Patek Philippe Calatrava Referenz 6007A-001 Edition
1.000 Edelstahl-Uhren als Erinnerung: Die Patek Philippe Calatrava Referenz 6007A

„Eilen hilft nicht, rechtzeitig aufbrechen ist die Hauptsache!” hat Jean de la Fontaine einmal gesagt. Und genau diese Feststellung trifft auf eine brandneue Armbanduhr Patek Philippe Calatrava Referenz 6007A-001 zu. Sie wurde anlässlich der Fertigstellung des neuen Manufakturgebäudes im Genfer Stadtteil Plan-les-Ouates präsentiert. Die Auflage von 1000 Edelstahl-Exemplaren wird aller Voraussicht nach im Nu vergriffen sein.

1.000 Edelstahl-Uhren als Erinnerung: Die Patek Philippe Calatrava Referenz 6007A

1.000 Exemplare der Patek Philippe Catatrava Referenz 6007A aus Anlass der Erföffnung des neuen Fabrikgebäudes in Genf

Tickende Erinnerungsstücke

Feste muss man feiern, wie sie fallen. In dieser Hinsicht unterscheidet sich Patek Philippe keinen Deut von anderen, die allen Grund zum Feiern haben. Bereits seit 1979 drückt das Genfer Familienunternehmen seine Freude über besondere Anlässe durch limitierte Editionen aus. Beispielsweise zum Eidgenössischen Schützenfest als eine der wichtigsten Veranstaltungen moderner Demokratie. In besagtem Jahr entstanden bei Patek für Gübelin 50 spezielle Gold-Savonnetten für Herren und 20 kleinere Pendants für Damen. Alle mit passendem Wilhelm-Tell-Motiv dekoriert. Nun hat die Genfer Uhrenmanufaktur 1.000 Exemplare der Patek Philippe Calatrava Referenz 6007A-001 herausgebracht. Es gibt jedoch weitere schöne Beispiele.

Als die Chronometrie Beyer in der Zürcher Bahnhofstraße 1985 ihren 225. und 2010 ihren 250. Geburtstag beging, war eine kleine exklusive Uhren-Sonderauflage von Patek Philippe fast schon Ehrensache. Immerhin gehört dieser Juwelier zu den ältesten Konzessionären überhaupt.

Gleiches gilt für das Jahr 2001. Hier verlangte die 150-jährige Kooperation mit Tiffany nach Würdigung in Gestalt der T150 mit Jahreskalender.

Mit dem Modell W125, dessen Kalendarium ebenfalls nur einmal jährlich manueller Korrektur bedarf, gratulierte Patek Philippe 2003 dem Hamburger Juwelier Wempe zum 125. Geburtstag.

Zum 150. Jubiläum des traditionsreichen Fachgeschäfts Andreas Huber in München, heute Bucherer, gab es wiederum eine kleine Sonderserie der Patek Philippe Referenz 5053 mit Scharnierboden.

Der legendären Offiziersuhr hatte Patek Philippe schon 1989 zum eigenen 150. Geburtstag ein viel beachtetes Comeback beschert. Ergänzt durch die tonneauförmige Sprungziffer-Referenz 3969 und gekrönt durch die ultrakomplizierte Calibre 89.

An die Eröffnung des inzwischen schon 23 Jahre alten Teils der Manufaktur im Genfer Stadtteil Plan-les-Ouates erinnerte Patek Philippe im Jahr 1997 durch zwei markant-rechteckige Patek Philippe Pagoda Modelle.

Ausdruck einschlägiger Kompetenz seit dem Jahr der Firmengründung ist die Platin-Referenz 5029 mit Minutenrepetition.

Das sind nur einige Beispiele. Aber sie zeigen deutlich, welchen Stellenwert besagte Erinnerungsstücke im Hause Patek Philippe besitzen.

Patek Philippe Calatrava Referenz 6007A 

So gesehen befindet sich die Patek Philippe Calatrava Referenz 6007A-001 in allerbester Gesellschaft. Angesichts Covid-19 könnte man sich zwar die Frage stellen, ob tausend Exemplare zum Stückpreis von circa 25.000 Euro nicht ein wenig gewagt sind. Derartige Sorgen plagen Thierry Stern allerdings nicht. Eher muss sich der agile Präsident des Familienunternehmens Gedanken darüber machen, wem er die begrenzte Stückzahl zuteil werden lässt. Die Nachfrage seitens des Fachhandels und der gleichermaßen treuen wie zahlungskräftigen Patek Fangemeine dürfte deutlich höher liegen.

