz befindliche Auto-Unternehmen. Für Jubiläen und Ruhestandsversetzungen verdienter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigte die Porsche AG angemessene Geschenke. Für „Eff-A“, der sich um das Thema Uhren kümmern sollte, kam Elektronik nicht in Betracht. Und das, obwohl Digitaluhren mit grellen roten LED-Anzeigen gerade als letzter Schrei galten.

Kojak und James Bond mit Hamilton Pulsar

Voll im Trend: Quarzuhren mit digitaler Anzeige. Hier die Hamilton Pulsar am Handgelenk von Lieutenant Kojak und James Bond 007

So James Bond 007 blickte im Streifen Leben und Sterben lassen auf eine digitale Hamilton Pulsar. Das gleiche Modell setzte auch Lieutenant Kojak per Knopfdruck publikumswirksam in Szene. F. A. Porsche beeindruckte der Quarz-Hype jedoch nicht. Sein nachgerade visionäres Credo: zu klobig, nicht unbedingt verlässlich und wenig nachhaltig.

Ein Quarzwerk hätte niemals zur Funktionalität und Robustheit meiner Uhr gepasst. Denn zum Beispiel musste sie unterwegs auf Expeditionen ohne Batterie auskommen.
Ferdinand Alexander Porsche

Produktgestalter, Porsche Design

In diesem Sinne schwebte dem 37-Jährigen schon 1972 ein vermeintlich reaktionärer Armband-Chronograph mit mechanischem Innenleben vor. Durch die Summe innovativer und keineswegs alltäglicher Gestaltungselemente wirkte die noch im gleichen Jahr zu Papier gebrachte Kreation auf provokante Weise schmucklos.
Damals ging es mir darum, eine Uhr zum Auto zu kreieren. Schwarz wie die Tachometer und Drehzahlmesser des 911er, weil das beim Ablesen nicht blendet. Außerdem meine ich, dass man nichts verpacken sollte, von dem man nicht weiß, was in ihm steckt. Man muss sich ganz bewusst mit der Funktion des jeweiligen Objekts befassen und damit wachsen.
Ferdinand Alexander Porsche

Designer, Porsche Design

Porsche 911 Targa Cockpit und Porsche Desgn Chronograph von 1973

Dank Butzi Porsche findet das Porsche 911 Cockpit ab 1973 ans Handgelenk. Abgebildet ist die zweite Generation des Porsche Design Chronographen mit dem Markenlogi am Zifferblatt.

Im Mittelpunkt gestalterischer Interessen stand dabei logischer Weise das Zifferblatt. Schließlich trägt jene Scheibe, vor der die Zeiger drehen, rund 80 % zum Gesamteindruck von einer Uhr bei.

Designentwurf und der Porsche Design Chronograph von 1973

Gut Dign braucht Weile. 1972 kreierte Ferdinand Alexander Porsche seinen ersten Chronographen. Ende 1973 standen erste Exemplare für Firmenangehörige zur Verfügung. Ab 1974 konnte man diese Armbanduhr käuflich erwerben. Bei der ersten Generation stand am Zifferblatt noch der Herstellername Orfina zu lesen.

Vom Design zur Uhr

Als der vom exakt 50 Jahre zuvor gegründeten Uhrenlabel Orfina produzierte Porsche Design Chronograph mit dem soeben vorgestellten Automatikkaliber Valjoux 7750 ab 1974 für 695 Mark in den Schaufenstern lag, schüttelten etliche ungläubig den Kopf. Für weniger, nämlich rund 580 Mark gab es schon eine Rolex Oyster Perpetual Air King mit Stahlband. Etwa 720 Mark kostete die Rolex Submariner Taucheruhr. Größte Ablehnung und Häme stand in einer englischen Zeitung zu lesen. „Der Chronograph von Porsche Design ist nur auf einer Beerdigung tragbar.“ Und es folgte der wohlmeinende Ratschlag, dass Porsche gefälligst bei seinem Leisten bleiben und sich auf den Bau schneller Automobile konzentrieren möge.

