Chrono Sapiens: Walter von Känel, CEO Longines

Walter von Känel: Ein Mann ohne Fehl und Tadel

Mit klugen Entscheidungen führte CEO Walter von Känel die traditionsreiche Schweizer Uhrenmarke Longines zum Erfolg. Dabei entstehen die wichtigsten Entwicklungen und nächsten Schritte zunächst in seinem Kopf - dann bringt er sie zu Papier.

von | 03.04.2018

Wer Walter von Känel als „Fürst von Saint-Imier“ bezeichnet, liegt mit Sicherheit nicht ganz falsch. 1969 – damals erst 28-jährig –  war der in Schwerin geborene Ex-Zöllner und Mitarbeiter einer Zifferblattfabrik zu Longines gestoßen. Ein absoluter Glücksfall für die altehrwürdige Schweizer Marke, die ihren Hauptsitz im Jurastädtchen Saint-Imier hat.

Von der Krise in die Millionenproduktion

Känels Aufstieg zum CEO von Longines dauerte genau 19 Jahre. Dazwischen erlebte er nicht nur die Quarz-Krise hautnah mit, in deren Folge die 1832 gegründete Traditionsmarke Longines in die heutige Swatch Group eingegliedert wurde. Ebenso sah er mit an, wie 1984 die Weisung ausgegeben wurde, dass Longines und Kollegen ihre Uhrwerke aus ökonomischen Gründen von der ETA kaufen mussten. Dort sicherte dieser strategisch sinnvolle Beschluss von Nicolas G. Hayek die Produktion der überlebensnotwendigen Stückzahlen. Walter von Känel machte das Beste daraus. Durch eine klare Produkt- und Preispolitik gelang ihm ab 1988 sukzessive die Millionenproduktion. Genaue Umsatzzahlen werden traditionsgemäß nicht genannt, aber 1,5 Milliarden Schweizer Franken dürften grosso modo zutreffen.
Mein Computer ist im Kopf, das beugt Demenz vor.
Walter von Känel

Longines

Erfolg auf analoge Art

Computer, Powerpoint-Präsentationen und Excel-Tabellen lehnt der 77-Jährige bis heute kategorisch ab. „Mein Computer ist im Kopf, das beugt Demenz vor.“ Seine Zahlen schreibt er mit Bleistift auf große weiße Blätter. Dem Erfolg scheint das keinen Abbruch zu tun. Und auch Rückzug aus Altersgründen ist für Känel weiterhin kein Thema. Longines und Walter von Känel gehören eben zusammen. Mehr über die „Chrono Sapiens“ – die Herren der Zeit – erfahren Sie hier:

Haben Sie Feedback zu unserem Artikel? Hinterlassen Sie gerne einen Kommentar.

Noch mehr über luxuriöse Uhren

CEO Guido Terreni: Tonda GT und Tonda PF verleihen Parmigiani Identität

Für Parmigiani Fleurier und ihren ambitionierten CEO Guido Terreni bedeutete die Watches and Wonders 2022 und dem Erfolg der Uhrenlinie Tonda PF den Durchbruch. Uhrenkosmos sprach mit dem Parmigiani CEO über die 25 Jahre Manufaktur und ihre Pläne, wie etwa die neue Damenuhr Tonda Automatic Full Diamonds.

Guido Terreni Parmigiani Fleurier Tonda PF Tonda Automatic Full Diamonds Uhrenkosmos

Juwelier Wilhelm Rüschenbeck: Tudor kultiviert den Zeitgeist

In Hamburg hat Juwelier Rüschenbeck kürzlich zusammen mit Tudor eine noble Boutique eröffnet. In der Poststraße 3 gibt es (fast) alles war Herzen von Fans der Genfer Manufaktur höherschlagen lässt. Ein Gespräch mit Inhaber Wilhelm Rüschenbeck über Tudor, Rolex und das aktuelle Geschehen rund um die Uhr.

Wilhelm Rüschenbeck Tudor Boutique Hamburg (C) Uhrenkosmos

Jean-Claude Biver: Mit JCB wollen wir in der höchsten uhrmacherischen Liga spielen

Jean-Claude Biver will es noch einmal wissen. Zusammen mit einem Team arbeitet der 72-Jährige an seiner ersten vollkommen eigenen Uhrenkollektion. Wie die womöglich auch mit JCB signierten Armbanduhren letztendlich aussehen, ist noch nicht bekannt. Im Gespräch mit Uhrenkosmos gab der ambitionierte JCB Firmengründer jedoch Einblick in seine Pläne.

Jean-Claude and Pierre Biver (1)

Kommentare zu diesem Beitrag

0 Kommentare

Trackbacks/Pingbacks

  1. CEO Dufour und die Arbeit am Mythos Rolex | Uhrenkosmos - […] Walter von Känel (Longines) […]

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.