Chrono Sapiens: Walter von Känel, CEO Longines
Walter von Känel ist für Longines ein Mann ohne Fehl und Tadel

Mit klugen Entscheidungen führte CEO Walter von Känel die traditionsreiche Schweizer Uhrenmarke Longines zum Erfolg. Dabei entstehen die wichtigsten Entwicklungen und nächsten Schritte zunächst in seinem Kopf – dann bringt er sie zu Papier.

Walter von Känel ist für Longines ein Mann ohne Fehl und Tadel

Georges Kern ist ein echter Chrono Sapiens. Der Uhrenmanager versteht etwas von Uhren und Marken.

Wer Walter von Känel als „Fürst von Saint-Imier“ bezeichnet, liegt mit Sicherheit nicht ganz falsch. 1969 – damals erst 28-jährig –  war der in Schwerin geborene Ex-Zöllner und Mitarbeiter einer Zifferblattfabrik zu Longines gestoßen. Ein absoluter Glücksfall für die altehrwürdige Schweizer Marke, die ihren Hauptsitz im Jurastädtchen Saint-Imier hat.

Von der Krise in die Millionenproduktion

Känels Aufstieg zum CEO von Longines dauerte genau 19 Jahre. Dazwischen erlebte er nicht nur die Quarz-Krise hautnah mit, in deren Folge die 1832 gegründete Traditionsmarke Longines in die heutige Swatch Group eingegliedert wurde. Ebenso sah er mit an, wie 1984 die Weisung ausgegeben wurde, dass Longines und Kollegen ihre Uhrwerke aus ökonomischen Gründen von der ETA kaufen mussten. Dort sicherte dieser strategisch sinnvolle Beschluss von Nicolas G. Hayek die Produktion der überlebensnotwendigen Stückzahlen. Walter von Känel machte das Beste daraus. Durch eine klare Produkt- und Preispolitik gelang ihm ab 1988 sukzessive die Millionenproduktion. Genaue Umsatzzahlen werden traditionsgemäß nicht genannt, aber 1,5 Milliarden Schweizer Franken dürften grosso modo zutreffen.
Mein Computer ist im Kopf, das beugt Demenz vor. Walter von Känel

Longines

Erfolg auf analoge Art

Computer, Powerpoint-Präsentationen und Excel-Tabellen lehnt der 77-Jährige bis heute kategorisch ab. „Mein Computer ist im Kopf, das beugt Demenz vor.“ Seine Zahlen schreibt er mit Bleistift auf große weiße Blätter. Dem Erfolg scheint das keinen Abbruch zu tun. Und auch Rückzug aus Altersgründen ist für Känel weiterhin kein Thema. Longines und Walter von Känel gehören eben zusammen. Mehr über die „Chrono Sapiens“ – die Herren der Zeit – erfahren Sie hier:

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