Porsche Design Kaliber Valjoux 7750 1974

Der Porsche Design Chronograph von Orfina gehörte zu den ersten mit dem 1973 lancierten Automatikkaliber Valjoux 7750 ausgestatteten Armbanduhren

Ferdinand A. Porsche, der seinen durchaus sturen Kopf beim Design durchgesetzt hatte, focht das alles nicht an. Aller Unkenrufe zum Trotz reüssierte der schwarze Stopper. Als ihn auch noch als Mario Andretti, Emerson Fittipaldi, Ronnie Peterson, Clay Regazzoni und Carlos Reutemann ans Handgelenk schnallten, entwickelte er sich zu einem echten Renner.

Clay Regazzoni Porsche Design Chronograph 3

Die Tatsache, dass bekannte Rennfahrer wie Clay Regazzoni auf einen Porsche Design Chronographen blickten, brachte einen immensen Popularitätsgewinn

Fast schon wie Pilze schossen Nachahmungen aus dem Boden. Was bekannten Formel-1-Größen recht war, erachteten uhrenaffine Porschefahrer und Flugzeugpiloten nur als billig. Insgesamt rund 50.000 verkaufte Exemplare der schnörkellosen und auch deshalb bestens ablesbaren Tool-Watch sprechen diesbezüglich für sich.
Schnelle Autos dulden keinen gestalterischen Firlefanz, sondern bedingen rasches und vor allem sicheres Ablesen in den unterschiedlichsten Situationen.
Ferdinand Alexander Porsche

Produktgestalter, Porsche Design

Letztgenanntes Credo verlangte nach heller, also stark kontrastierender Indexierung auf schwarzem Grund. Und der charakteristische rote Zeiger des Sekundenchronographen korrespondierte verblüffend mit den Pendants des Drehzahlmessers oder Tachometers.  Zusammen mit dem zentralen Stoppzeiger gestattete die Tachymeterskala rund ums Zifferblatt das unkomplizierte Ermitteln von Durchschnittsgeschwindigkeiten über einen Kilometer oder eine Meile hinweg.    

Porsche Design Chronograph Signatur 1. und 2. Generation

An der Signatur Orfina erkennt man die 1. Serie. Die 2. Generation trägt das Porsche Design Logo am Zifferblatt.

Vive la difference!

Die Rückblende verlangt natürlich auch hier nach differenzierender Betrachtung: Wohl Ende 1973 stellte Orfina einige Armbanduhren mit allerersten Exemplaren des gerade aus dem Prototypenstadium getretenen Automatikkalibers Valjoux 7750 fertig. Erst 1974, als endlich auch die Serienproduktion startete, erfolgte die Belieferung des Fachhandels. Die Ur-Edition des gut 40 mm messenden Stoppers mit Mineralglas lässt sich leicht erkennen an den beiden Signaturen Orfina und Porsche Design über bzw. unter den Zifferblattausschnitten für Wochentag und Datum. Auf der Krone fand sich bereits das erste Porsche Design-Logo. Letzteres und der Schriftzug Porsche Design an gehabter Stelle kennzeichnen die zweite Version. Auch nach dem Start der Zusammenarbeit mit IWC offerierte die Orfina weiterhin den Porsche Design Chronographen im altbekannten Design.

Porsche Design Chronograph Valjoux 7750 versus Lemania 5100

Bei oberflächlicher Betrachtung sehen sich die Porsche Design Chronographen Typ Valjoux 7750 und Lémania 5100 zu Verwechseln ähnlich. Genaueres Hinsehen offenbart die Unterschiede. Das in der 1978 vorgestellten Referenz 7176 verbaute Kaliber Lemaina 5100 besitzt bei "12" ein 24-Stunden-Zifferblatt sowie einen zentralen 60-Minuten-Zähler.