Für den durchaus ansehnlichen Betrag bekommen sie auf den ersten Blick einen schlichten, exakten Zeitmesser fürs Handgelenk, ausgestattet mit einem 40 Millimeter großen und 10,34 Millimeter hohen Stahlgehäuse. Die runde Gehäuseschale hat eine Wasserdichte von bis zu drei bar Druck. Dies reicht für einen rudimentären Wasserschutz, zum Schwimmen eignet sich diese Armbanduhr jedoch weniger.

Durchs vordere Saphirglas blickt man auf drei Zeiger. Die zwei für Stunden und Minuten sind recht stämmig ausgeführt. Sie bestehen aus massivem Gold und leuchten dank Super-LumiNova bei Dunkelheit. Den Sekunden gilt ein schlanker weißer Zeiger, gefertigt aus Bronze. Beim Zifferblatt achteten die Produktgestalter sehr auf Exklusivität. Verschiedene Schliffe und Muster zieren die grau-blau lackierte Messingplatte. Durch ein Fenster bei der „3“ lässt sich das Datum ablesen.

Beim Armband mit Edelstahl-Dornschließe vermutet man wegen der Struktur zunächst einmal textiles Material. In Wirklichkeit verwendet Patek Philippe jedoch entsprechend geprägtes Kalbsleder.

Patek Philippe Calatrava Referenz 6007A Kaliber 324 SC bietet bewährte Mechanik

Nach dem Umdrehen blickt man zuerst auf ein großes weißes Calatrava-Kreuz. Dieses und der Schriftzug „New Manufacture 2019“ prangen auf dem großen Saphir-Sichtboden. Dahinter zeigt sich altbewährte Kalibertechnik in Gestalt des seit 2008 produzierten Automatikkalibers 324 SC mit 27 Millimetern Durchmesser und 3,3 Millimeter Höhe.

Jedes dieser Uhrwerke verlangt nach 213 sorgfältig finissierten Komponenten. Die bereits 1949 ersonnene und 1951 patentierte Gyromax-Unruh der dritten Generation oszilliert mit vier Hertz. Für dynamischen Rückschwung sorgt eine moderne Spiromax-Unruhspirale aus thermisch stabilisiertem Silizium. Der Kugellagerrotor aus 21-karätigem Massivgold spannt die Zugfeder in einer Drehrichtung, was seiner Effizienz jedoch keinen Abbruch tut. Nach Vollaufzug stehen mindestens 35 und höchstens 45 Stunden Gangautonomie zur Verfügung. Die Qualität der ganzen Armbanduhr gewährleistet das auf ihr verewigte Patek Philippe-Siegel.

Wer nun Lust verspürt auf den in dieser Gestalt sicher nie mehr wiederkehrenden Zeitmesser, sollte sich sehr schnell zu einem der offiziellen Markenkonzessionäre begeben. Es ist davon auszugehen, dass ersten Exemplare der Patek Philippe Calatrava Referenz 6007A schon recht bald am Parallelmarkt sehr viel teurer angeboten werden.

Uhrenkosmos Modell-Steckbrief 

HerstellerPatek Philippe
ReferenzCalatrava 6007A-001
PremiereJuni 2020
UhrwerkKaliber 324 SC
Aufzugautomatisch durch einseitig wirkenden Goldrotor
Durchmesser27 Millimeter
Bauhöhe3,3 Millimeter
Komponenten213
Unruhfrequenzvier Hertz
GangautonomieMinimal 35, maximal 45 Stunden
AnzeigeStunden, Minuten, Sekunden, Fensterdatum
Zusatzfunktionenkeine
GehäuseStahl
Durchmesser40 Millimeter
Höhe10,34 Millimeter
Wasserdichtedrei bar
ArmbandKalbsleder, geprägte Textilstruktur, Dornschließe
Preiscirca 25.000 Euro
Limitierung1.000 Exemplare

 

Patek Philippe 6 Manufakturgebäude Genf Plan les Ouates 2020

Wahrlich imposant: Patek Philippe 6, das neue Manufakturgebäude im Gender Stadtteil Plan-les-Ouates

Fabrikeingang neu groß

Die Skulptur am Eingang der 1997 eröffneten Patek Philippe-Manufaktur symbolisiert eine Unruhspirale

Manufakturgebäude mit Zukunftsperspektiven

Uhrwerk und Gehäuse der neuen Referenz 6007A entstehen nun quasi unter einem Dach. Das neue, ausgesprochen imposante Genfer Fabrikationsgebäude im Stadtteil Plan-les-Ouates befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum 1997 eingeweihten Gebäudetrakt.

