Die Schweizer Chronometerprüfung
COSC Präzision mit Brief und Siegel

Die Schweizer Chronometer-Prüfung COSC legt strenge Kriterien an Präzision und Genauigkeit an. Das sind die Prüfungen und Kriterien, die eine Armbanduhr mit COSC Zertifikat schaffen muss.

COSC Präzision mit Brief und Siegel

Enigma Timeo COSC Chronometer

Was ist ein Chronometer?

Salopp gesagt ist jede Uhr ein Chronometer. Denn aus dem Griechischen übersetzt heißt dieses Wort nichts anderes als Zeitmesser. Gleichwohl darf sie ein Armbanduhr gemäß geltender Rechtslage auf dem Zifferblatt nur dann Chronometer nennen, wenn sie zum Beispiel in der Schweiz bei der Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres (COSC) eine genormte 15-tägige Prüfung erfolgreich absolviert hat.

So wird eine Uhr geprüft

Diese Schweizer Institution prüft jedoch keine kompletten Uhren, sondern nur Uhrwerke. Zum Check zugelassen sind ausschließlich Erzeugnisse eidgenössischer Provenienz. Die „Probanden“ müssen in transparenten Kunststoff-Schalen eingeliefert werden, ausgestattet mit speziellem Prüfzifferblatt, genormtem Sekundenzeiger und vorgeschriebener Krone. Aufzugsrotoren bei Automatikwerken duldet die COSC ebenso wenig wie firmeneigene Kronen.

Lückenlose Kontrolle bei der COSC

Bei mechanischen Aspiranten beginnt das Prozedere mit dem ersten Aufziehen der Werke per Elektromotor. Danach läuft alles nach Schema F: Bei 23°Celsius verbringt das Werk 24 Stunden in senkrechter Position mit der Krone links; Kontrollmessung; maschineller Aufzug; nochmals 24 Stunden mit Krone links; Kontrollmessung; maschineller Aufzug; es folgen jeweils zwei Tage in den Positionen „Krone oben“, „Krone unten“ sowie in Flachlage mit dem Zifferblatt oben und unten.

Später werden die Uhren verschiedenen Temperaturen ausgesetzt. Eine Spezialkamera hat alles genauestens im Blick. Pro Stunde erfasst sie bis zu 3.600 Werke. In Verbindung mit einem Computer und einem funkgesteuerten Zeitsignal aus Mainflingen bei Frankfurt registriert sie Abweichungen im Bereich winziger Sekundenbruchteile. Die verschiedenen Daten wandern in den elektronischen Speicher. Bei den Messungen erfasst sie sie jeweilige Position des Sekundenzeigers.

Genormte Prüfung nach Schema F

Der größte Gangunterschied zwischen den Lagen „Krone links“ und „Zifferblatt oben“ darf täglich nicht mehr als -6 bis +8 Sekunden ausmachen. Ein Uhrwerk, das es hier beispielsweise auf plus zehn Sekunden Gangdifferenz bringt, verfehlt klarer Weise die amtliche Chronometernorm. Auch dann, wenn sich der Mittelwert aus allen fünf Lagen, der so genannte „mittlere tägliche Gang“ im erlaubten Spektrum von täglich  -4 und +6 Sekunden bewegt, wobei als Maßstab die 86.400 Sekunden des mittleren Sonnentages angelegt werden.

Des Weiteren darf jeder einzelne Lagenwert bei Zimmertemperatur (23 Grad Celsius) und 24% Luftfeuchte täglich höchstes zehn Sekunden vom mittleren täglichen Gang abweichen. Diese Stabilität des Gangs in jeder einzelnen Prüflage steht unter strenger Beobachtung. In ein und derselben Position darf ein Uhrwerk bei konstanten 23° Celsius und 24% Luftfeuchte nicht mehr als fünf Sekunden täglich falsch gehen. Darüber hinaus muss der Mittelwert aller Abweichungen, welche sich in den einzelnen Prüflagen ergeben, kleiner als zwei Sekunden täglich sein.

Natürlich prüft die COSC die eingereichten Uhrwerke auch bei verschiedenen Temperaturen in einer Bandbreite zwischen 8 und 38 Grad. Pro Grad Celsius Temperaturunterschied sind Abweichungen von lediglich +/- 0,6 Sekunden erlaubt. Schließlich will die COSC wissen, wie das Uhrwerk seinen Gang nach schwankenden Temperaturen bei 23 Grad Celsius wieder aufnimmt. Dieser Wert darf sich in einer ausgewählten Prüflage nicht mehr als täglich +/- 5 Sekunden vom mittleren täglichen Gang in dieser Lage unterscheiden. Von demjenigen vor der „Temperaturfahrt“ versteht sich.
Alles in allem – ganz schön hohe Anforderungen.

Strenge Maßstäbe also: Die höchstens sechs Sekunden plus beispielsweise, welche der mittlere tägliche Gang eines Uhrwerks über dem Referenzwert liegen darf, entsprechen einer Fehlerquote von gerade einmal 0,007 Prozent. Übertragen auf einen 40-Tonner ist das in etwa so viel wie das Gewicht eines neu geborenen Babys.

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