Mühle Glashütte präsentiert einen limitierten Yacht-Timer
Bronzezeit für Segler

Schon zum wiederholten Mal setzt Mühle Glashütte auf das Gehäusematerial Bronze. Der archaisch anmutende Werkstoff passt bestens zur Nautik und schützt beim Yacht-Timer Brone das Automatikkaliber Sellita SW 200-1. Geschichtliches zum Thema Mühle ist in diesem Artikel auch zu lesen.

Bronzezeit für Segler

Mühle Glashütte Yacht-Timer Bronze

Kurze Rückblende

Auf hoher See kennt sich diese deutsche Uhrenmarke seit 1994 chronometrisch bestens aus. Die Entwicklung des markanten, 44 Millimeter großen Yacht-Timer Bronze mit Automatikwerk kommt deshalb keineswegs von ungefähr. Der Weg dorthin begann fünf Jahre nach dem Fall der Mauer. In besagtem Jahr rief Hans-Jürgen Mühle die „Mühle-Glashütte GmbH nautische Instrumente und Feinmechanik“ ins Leben. Zu diesem Zeitpunkt blickte das 1869 von Robert Mühle im abgelegenen Müglitztal gegründete Familienunternehmen auf eine wechsel-, streckenweise auch sehr leidvolle Geschichte zurück. Anfangs ernährten vorwiegend professionelle (Quarz-)Marinechronometer, Schiffsuhren sowie andere Instrumente wie Baro- und Hygrometer ernährten das kleine Team des ehrgeizigen Start-Up. Sukzessive mauserte sich Mühle danach zum technischen Weltmarktführer bei GPS-gesteuerten und quarzstabilisierten Uhrenanlagen samt Nebenuhren und intelligenten Schnittstellen beispielsweise für Kreuzfahrtschiffe. Die „Aida“-Flotte ist mit Mühle-Uhren unterwegs, das Greenpeace-Schiff ebenfalls. Dazu auch die „Columbus“ oder die Superfast-Fähren von Italien nach Griechenland und zurück. Fünf bis sechs dieser Uhrenanlagen verlassen jährlich die Manufaktur. Riesen-Umsätze beschert das zwar nicht, aber bekanntlich macht Kleinvieh auch Mist.

Die erste Armbanduhr

1995/1996 brachte Mühle seinen ersten Zeitmesser fürs Handgelenk auf den Markt, und zwar die Marine-Fliegeruhr 1. Fortan entwickelten sich Armbanduhren zur tragenden Säule des Familienunternehmens. Höchst ungern erinnert sich Hans-Jürgen Mühle an die Jahre 2005 ff erinnert. Damals erhitzte ein heftiger Rechtsstreit mit Nomos die Gemüter. Zankapfel war die Frage, ob Mühle bei seinen mit Schweizer Rohwerken ausgestatteten Uhren die so genannte „Glashütter-Regel“ erfüllt. Das Wettbewerbsrecht besagt nämlich, dass nur Zeitmesser mit überwiegend dortigem Wertschöpfungsanteil die Herkunftsbezeichnung „Glashütte“ tragen dürfen. Die zwingende Notwendigkeit, millionenschwere Rücklagen mit Blick auf ein wie auch immer lautendes Gerichtsurteil bilden zu müssen, zwang die an sich wirtschaftlich gesunde Firma am 04. Juli 2007 in die Knie. Doch die „Insolvenz wegen drohender Überschuldung“ beeinträchtigte den Fortgang des Geschäftsbetriebs nicht. Mühle konnte auf einen motivierten Mitarbeiterstamm und eine attraktive Kollektion bauen. Daher erfolgte schon im März 2008 die Entlassung aus dem Verfahren. Unter der Leitung von Sohn Thilo Mühle begann der Start in eine neue Zukunft. Natürlich mit dem Namen Glashütte am Zifferblatt.

Sammler und Uhrenliebhaber kennen sie noch: die Mühle Marine Fliegeruhr

Kein Thema mehr: Glashütter Wertschöpfung bei Mühle

Seit 2011 ist Manufakturarbeit ein echtes Thema. Die weiterhin zugekauften Kaliber eidgenössischen Provenienz stehen außerhalb jedweder Debatte. Eigene Rotoren für die Automatikwerke, die exklusive „Spechthals“-Feinregulierung und jede Menge Finissage im sächsischen Uhrenmekka setzen unübersehbare Zeichen. Bei den Chronographenkalibern Eta 7750 oder Sellita SW 500 rechtfertigt eine selbst entwickelte Dreiviertelplatine die exklusive Bezeichnung MU9408.

Apropos „Spechthals“: Ihn gibt es mittlerweile in unterschiedlichen Ausführungen. Im Gegensatz zum geläufigen Schwanenhals, welcher den Rückerzeiger in der Horizontalen spielfrei hin und her bewegt, bewerkstelligt die ausgeklügelte Mühle-Konstruktion das auch in vertikaler Richtung. Dazu Thilo Mühle: „Bei unserem System können sich auch heftige Stöße nicht auf die Position des Rückerzeigers auswirken. Die Reglage bleibt in jedem Fall erhalten. Das ist für unsere Uhren, die teilweise härtesten Beanspruchungen standhalten müssen, ein unverzichtbarer Aspekt.“

Und damit kommen wir zur neuesten Kreation aus dem einstigen „Tal der Ahnungslosen“. Einmal mehr verknüpft sie sich mit dem nassen Element. Konkret soll der „Yacht-Timer Bronze“ vor allem Segler ansprechen. Egal, ob sich diese in sportlichem Wettkampf üben oder die Freizeit kommod auf ihrer Jolle verbringen. Blau wie hoffentlich die Farbe der Gewässer, auf denen sie sich windgetrieben bewegen, sind Zifferblatt, Drehlünette und Armband gestaltet. Robuste Bronze, das korrosionsfeste Material, aus dem Schiffsbeschläge und

-schrauben bestehen, nimmt Kontakte mit Salzwasser niemals krumm. Im Extremfall hält die Schale mit Schraubkrone, beidseitig drehbarem Glasrand und entspiegeltem, 2,5 Millimeter dickem Saphirglas Wasserdruck bis zu 30 bar aus. Eine reinigende Süßwasserdusche hach dem Landgang schadet aber nichts. Der oxidationsbedingten Individualität des Outfits, welche sich wegen der Verwendung von Aluminiumbronze erst mittel- oder langfristig einstellt, tut das selbstverständlich keinen Abbruch. Die drei Zeiger und das Fensterdatum treibt ein modifiziertes Automatikwerk vom Kaliber Sellita SW 200-1 an. Mühle reguliert es auf maximal acht Sekunden Vorgehen. Pro Tag, versteht sich. Nach Vollaufzug durch den beidseitig wirkenden Kugellagerrotor läuft dieses Uhrwerk circa 38 Stunden am Stück.

Von diesem Segler-Boliden entstehen 500 Exemplare. Im Fachhandel schlägt jedes mit maximal 2.400 Euro zu Buche.

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