2018 feiert die IWC ihren 150. Geburtstag - ein Rückblick in die Geschichte der Schaffhauser Uhrenmanufaktur
IWC Schaffhausen: 150 Jahre und kein bisschen alt

Eine Vielzahl von Taschen- und Armbanduhren, dazu ein breites Spektrum an mechanischen Kalibern durchziehen die Biographie der International Watch Company, kurz IWC genannt, wie ein roter Faden. Vor dem kommenden Bericht über das neue Fabrikationsgebäude in Schaffhausen und einem Interview mit CEO Christoph Grainger-Herr richtet Uhrenkosmos zunächst ein kurzes Augenmerk auf die illustre Geschichte dieser traditionsreichen Uhrenmanufaktur.

IWC Schaffhausen: 150 Jahre und kein bisschen alt

IWC - Blick in die Geschichte einer Uhrenmanufaktur

In den ersten elf Jahren nach der Gründung im Jahr 1868, und daran gibt es nichts zu rütteln, ging es bei der International Watch Company turbulenter zu, als im nahegelegenen Rheinfall. Das Durcheinander ist zwei Amerikanern geschuldet, ohne die es das Unternehmen allerdings gar nicht gäbe.

Einer davon, Florentine Ariosto Jones, wollte die in sei­nem Heimatland immer beliebter werdenden Taschenuhren deutlich kostengünstiger in der Schweiz produzieren lassen. Im uhrmacherisch bis dahin völlig unbeleckten Schaffhausen entdeckte er die Vorzüge der Was­serkraft zum Antrieb moderner Produktionsmaschinen. Die Gründung der International Watch Co., kurz IWC genannt, und die Fertigstellung erster Kaliber gingen noch im gleichen Jahr über die Bühne. Leider hatte Jones seine Rechnung ohne seine Landsleute aufgemacht. Jenseits des großen Teichs gestaltete sich der Absatz nämlich weitaus schwieriger als gedacht.

1875 stand daher schon der erste Konkurs ins Haus. Auch sein Nachfolger F. F. Seeland hatte das Glück nicht auf seiner Seite. Infolge falscher Marktstrategien und ge­schönter Bilanzen stand die IWC im Sommer 1879 abermals vor dem Aus.

Nach diesem neuerlichen Desaster fackelte Johannes Rauschenbach nicht lange. Für 280.000 Franken, und damit etwa die Hälfte des Schätzwerts kaufte der Maschinenfabrikant die schicksalsgebeutelte Firma. Dadurch gelangte die IWC für rund 100 Jahre weitestgehend in Familienbesitz.

Ungeachtet der 1971 vollzogenen Umwandlung in eine Aktiengesellschaft blieb die IWC bis 1978 ein Schweizer Familienunternehmen. Das turbulenten Anfangs-Jahrzehnt darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass unter der Ägide des amerikanischen Firmengründers sammelnswerte Handaufzugswerke vom „Kaliber Jones“ entstanden. Ähnlich verhält es sich mit einer Erfindung des österreichischen Ingenieurs Josef Pallweber. Die ab 1885 produzierte und bei Sammlern beliebte Taschenuhr mit digitaler Zeitanzeige kehrt zum 150. Firmenjubiläum in Gestalt einer Armbanduhr zurück.

Richtig los im heutigen Sinne ging es ab 1893. Das neuentwickelte Kaliber 52, später salopp als „Kaliber Schaffhausen“ bezeichnet, verankerte den internationalen Ruf der IWC als Hersteller von Präzisions-Taschenuhren nach höchsten Qualitätsstandards. Die runde Punze „Probus Scafusia“ („Gutes aus Schaffhausen“) entwickelte sich zum anerkannten Marken­zeichen Viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Wirtschaftskapitäne, Sportler, Künstler vertrauten ihre Zeit den chronometrischen Erzeugnissen aus dem Städtchen mit dem Rheinfall an. Zu ihnen zählten Zar Ferdinand I. von Bulgarien ebenso wie Papst Pius IX., C.G. Jung, Winston Churchill oder Miles Davis. Das Spektrum ikonographischer Produkte umfasst die ab 1935 entwickelten Flieger-Armbanduhren, welche es in unterschiedlichen Ausführungen gab und bis in die Gegenwart gibt. Kultstatus besitzt die legendäre, 1948 lancierte Mark XI.

1978 verlangten die unerquicklichen Konsequenzen der globalen Quarz-Revolution nach einem Investor. Als solche präsentierte sich die Instek AG, eine Tochter des deutschen Tachometer-Herstellers VDO. Letzterer gelangte 1991 unter das Dach des deutschen Mannesmann-Konzerns, welcher seine chronometrischen Aktivitäten mit Hilfe des erfolgreichen deutschen Managers Günter Blümlein in der Holding „Les Manufactures HorlogèresLMH” zusammenführte.

Das vierte und vorläufig letzte Kapitel der turbulenten Firmenbiographie ist schnell erzählt: Ende Juli 2000 kaufte der Richemont-Luxuskonzern besagte LMH für 2,8 Milliarden Schweizerfranken. Seitdem ging es mit der IWC kontinuierlich bergauf. In aller Munde sind neben „DaVinci“ und „Ingenieur“ vor allem die nachhaltig erfolgreichen PPP-Linien: „Pilot„, „Portofino“ und „Portugieser„.

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  1. Uhrenkosmos im Gespräch mit Christoph Grainger-Herr - […] erschließen. Wir haben ferner Angebote nur Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, welche die IWC auch sponsert. Darüber hinaus gibt es…

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