Vacheron Constantin Traditionelle Tourbillon Chronograph

Vacheron Constantin Traditionelle Tourbillon im neuen Kleid

Im Zuge der virtuellen Uhrenmesse Watches & Wonders präsentierte Vacheron Constantin das komplexe Manufaktur-Handaufzugskaliber 3200 mit klassisch rundem Rotgoldgehäuse. Die Luxus-Armbanduhr „Traditionelle Tourbillon Chronograph“

Brüder ohne und mit Drehgang

Im Jubiläumsjahr 2015 debütierten bei Vacheron Constantin die in der kissenförmigen „Harmony“-Linie verbauten Chronographenkaliber 3300 und 3200. Der Unterschied besteht in einem Minutentourbillon, welches das Manufakturkaliber 3200 gegenüber dem Bruder namens 3300 aufwertet.

Nicht zuletzt auch aus konstruktiven Gründen haben die Techniker eine grundsätzlich ungewöhnliche Antriebsart des Drehgangs gewählt. Der Kraftfluss erfolgt nicht wie üblich vom Kleinbodenrad sondern vom Sekundenrad des Basis-Uhrwerks. Damit sich das Tourbillon, welches auch als Sekundenzeiger dient, dennoch im Uhrzeigersinn dreht, braucht es ein kleines Zwischenrad. Seine Zähne greifen in die eines großen Zahnrads. Selbiges trägt jenen Käfig, in dem die Uhrmacher das Schwing- und Hemmungssystem montieren.

Tradition und Innovation bei Vacheron

Der Chronographenmechanismus beider Handaufzugskaliber verkörpert einen Mix aus Tradition und Moderne. Aspekte des Überlieferten bestehen zunächst einmal in der Ein-Drücker-Konstruktion. Das Bedienelement zum konsekutiven Starten, Stoppen und Nullstellen ist in die Krone eingelassen. Additionsstoppungen sind in diesem Fall nicht möglich. Auf das Anhalten folgt zwangsläufig die Nullstellung. Klassisch präsentieren sich ferner die Schaltradsteuerung der zeitschreibenden Funktionen sowie eine horizontale Räderkupplung. Allerdings weist die Verbindung zwischen dem „Motor“ und dem Stoppmechanismus einige innovative Merkmale auf. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist die Kraftübertragung vom Mitnehmerrad auf der Welle des Sekundenrads zum Chronozentrumsrad.

Normalerweise trägt die bewegliche Kupplungswippe nur ein Kupplungsrad. Die Schweizer Luxusmanufaktur verbaut hingegen zwei koaxial übereinander angeordnete. Durch Friktion ist das Duo miteinander verbunden. Die Zähne des goldfarbenen oberen stehen in ständigem Kontakt mit jenen des Mitnehmerrads. Wie allgemein üblich schwenkt die Kupplungswippe beim Starten des Stoppers in Richtung Zentrum. Nun jedoch greift die feine Verzahnung des unteren silberfarbenen Kupplungsrads mit Speichen in Gestalt eines Malteserkreuzes in jene des Chronozentrumsrads mit insgesamt 240 Zähnen. Dieser konstruktive Kunstgriff minimiert zum einen den unliebsamen Startsprung des Chronographenzeigers. Andererseits reduziert sich die mechanische Beanspruchung dieser Baugruppe.

Kupplung und mehr

Die Lagerung der Kupplungswippe erfolgt unmittelbar auf der Räderwerksbrücke und nicht konzentrisch über dem Sekunden- und Mitnehmerrad. Mit letztgenannter Lagerung ginge ein optimaler Drehwinkel einher. Sie brächte jedoch auch ein geringfügiges Plus an Bauhöhe mit sich. Bei den Kalibern 3200 und 3300 regelt eine Exzenterschraube die Eintauchtiefe des freien Endes der Kupplungswippe in die Lücke zwischen den Schaltrad-Säulen.

Das bereits erwähnte Friktionsprinzip dient übrigens auch dem Antrieb des schleichenden und damit wenig Kraft zehrenden Minuten-Totalisators des Chronographen. Auf diese Weise mindert sich der Einfluss auf die Unruh-Amplitude bei eingeschaltetem Chronographen. Der Zähler reicht bis 45 Minuten und eignet sich deshalb auch zum Stoppen von Fußball-Halbzeiten. Keineswegs alltäglich sind ferner gleich zwei Blockierhebel für Chronozentrums- und Minutenzählrad. Sie treten bei angehaltenem Stopper in Aktion. Hinzu gesellen sich getrennte, aber unter einem Kloben gelagerte Herzhebel zum Nullstellen besagter Indikationen.

Des Weiteren besitzen die Uhrwerke eine Alles-oder-nichts-Sicherung, welche normaler Weise hochwertigen Repetitionsschlagwerken zu eigen ist. Dieses technische Detail stellt sicher, dass der Chronograph nur dann in Aktion tritt, wenn die Bedienung des Drückers auch wirklich alle Funktionen startet. Erwähnenswert ist schließlich auch noch ein leichtgängiges Winkelgetriebe zwischen Aufzugstrieb und Kronrad. Für die Gangreserveanzeige verwendet Vacheron Constantin gleichfalls ein Winkel-Differenzial. Die Glucydur-Unruh und die zugehörige Flachspirale vollziehen im Tourbillonkäfig stündlich sehr moderate und daher an die Tradition knüpfende 18.000 Halbschwingungen.

Dieser Frequenz von 2,5 Hertz wird auch die Teilung der Sekundenskala auf dem sachlich gestalteten Zifferblatt mit äußerer Tachymeterskala gerecht.

Ein Tourbillon-Kaliber Verpackt in Rotgold

Die aus 292 selbstverständlich sorgfältig finissierten Komponenten assemblierte Mechanik mit ca. 65 Stunden Gangautonomie umfängt ein 42,5 Millimeter großes Sichtbodengehäuse aus Rotgold. Die Schale baut 11,7 Millimeter hoch und widersteht dem nassen Element bis zu drei bar Druck.

Zu haben ist die Referenz 5100T/000R-B623 für unverbindliche 223.000 Euro. Die Konstruktion und Fertigstellung des „Traditionelle Tourbillon Chronograph“ erfolgte nach den strengen Kriterien des Genfer Siegels. Vor der Lieferung muss jede Uhr die obligatorische Genauigkeitsprüfung bestehen. Pro Woche darf diese Armbanduhr nicht mehr als eine Minute von der Norm abweichen.

Uhrenkosmos Modell-Steckbrief 

Hersteller

Vacheron Constantin

Name

Traditionelle Tourbillon Chronograph

Referenz

5100T/000R-B623

Premiere

April 2020

Uhrwerk

Manufakturkaliber 3200

Aufzug

manuell

Durchmesser

32,8 Millimeter

Bauhöhe

6,7 Millimeter

Komponenten

292

Unruhfrequenz

2,5 Hertz

Gangautonomie

ca. 65 Stunden

Anzeige

Stunden, Minuten, Sekunden durch drehenden Tourbillonkäfig, Gangreserve

Zusatzfunktionen

Minutentourbillon, Chronograph mit 45-Minuten-Zähler

Gehäuse

Rotgold

Durchmesser

42,5 Millimeter

Höhe

11,7 Millimeter

Wasserdichte

drei bar

Armband

Alligatorleder, Faltschließe Rotgold

Preis

223.000 Euro

Limitierung

keine

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