Rolex 3255

Mehrere Jahre lang tüftelten die Techniker bei Rolex am Automatikkaliber Rolex 3255. Und natürlich hoffte man auch bei der Schwester Tudor und dem Kaliber Tudor MT5621 ebenfalls zu profitieren. Dann war es soweit und das technische Ergebnis ließ sich sehen. Die Genfer Uhrenmanufaktur hatte das Rolex Automatik-Uhrwerk massiv überarbeitet und deutlich verbessert. Abgesehen von der revolutionären Chronergy-Hemmung hat der dominante Marktplayer sein Manufaktur-Kaliber durch 13 weitere Patente schützen.

Revolutionär ist die patentierte Rolex Chronergy Hemmung in der Tat, denn sie besitzt einen 15 Prozent höherem Wirkungsgrad. Davon profitiert wiederum die Gangautonomie. Ihre Rubinpaletten sind nur 1,25 Millimeter breit – halb so groß wie herkömmliche Rubinpaletten. Durch Elektroformung (LiGA-Verfahren) fertigt Rolex Anker und Ankerrad ganz aus paramagnetischen Nickel-Werkstoffen. Ins Uhrwerk setzen die Uhrmacher die bewährte, amagentische ParachromBreguetspirale aus Eigenproduktion. Dünnere Federhaus-Wandungen sorgen überdies dafür, dass das Uhrwerk die Energie länger speichert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, denn die Gangautonomie des Rolex Kaliber 3255 liegt bei stolzen 70 Stunden.

Auf Herz und Nieren getestet

In bewährter Tradition ist die Ganggenauigkeit auch beim Kaliber 3255 von der Prüfbehörde COSC-zertifiziert. Allerdings übertrifft das Kaliber das vorgeschriebene Delta, das zwischen täglich -4 und + 6 Sekunden liegt, um einiges. Weniger als -2 bis +2 Sekunden weichen die Werte von der Norm ab.

Doch die auf das Uhrwerk beschränkte COSC-Prüfung allein reicht Rolex nicht. Bevor das Kaliber die Fabrik verlässt, wird das Stück zwei Tage lang verschiedenen Tests unterzogen. Die Manufaktur simuliert etwa das übliche Trageverhalten der Uhr am Handgelenk, ähnlich wie der Test des Fleuri-Zertifikats. So will Rolex die eigenen Qualitätsstandards sichern und alltagstauglich sein.

Die aufwendige und präzise Herstellung eines Automatikwerks bei Rolex

Tudor MT5621

Auch die Rolex-Tochter Tudor hatte 2003 einen ersten Anlauf zum eigenen Manufakturkaliber unternommen. Gemeinsam mit einem externen Partner entwickelten die Techniker das Automatikkaliber T 8000 für Damenuhren. Hinzu kamen die größeren Pendants T 8008 (kleine Sekunde) und T 8050 (Zentralsekunde). Die Leistungen der Kaliber ließen jedoch im einen oder anderen Bereich zu wünschen übrig.

Erfolgreicher war die Konzeption des Kalibers 5612 und 5621. Zur Baselworld 2015 präsentierte Tudor die beiden hauseigenen Automatikkaliber und ihren Innovationssprung.

Das Kaliber MT 5621 besitzt im Vergleich zu dem Kaliber MT5612 eine Gangreserveanzeige. Der Rotor des 33,8 Millimeter großen und 6,5 Millimeter hohen Manufakturwerks spannt die Zugfeder in beiden Drehrichtungen. Ebenso wie beim Kaliber 3255 reicht die Gangautonomie nach Vollaufzug für ausreichende rund 70 Stunden.

Tudor prüft streng 

Die Unruh befindet sich wie beim Kaliber 3255 unter einer Brücke. Mit variablem Trägheitsmoment vollzieht das kleine Uhrenherz gemeinsam mit einer amagnetischen Silizium-Unruhspirale stündlich 28.800 Halbschwingungen. Und: COSC-zertifiziert ist das Uhrwerk natürlich auch.

Das Kaliber Tudor MT5612 verbauen Uhrmacher in der sportiven, bis 50 bar wasserdichten Tudor Titan Pelagos mit Keramiklünette. Der Preis dieser Uhr liegt bei 3.750 Euro. „North Flag“ heißt das relativ zurückhaltend gestaltete Uhrenmodell aus Edelstahl und Keramik, in dem sich das Kaliber T 5621 befindet. Mit Metallband ist die Tudor Pelagos  für 4.260 Euro zu haben.