Nach der Vorstellung des Automatikkalibers Lémania 5100 im Jahr 1978 stattete der Etablisseur die F.A. Porsche Kreation mit dem vom Omega 1045 abgeleiteten Economy-Uhrwerk aus. Erkennbar sind diese Zeitmesser am zentralen 60-Minuten-Totalisator und einem zusätzlichen 24-Stunden-Zeiger dort bei der „1“, wo beim Valjoux 7750 der 12-Stunden-Zähler dreht. Permanentsekunde, 30-Minuten-Totalisator, Wochentags- und Datumsfenster befinden sich indessen jeweils an der gleichen Stelle.

Hinsichtlich der verschiedenen Versionen sind Fans betagter Porsche Design-Chronographen geteilter Meinung. Ein Teil schwört auf das klassische Erstlingswerk mit dem 7750, andere schätzen die spezielle Funktionalität des seit 2002 nicht mehr produzierten 5100. Weil die Beschichtungstechnologie seinerzeit noch weit entfernt war von aktuellen Standards, nutzte sich die Farbe nach Jahren intensiven Tragens merklich ab. Schwarz mutierte allmählich zu Grau. Dem Reiz dieser Armbanduhr tat und tut das aber keinen Abbruch. Geteilter Meinung kann man in diesem Zusammenhang über eine neue Beschichtung des stählernen Gehäuses und Gliederbands sein.

Porsche Design Chronograph 2. Generation C Uhrenkosmos

Diesem ca. 1976 hergestellten Porsche Design Chronographen der 2. Generation sieht man viele Jahre am Handgelenk deutlich an. Die schwarze Beschichtung ist stark abgerieben

Comeback unter neuen Vorzeichen

Die 1976 gestaltete Kompassuhr führte Ferdinand A. Porsche und IWC ab 1978 für 20 Jahre zusammen. 1998, drei Jahre zuvor hatten Ferdinand A. Porsche und sein Sohn Oliver, ein passionierter Uhrensammler die Schweizer Traditionsmarke erworben, feierte der technisch optimierte, optisch jedoch unangetastete Porsche Design Chronograph 1 sein Comeback. Erhältlich im Fachhandel für 3.600 DM oder umgerechnet 1.840 Euro.  

Porsche Design Chronograph 25 Years 1998 Ref. 6625.11 C Uhrenkosmos 1

25 Jahre nach der Fabrikation erster Exemplare des Porsche Design Chronographen brachte Eterna 1998 Exemplare der Referenz 6625.11 mit dem Kaliber Valjoux 7750 auf den Markt. Der Stahlboden trägt die Signatur F.A. Porsches

Porsche Design Chronograph 6625.11 1978 Chrono24 2022 C Uhrenkosmos

Nichts falsch gemacht: Wer sich 1998 einen der 1998 Jubiläums-Chronographen von Porsche Design, Referenz 6625.11 gekauft hat, darf sich freuen. Wie das aktuelle Marktgeschehen bei Chrono24 belegt, käme der damalige Kaufpreis auf jeden Fall wieder in die Kasse

Unverwechselbares Kennzeichen der auf 1998 Exemplare limitierten und sehr schnell ausverkauften Re-Edition in Edelstahl mit matter und wirklich haltbarer Schwarzchrom PVD-Beschichtung ist die Signatur des Designers auf Gehäuseboden und Ursprungszeugnis. Wer sich damals ein Exemplar der Referenz P.6625.11  –  25 Years zugelegt hat, kann und darf sich freuen. Am Certified Pre-Owned Markt kosten  gut erhaltene Exemplare mehr als vor 24 Jahren. Damals zu spät Gekommene konnten sich mit einer unbeschichteten Edelstahl-Version des P011 trösten. Überdies präsentierten Eterna und Porsche Design eine gleichermaßen leichte wie hautfreundliche Variante aus jenem Material, das Ferdinand Alexander Porsche schon 1980 als Werkstoff zum Einsatz brachte: Titan. Am Gestaltungs-Statement des Designers hatte sich nach all den Jahren nicht das Geringe geändert:

Ein formal stimmiges Erzeugnis braucht keine Verzierung, keine Erhöhung. Es soll durch die reine Form erhöht werden. Die Form sollte durch das Minimum leben, sich verständlich präsentieren, nicht ablenken vom Produkt und dessen Funktion.

