Das neue Gebäude der Uhrenmanufaktur IWC gehorcht, wie uns Christoph Grainger-Herr, der IWC CEO im Interview verrät, den strengen eidgenössischen Minergy-Standards. Entsprechend liegt die erste Frage auf der Hand.

Uhrenkosmos: Die neue Uhrenmanufaktur ist sehr schön geworden, liegt allerdings am Ortsrand von Schaffhausen. Haben Sie sich denn Gedanken gemacht, wie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter ökologischen Gesichtspunkten zur Arbeit kommen?

IWC CEO Christoph Grainger-Herr: 
Wir haben zwei nagelneue Bushaltestellen, welche dieses Gebäude erschließen. Wir haben ferner Angebote nur Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, welche die IWC auch sponsert. Darüber hinaus gibt es Einstellplätze für Fahrräder, Elektro-Smarts und Pendelbusse zum Hauptgebäude in der Innenstadt. Zum Glück sind es dorthin ja auch nur 2,5 Kilometer. So versuchen wir die Nutzung eigener Fahrzeuge zu minimieren.

Werden Sie das neue Gebäude auch zu Kommunikationszwecken nutzen?

Definitiv ja. Wir  haben uns verschiedene Autofabriken angesehen und sehr genau überlegt, wie wir Besuchern ein großartiges Erlebnis unserer Marke bieten können. Von Anbeginn hatten wir diesbezüglich ein spezielles Planungsteam. Dieses hat das Layout der Produktionsanlagen auch mit Blick auf den Markenausdruck und die Besucherintegration differenziert durchdacht.

Werden Sie das neue Gebäude auch zu Kommunikationszwecken nutzen?

Definitiv ja. Wir haben uns verschiedene Autofabriken angesehen und sehr genau überlegt, wie wir Besuchern ein großartiges Erlebnis unserer Marke bieten können. Von Anbeginn hatten wir diesbezüglich ein spezielles Planungsteam. Dieses hat das Layout der Produktionsanlagen auch mit Blick auf den Markenausdruck und die Besucherintegration differenziert durchdacht.

Was gibt es da zu beherzigen?

Es gibt logischer Weise ganz verschiedene Produktionslayouts. Aber eben nur bei einem davon bekommt der Besucher ganz genau mit, was in einem Manufaktur-Gebäude ganz konkret passiert. Auch nach dem Einzug gibt es noch fortlaufend Veränderungen, wenn wir da und dort Optimierungsbedarf entdecken. Das ist alles dynamisch. Allein im Sauberraum haben wir innerhalb kurzer Zeit mehrfach umgestellt, um das Besuchererlebnis weiter zu steigern.

Wie kommen IWC-Liebhaber und -Kunden in den Genuss eines Besuchs?

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten. Man kann sich als Gruppe anmelden oder sich zu einer Gruppe gesellen. Die Gruppen sind immer so getaktet, dass alle bestmöglich sehen und erleben können. Es bringt logischer Weise nichts, in der Mittagspause durchs Gebäude zu laufen. Die Planung der Besuchergruppen hängt also auch von Produktionsfluss ab.

Kombiniert mit einem Besuch des Museums, denke ich.

Natürlich immer gerne. Aber unabhängig vom Manufakturbesuch hat unser IWC Museum im Stammhaus auch publizierte Öffnungszeiten, während deren man ohne vorherige Anmeldung Zutritt bekommt.

Können ihre Konzessionäre auch Gruppen bringen?

Selbstverständlich ja. Das ist bei uns sogar die Mehrheit der Besucher.

Welche Kapazitäten halten Sie gegenwärtig vor?

Wir planen bis zu 10.000 Besuchern im Jahr. Zu diesem Zwecke werden wir unsere Programme noch deutlich weiterentwickeln. Dabei werden wir auch verschiedene Interessenslagen unserer Gäste berücksichtigen. Mit Blick auf maßgeschneiderte Programmabläufe stecken wir derzeit aber noch ein wenig in den Kinderschuhen. In den kommenden Jahren werden wir diesbezüglich sicher noch viel Knowhow entwickeln. Derzeit denken wir an ein Vor- und Nachmittagsprogramm, das mit Blick auf die Besucher variiert.

Erleben durch Zusehen ist eine Sache, erleben durch eigenes Tun eine andere. Ist daran gedacht, Besucher auch aktiv einzubinden?

Das geschieht schon jetzt bei der Oberflächen-Perlage und beim Steinesetzen. Ferner bieten wir Uhrmacherkurse an, wo man sich im Zusammensetzen eines Uhrwerks üben kann. Je nach Zusammensetzung der Gruppen gibt es das selber ausprobieren an verschiedenen Stationen unserer Werksmontage. Auch hier werden wir uns künftig definitiv noch weiter entwickeln. Touch and feel, also haptisches Erleben beispielsweise der Gehäusekomponenten besitzt einen hohen Stellenwert. Neben Videos und Schaukästen haben wir deshalb auch Schubläden, in den Komponenten zum Anfassen ruhen.

Sie haben sich also eine Art Didaktik überlegt

Uns war es wichtig, aus einem zufallsgeprägten ein systematisches Erleben zu machen, also angefangen beim Stangenmaterial schrittweise hin zum fertigen Produkt. Wie entsteht ein Uhrengehäuse, wie ein Werk? Im bisherigen Gebäude unter am Rhein war das nicht so einfach zu begreifen. Zu diesem Grundsatz gesellt sich allerdings noch ein zweiter. Und dreht sich um die Geschichte unserer Marke. Ganz generell zielt unser Bemühen darauf ab, dass jeder unserer so viel wie möglich mit nach Hause nehmen kann. Wenn man ein Gebäude auf der grünen Wiese errichtet, ist es im Gegensatz zu angemieteten Flächen mehr als nur logisch, alle denkbaren Aspekte von Anbeginn mit einzubeziehen.

IWC CEO Christoph Grainger-Herr 

Hier geht es zum zweiten Teil des Interviews

 

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