Neue Breitling Chronographen

Breitling Premier Heritage Chronographen: zurück in die Zukunft

Zurück in die Zukunft mit den neuen Breitling Premier Heritage Chronographen. Dies sind die Breitling Premier Heritage B09, der Breitling Premier Heritage Duograph und der Breitling Heritage Premier Datora mit Vollkalender. Was für Sie dabei?

Blick in die Archive

Wer, wie Breitling, prall gefüllte Archive besitzt, kann davon guten Gewissens Gebrauch machen. Neuerlicher Ausdruck der Rückbesinnung auf die bis 1884 zurückreichende Markengeschichte ist die im Zuge der virtuellen Watches & Wonders Uhrenmesse 2021 vorgestellte Breitling Premier Heritage Chronographen Kollektion. Sie besteht aus drei Armband-Chronographen, von denen zwei mit Manufakturkaliber ausgestattet sind.
Das dritte und zugleich auch teuerste Modell, die Breitling Premier Heritage Datora beseelt ein Automatikkaliber von Concepto, La Chaux-de-Fonds. Das Comeback der Premier-Linie hatte Breitling schon im September 2018 eingeläutet. Mehr dazu findet sich hier im Uhrenkosmos: https://www.uhrenkosmos.com/breitling-premier-b01-bentley-chronograph-42/

Puristischer Zeitschreiber

Der Breitling Premier Heritage B09 Chronograph 40 knüpft auch dadurch an die Vergangenheit, dass in seiner 40 Millimeter großen und gut 13 Millimeter hoch bauenden Schale ganz stilgerecht ein Handaufzugswerk mit vier Hertz tickt. Gegen Wasser ist es bis zu zehn bar Druck geschützt.

In den 1940-er-Jahren, als die Breitling Premier Linie ihren Einstand gab, gehörte Breitling zu den guten Kunden des Rohwerkefabrikanten Venus. Den gibt es schon seit über 50 Jahren nicht mehr. Dafür fertigt Breitling mittlerweile eigene Uhrwerke mit Chronographen-Funktion. Beim Handaufzugskaliber B09 handelt es sich um eine abspeckte, sprich vom Selbstaufzug befreite Version des B01. Ohne Rotor und Automatik-Baugruppe baut dieses COSC-zertifizierte Manufakturwerk mit 70 Stunden Gangautonomie, Schaltradsteuerung, Vertikalkupplung und 30-Minuten-Totalisator 6,73 Millimeter hoch.

Mit seinem farblich polarisierenden Zifferblatt folgt das Stahlmodell, Referenz AB0930D31L1P1, dem grünen Zeitgeist. Zu haben ist es für 7.400 Euro. Rotgold ist das Gehäusematerial der Referenz RB0930371G1P1, welche Breitling für unverbindliche 16.200 Euro anbietet.

Breitling Premier Heritage

Im Gegensatz zu anderen renommierten Uhrenfabrikanten, die nur Valjoux-Rohwerke verbauten, kaufte Willy Breitling schon ab den 1930-er Jahren auch bei Venus, einem Mitbewerber unter dem Dach der Rohwerke-Holding Ebauches SA ein. Möglicher Weise war er deshalb einer der ersten, welche schon 1944 in den Genuss des im gleichen Jahr vorgestellten Venus Kalibers 179 mit 31,6 mm Durchmesser und 7,2 mm Bauhöhe kamen. Während der Basler Uhrenmesse besagten Jahres konnte man es im neuen Modell Duograph erwerben. Wie der Name bereits andeutet, handelte es sich um einen Doppelzeiger-Chronographen fürs Handgelenk. Das neue Venus-Kaliber gestattete erstmals größere Auflagen von Armbanduhren mit dieser anspruchsvollen Komplikation.

Die Addition des auf den ersten Blick recht simpel wirkenden, in der Praxis aber sehr anspruchsvollen Schleppzeiger-Mechanismus verteuerte normale Uhrwerke mit Schaltrad-Chronograph um etwa 50 Prozent. Die wichtigste Besonderheit in der Evolution des klassisch runden Breitling Duograph bestand im patentierten einteiligen Kronendrücker für den Rattrapante. Er ersetzte zweiteilige Konstruktionen, bestehend aus Krone und integriertem Drücker. Nicht alltäglich war schließlich auch der 45-Minuten-Totalisator.

Besagter Breitling Duograph war während rund zwei Jahrzehnten in verschiedenen Ausführungen zu haben. Bei Venus endete 1962 die Produktion der summa summarum rar gebliebenen Schleppzeiger-Kaliber 179, 185 mit 12-Stunden-Zähler, 189 mit Stundenzähler und Zeigerdatum, 190 zusätzlich mit Mondphasenindikation, 193 mit Vollkalendarium und 205 mit zusätzlicher Mondphasenanzeige.  Alle verkörperten die Spitzenprodukte des in Moutier ansässigen Rohwerkeherstellers.  

Mit dem 8,68 Millimeter hohen, chronometerzertifizierten Manufakturkaliber B15 schreibt der neue Breitling Premier Heritage Duograph 42 dieses glorreiche Kapitel der Breitling-Geschichte auf gleicherweise nostalgische wie moderne Weise fort.