Ferdinand Alexander Porsche

Designguru, Porsche Design

Porsche Design Chronograph 1 1972 Limited Edition Ref. 6041.7.01.001.01.5

500 schnell Entschlossene werden den vermutlich rasch ausverkauften Porsche Design Chronograph 1 - 1972 Limited Edition, Ref. 6041.7.01.001.01.5 besitzen

Porsche Design Chronograph 1

Dieses bemerkenswerte, weil noch zu Lebzeiten von F. A. Porsche geschriebene Kapitel in der Geschichte des Porsche Design Chronograph 1 liegt nun auch schon wieder rund 25 Jahre zurück. 2022 gilt es nun, jenes Jahr 1972 angemessen zu würdigen, in dem der am 5. April 2012 verstorbene Professor F. A. Porsche diesen unangefochtenen Klassiker gestaltete. 50 Jahre nach ersten Entwürfen zum legendären Chronograph 1 hat Porsche Design eine limitierte Jubiläumsedition der zeitlos-sportlichen Ikone lanciert. 500 Exemplare erinnern an den gestalterischen Anspruch und die niemals endende Passion des international anerkannten Mentors modernen Gebrauchsdesigns.

Montage des Porsche Design Jubiläumschronographen der Limited Edition

Porsche Design fertigt seine Armbanduhren in eigenen Solothurner Atelier. Hier das Kaliber WERK 01.140 ohne Rotor

Bei der nun in eigenen Solothurner Ateliers gefertigten Armbanduhr handelt es sich um eine gekonnte Synthese aus Vergangenheit und Gegenwart, deren Durchmesser wie eh und je 40,8 Millimeter beträgt. Am Handgelenk trägt das zeitschreibende Oeuvre 14,15 mm auf. Logischer Weise war dem von Roland Heiler geleiteten Designstudio in Zell am See das Überlieferte Design prinzipiell heilig. Davon künden auch die Typographie des schwarzen Zifferblatts sowie Form und Farbgebung der Zeiger.

Porsche Design Chronograph Sekundenskala C Uhrenkosmos

Kaum auffallende, jedoch wichtige und richtige Korrektur beim neuen Porsche Design Chronograph 1: Im Gegensatz zu 1972 ff entspricht die Indexierung für die Sekundenbruchteile nun den vier Hertz Unruhfrequenz des verbauten Uhrwerks. Schtelsekunden-Stoppgenauigkeit verlangt nach vier und nicht fünf Strichen.

Mit Fug und Recht hat es jedoch einen gestalterischen Fehler der Sekundenskala am Zifferblatt ausgemerzt. Obwohl das Kaliber Valjoux 7750 mit vier Hertz oszilliert, fanden sich bei den Orfina-Modellen zwischen den Sekunden-Indexen jene vier kurzen Bruchteil-Striche, welche korrekt und traditionsgemäß zu den überlieferten 2,5 Hertz Unruhfrequenz mit Fünftelsekunden Stoppgenauigkeit gehören. Bei der aktuellen Ausführung ist diese Zahl, wie es sich rechnerisch gehört, auf nurmehr drei zurückgegangen.

Chronograph von 1980 - der Porsche Design IWC Titan

Meilenstein 1980: Porsche Design und IWC bringen den weltweit ersten Chronographen mit Titangehäuse auf den Markt

Zeitgemäße Merkmale

Auf das Ensemble aus zeitgemäß mit Super-LumiNova befüllten Zifferblatt-Indexen und Zeigern blickt man durch ein kratzfestes Saphirglas mit Hartbeschichtung und siebenfacher Entspiegelung. Als Hommage an Eff-A, der 1980 zusammen mit der IWC den weltweit ersten Titan-Chronographen entwickelt hatte, bestehen die bis zehn bar druckdichte Schale und das Gliederband auf diesem leichten und antiallergischen Werkstoff.

Porsche Design Chronograph 1 1972 Kaliber Werk 01 140

Exklusive Mechanik mit Stoppfunktion: Im Porsche Design Chronograph 1 - 1972 tickt das Automatikkaliber Werk 01-140. Hier ohne Rotor abgebildet.

