Rundgang mit dem Uhrenkosmos durch das neue IWC-Gebäude in Schaffhausen
Die IWC Manufaktur unter neuem Dach – Teil 2

Komponenten für Uhrwerke wollen nicht nur hergestellt, sondern auch kontrolliert, feinbearbeitet und assembliert werden. All das passiert im neuen Manufakturgebäude der IWC. Wir führen durch das neue Werk.

Die IWC Manufaktur unter neuem Dach – Teil 2

Manuelle Perlage von Uhrwerksteilen bei der IWC

Veredelung? Na selbstverständlich!

Fein dekorierte Uhrwerke gehören zu IWC wie das Wasser zum Rhein. Gemeint sind Polituren, Schliffe und natürlich auch eine galvanische Vergütung der Oberfläche. Im neuen Manufakturzentrum der IWC versteht man sich auf alles. Manche Oberflächen eine genannte Perlage. Darunter sind kleine Kringel zu verstehen, welche einschlägig erfahrene Fachkräfte in Handarbeit akkurat nebeneinander setzten. Daneben gibt es mittlerweile aber auch Automaten, die diesen Job mit der gewünschten Präzision erledigen.

Manuelle Perlage einer Werksbrücke bei IWC

Manuelle Perlage einer Werksbrücke bei IWC

 

Heutzutage, da die Uhrwerke in dichten Gehäusen ticken, wendet sich dieser Schliff einzig und allein ans Auge. Früher besaß er eine echte Funktion: Die feinen Rillen banden eindringenden Staub. Genfer Streifen verzieren beispielsweise die Aufzugsrotoren.

Dekoration eines Aufzugsrotors mit Genfer Streifen:

Dekoration eines Aufzuigsrotors mit Genfer Streifen

Besonderen Aufwand erfordern gravierte Komponenten. Hierzu gehört unter anderem die Federhausbrücke. Nach dem Anbringen der Inschrift auf konventionelle Weise oder mit Hilfe von Lasern erfolgt zunächst eine komplette Vergoldung des Teils. Anschließend deckt Lack die Gravur ab. Ein nächster Arbeitsschritt führt zum Genfer Streifenschliff. Im Anschluss an die galvanische Rhodinierung muss nur noch der Schutzlack entfernt werden, um die Schrift in goldenem Glanz erscheinen zu lassen.

Montage unter beinahe klinisch reinen Bedingungen

Blitzsauber geht es in der Abteilung T1 zu, in der anschließend die fertigen Uhrwerke entstehen. Staub ist hier der größte Feind. Daher ist die 2.223 Quadratmeter große Sauberraumfläche vom übrigen Teil des Gebäudes hermetisch abgetrennt. Das Betreten verlangt ein klar definiertes Prozedere. Im Inneren herrscht Reinraumstufe sieben. Pro Stunde reinigt eine Anlage 50.000 Kubikmeter Luft.

Das Sortieren und Einpressen der Lagersteine erledigen Automaten mit absoluter Präzision.

Vollautomatisches Sortieren von Lagersteinen vor dem Einpressen in die Platinen, Brücken und Kloben

Vollautomatisches Sortieren von Lagersteinen vor dem Einpressen in die Platinen, Brücken und Kloben

Beim Aufrichten der später akkurat tickenden Mikrokosmen für an handwerklicher Kompetenz kein Weg vorbei. Bänder reichen die Werke an Spezialisten weiter, welche dann genau definierte Arbeitsschritte wie zum Beispiel das Einsetzen des Räderwerks durchführen. Ausgeklügelte Prozesskontrolle beugt Fehlern vor. Das Ölen wiederum obliegt einer selbst entwickelten Maschine. Sie versorgt die relevanten Positionen mit dem korrekten Quantum des vorgeschriebenen Schmiermittels. Nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel, denn das kann durchaus schädlich sein. Ganz zum Schluss erfolgt eine penible Prüfung aller hier assemblierten Uhrwerke.

Wird fortgesetzt

Über den Autor

Gisbert L. Brunner

Uhrensammler seit 1964 Journalistische Tätigkeit in Sachen Uhren seit 1981 Autor und Co-Autor von mehr als 30 Büchern über Armbanduhren und namhafte Uhrenmarken

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