Breitling Kaliber B15 Split Seconds Rettrapante

Weil sich der Schleppzeiger-Mechanismus beim Handaufzugskaliber Breitling B15 unter dem Zifferblatt befindet, gleicht dieses Uhrwerk dem B09

Als Basis des im neuen Premier Heritage Duograph 42 verwendeten Handaufzugswerks dient das 2017 im Navitimer Rattrapante erstmals vorgestellte Kaliber B03 mit Rotor-Selbstaufzug. Die innovative Einholzeiger-Kadratur befindet sich aus technischen Gründen unter dem Zifferblatt.

Mehr zu diesem Uhrwerk findet sich hier im Uhrenkosmos: https://www.uhrenkosmos.com/breitling-navitimer-rattrapante-duograph/

Bei den neuen 42-Millimeter-Referenzen AB1510171C1P1 mit stählerner und RB1510251B1P1 mit rotgoldener 42-Millimeter-Sichtboden-Schale ist Kontaktaufnahme zum Zweck manuellen Energienachschubs längstens alle 70 Stunden erforderlich.

Die unverbindlichen Publikumspreise für die beidem Premier Schleppzeiger-Chronographen liegen bei 9.350 bzw. 19.200 Euro.

Einfacher Vollkalender und Mondphasen

1947 brachte Valjoux sein neues, bis 1974 in einer relativ geringen Auflage von lediglich 13.218 Exemplaren hergestelltes Handaufzugskaliber 88 auf den Markt. Dieses Uhrwerk besaß alle vorzüglichen Eigenschaften des bereits 1916 lancierten und beispielsweise auch von Audemars Piguet, Patek Philippe, Rolex sowie Vacheron Constantin verwendeten Kalibers Valjoux 23 VZ mit 30-Minuten-Zähler.

Dieses Uhrwerk diente als Basis zur Entwicklung des 1938 vorgestellten Valjoux 72 VZH mit zusätzlichem 12-Stunden-Zähler. Die um ein einfaches Vollkalendarium erweiterte Version Valjoux 72c VZHC nutzte Breitling ab 1944 zur Herstellung eines Armband-Chronographen namens Datora.

Das ein Jahr später präsentierte Valjoux 88 VZHCL kann als Krönung des Spektrums hochwertiger Schaltrad-Kaliber des im Vallée de Joux beheimateten Rohwerkefabrikanten gelten. Neben dem einfachen Vollkalendarium mit Zeigerdatum sowie digitaler Anzeige von Wochentag und Monat verfügte es über die damals allgemein gebräuchliche Mondphasenindikation. Zu Darstellung der rund 29,5 Tage dauernden Lunation zeigt die dafür verwendete Scheibe mit 59 Zähnen zwei gegenüberliegende Vollmonde.

Wegen der rechnerischen Rundung weicht diese Anzeige alle drei Jahre um einen Tag von der astronomischen Norm ab. Mehrere Drücker gestatten beim Valjoux 72c und beim Valjoux 88 das Einstellen und die Korrektur des Kalendariums in allen Tagen mit weniger als 31 Tagen. Den Monat schalten beide Kadraturen übrigens nicht automatisch fort. Hier heißt es beim Valjoux 72c und 88 regelmäßig Hand anlegen.

Breitling Premier Heritage Datora 2021

Die Kombination aus Chronograph, einfachem Vollkalender und Mondphasenanzeige lebt wieder auf im neuen Breitling Premier Heritage B25 Datora 42 . Die Referenz AB2510201K1P1 besitzt ein 42-Millimeter-Stahlgehäuse mit Sichtboden. Wiederum aus Rotgold besteht die Schale der gleich großen Schale der Referenz RB2510371G1P1.

In beiden Versionen findet sich das Kaliber B25. Mit dem alten, auf einem Eta 2894-A2 basierenden Automatikkaliber gleicher Bezeichnung hat der kalendarische Newcomer nichts zu tun. Das neue B25 steuert die unweit der Breitling Chronometrie in La Chaux-de-Fonds angesiedelte Concepto SA bei.

Ihr 30.4 Millimeter großes und 8,4 Millimeter hoch bauendes Automatikkaliber 2000 gibt es ohne und als 2000-RAC auch mit Schaltradsteuerung des Chronographen. In beiden Fällen spannt der Kugellagerrotor die Zugfeder in einer Drehrichtung. 

Für das gegenwärtig teuerste Modell der Breitling Premier Heritage Linie benutzt Breitling die amtlich genauigkeitsgeprüfte Variante 2000-RAC-2822 mit 8.5 Millimetern Bauhöhe, etwa 48 Stunden Gangautonomie und vier Hertz Unruhfrequenz.  Bei ihr steuert das Uhrwerk die unter dem Zifferblatt angeordnete Kalender-Kadratur an. Diese verlangt in allen Monaten mit weniger als 31 Tagen nach händischer Nachhilfe. Die Mondphasenindikation mit 59-Zähne-Scheibe geht alle drei Jahre um einen Tag falsch. Korrekturen erfolgen mit Hilfe einer Kombination aus Krone und Drücker.

Seine Preise liegen bei unverbindlichen 11.350 bzw. 22.200 Euro. Die Höhe der bis zu zehn bar druckdichten Retrolook-Schale beträgt 15,35 Millimeter.

Alle sechs vorgestellten Armbanduhren der Premier Heritage Kollektion liefert Breitling mit fünf Jahren Garantie.

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