Vor dessen Eingang symbolisiert eine gigantische Skulptur eine Unruhspirale, also die Seele mechanischer Uhren. Doch nicht nur vor der Fabrikation – Kunst wird auch innerhalb des Gebäudes groß geschrieben.

2015 hatte Patek Philippe den ersten Spatenstich bekanntgegeben. Auf knapp 190 Metern Länge, 67,6 Metern Breite und 34 Metern Höhe errechnet sich ein nutzbares Nettovolumen von rund 542.000 Kubikmetern. Dieser Wert entspricht etwa sieben Großraumflugzeugen vom Typ Airbus A 380. Zu sechs oberirdischen Etagen gesellen sich außerdem noch vier Kellergeschosse, welche 17 Meter in den Boden hinabreichen und Platz für 636 Autos bieten.

Gut 133.000 Quadratmeter Gesamtfläche machen es möglich, dass nun erstmals Administration, Forschung und Entwicklung sowie Uhrenproduktion inklusive Schalen an einem Ort vereint sind. Für gegenwärtige Verhältnisse ist der Komplex eher zu groß als zu klein dimensioniert. Aber Thierry Stern hat konsequent in die Zukunft geplant. Patek Philippe soll ja weiter wachsen und nicht schrumpfen. Trotz zahlreicher verlockender Angebote denkt die Familie nicht an einen Verkauf.

Vor knapp zwanzig Jahren sind wir hierher nach Plan-les-Ouates gezogen, weil wir alle Abteilungen unter einem Dach bündeln wollten. Dieser Schritt war essentiell, um jene Patek Philippe Uhren entwickeln und fertigen zu können, von denen man heute spricht. Seitdem haben wir die Fabrikation auch mit Blick auf unser Wachstum kontinuierlich ausgebaut und entsprechend investiert.

Für ein modernes Fertigungszentrum muss man heutzutage immerhin rund eine Million Franken auf den Tisch des Produzenten blättern. Davon könnte man sich auch einen Ferrari in die Garage stellen. Die Bedeutung des Investierens hat mir mein Vater als eine der wichtigsten Lektionen mit auf den Weg gegeben. In seiner Schule habe ich aber auch gelernt, dass ein Unternehmen zur Bewältigung regelmässig auftauchender Krisen auch genügend finanzielle Reserven besitzen muss.

Thierry Stern

Präsident, Patek Philippe

Ferner ist davon auszugehen, dass die internationale Luxusuhr-Konjunktur nach der virusbedingten Schwächephase wieder aufblühen wird.

Übrigens fertigte die Nobelmanufaktur Patek Philippe im Jahr 1962 knapp 62.000 Uhren. Ob es 2020 angesichts der vorübergehenden Produktionsbeschränkungen infolge des Coronavirus ebenso viele werden, bleibt abzuwarten Über den daraus folgenden Jahresumsatz schweigt sich Patek Philippe logischer Weise aus. Aber der dürfte sich 2019 schätzungsweise in einer Größenordnung von zwei Milliarden Schweizerfranken bewegt haben. 

So betrachtet erscheint das Gesamtbudget von 600 Millionen Schweizerfranken für dieses Bauprojekt angemessen. Ein Sechstel davon entfiel auf Interieur und Ausstattung unter anderem mit zeitgemäßem Maschinenpark.

Von selbst mag sich verstehen, dass die Genfer Architekten den aktuellen ökologischen Ansprüchen Rechnung trugen. Niederenergie gemäß dem Genfer Standard Haute Performance Energétique (HPE) ist Ehrensache. Schon eingereicht ist dazu der Antrag auf Zuerkennung des Minergie-P-Labels, welches noch strenger ist als der 1998 eingeführte Schweizer Minergie-Standard für Komfort, Energie-Effizienz und Nachhaltigkeit.

Über den Autor

Gisbert L. Brunner

Uhrensammler seit 1964 Journalistische Tätigkeit in Sachen Uhren seit 1981 Autor und Co-Autor von mehr als 30 Büchern über Armbanduhren und namhafte Uhrenmarken

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