Obwohl es das Kaliber Valjoux 7750 weiterhin gibt oder ein exakter Klon in Gestalt des Sellita SW500 zum Anzeigen und Stoppen der Zeit verfügbar ist, setzt Porsche Design auf höherwertige Mechanik. Konkret handelt es sich um das Porsche Design Kaliber WERK 01.140, dessen Durchmesser, 30 mm, und 7,9 mm Bauhöhe exakt dem 7750 entsprechen. Zu seinen Merkmalen gehören einseitig wirkender Rotor-Selbstaufzug, ca. 48 Stunden Gangautonomie, Kulissenschaltung, Schwingtrieb-Kupplung, 30-Minuten- und 12-Stunden-Totalisator sowie Datums- und zweisprachige Wochentagsindikation. Die mit vier Hertz tickende Basis liefert der Spezialist Concepto zu.

Porsche Design Chronograph 1 1972 Titanboden signiert

Hommage an die Geschichte: Beim neuen Porsche Design Chronograph 1 - 1972 überdeckt ein massiver Titanboden das Automatikwerk

  Aus Gründen der Liebe zum Original müssen optische Qualitäten wie schwarz beschichtete tragende Teile und ein speziell gestalteter Rotor hinter einem massiven Titan-Schraubboden mit dem einstigen Porsche-Design-Logo im Verborgenen blühen. An einen Sichtboden dachte 1973 nämlich noch niemand in der Uhrenindustrie. Eine echte Augenweide war das von Orfina verbaute 7750 ohnehin nicht.  
Porsche Design Chronograph 1

Wegen des authentischen Auftritts am Zifferblatt nicht vermerkt: beim Porsche Design Chronograph 1 1972 Limited Edition, Ref. 6041.7.01.001.01.5. handelt es sich um einen offiziell zertifizierten Chronometer

Im Gegensatz zu früher muss das aktuelle Uhrwerk seine Präzision vor dem Einschalen bei der offiziellen Schweizer Chronometerkontrolle COSC unter Beweis stellen. Wer den exklusiven Erinnerungs-Chronographen sein Eigen nennen möchte, kann ihn für unverbindliche 6.972 Euro bei Konzessionären oder in den Markenboutiquen ewerben. Es ist freilich davon auszugehen, dass die weltweit nur 500 Exemplare des Porsche Design Chronograph 1 – 1972 Limited Edition Ref. 6041.7.01.001.01.5 relativ schnell vergriffen sein werden.

Das Markenvideo von Porsche Design zum Chronographen 1 wie zum 50. Geburtstag gibt es hier: 

Ich hatte 1972 nicht die Absicht, eine Uhr zu gestalten, die jedem auf Anhieb gefallen würde. Meine Intention bestand darin, eine Uhr passend zum Tachometer und Drehzahlmesser des 911er zu kreieren. Und damit kam zwangsläufig die Farbe Schwarz ins Spiel. Schwarz, weil das beim Ablesen nicht blendet. Dazu stark kontrastierende Ziffern und Zeiger. Das vermeidet Missverständnisse zu jeder Tages- und Nachtzeit.  
Ferdinand Alexander Porsche

Designer, Porsche Design

Kommentare zu diesem Beitrag

2 Kommentare

  1. Hallo, Herr Brunner,

    vielen Dank für den tollen Artikel!
    Sie schreiben, dass der Durchmesser unverändert bei 40,8 mm liegt, ich habe jedoch mehrfach gelesen, dass die Orfina Uhren 38mm im Durchmesser waren.
    Ergibt sich die Differenz durch unterschiedliche Messmethoden oder war der Original Chronograph 1 wirklich kleiner?

    Antworten
    • Gisbert L. Brunner

      Merci für das Kompliment, lieber Markus,
      Habe extra meinen alten Orfina PD Chronograph nochmals nachgemessen.
      Er ist in der Tat 40,8 mm groß.
      Beste Grüße
      Gisbert Brunner

      Antworten

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