Detailwissen Rolex

Rolex Wissen: 5 Dinge, die Sie über Rolex wissen sollten.

Es ist über Rolex alles gesagt und alles geschrieben, glauben Sie? Womöglich. Unser kleines Rolex Wissen Dossier erklärt Ihnen 5 Rolex Innovationen, bei denen selbst Rolex Träger nicht unbedingt immer Bescheid wissen. Welche der folgenden Punkte der weltweit erfolgreichsten Uhrenmarke Rolex hätten Sie gewusst?

von | 18.08.2022

Die Leichtgängigkeit eines Rolex Stahlarmbands

Jeder Mensch würde annehmen, dass ein Rolex Stahlarmband schlicht aus Metall besteht. Tut es auch im Prinzip – aber eben nicht ganz. Uhrenliebhaber mit besonderem Rolex Wissen kennen den Grund, warum ein Rolex Stahlband so flexibel und leichtgängig ist. Es ist die Keramik im Inneren der Gelenke.  
Tief im Inneren des Armbands sorgen gehärtete Keramikoberflächen für eine Minimierung der Reibung. Sie haben die Form einer über dem Metallkörper liegenden, runden Manschette und sind von außen nicht sichtbar. Dieses leichtgängige, abriebfestes Lager zwischen den einzelnen Gliedern sorgt dafür, dass die schweren Metallarmbänder einer Rolex Uhr stets leichtgängig, weitgehend verschleißfrei und wartungsarm bleiben. Keramik im Metallarmband einer Rolex – hätten Sie es gewusst?

Indexe und Zeiger aus Gold

Um die Qualität und Schönheit von Rolex Zifferblättern zu verstehen, lohnt ein Blick in die Vergangenheit. Denn auch Rolex brauchte Jahrzehnte und erwarb in dieser Zeit viel Know-how, bevor die Genfer Uhrenmanufaktur in der Lage war, Zifferblätter, Zeiger und Indexe auf dem heutigen hohen Qualitätsniveau herzustellen.

Es gab also eine Zeit, da druckte Rolex wie die meisten Marken auch seine Zifferblattindexe und Zifferblattmarkierungen direkt auf das Zifferblatt. Das taten sie nicht einmal selbst. Vielmehr wurde diese Aufgabe von einem externen Zifferblatthersteller übernommen. Diese Vorgehensweise war zuverlässiger und preiswerter. Wenn Hans Wilsdorf wie auch die späteren langjährigen Rolex Präsidenten etwas auszeichnet, dann ist es der Wunsch nach stetiger Verbesserung und Perfektion. Also galt es, die gleiche Anstrengung, mit der man die Rolex Werke über Jahrzehnte verbesserte hatte, den Indexen und Zeigern zuteilwerden zu lassen.
Das war natürlich schwierig, wenn eine Firma die Uhrwerke, eine zweite Firma die Zifferblätter und eine dritte Firma die Zeiger herstellte. Um dieses Problem von Grund auf zu lösen, hatte Rolex eine so einfache wie überzeugende Lösung: Rolex kaufte die Firmen, die für Rolex arbeiteten, systematisch auf und gliederte sie in die Gruppe ein. 

Mit dem Kauf begann jedoch erst die Arbeit. Rolex stattete dem eigenen Premiumanspruch folgend seine ehemaligen Zulieferer zunächst technisch optimal aus und setzte anschließend auf eine stetige Qualitätsverbesserung. Doch nicht nur technisch – auch konzeptionell sollten Rolex Kunden überzeugt werden. Entsprechend verschwanden im Laufe der Jahre alle gedruckten Zifferblätter und machten hochwertigen, auf das Zifferblatt aufgebrachten Indexen Platz. Diese Indexe wie auch die Zeiger sollten strahlen und dem Zifferblatt Glanz und Bedeutung verschaffen. Das hierfür bestmögliche Metall war und ist Gold. Entsprechend sind alle Zeiger und Indexe von Rolex aus Gold. Auch die Einfassungen der Uhren mit Leuchtzifferblatt werden aus diesem Edelmetall gemacht.  

Wissen und das Streben nach Perfektion ist es also, was Rolex Uhren hochwertig erscheinen lässt und die Luxus-Positionierung der Marke nach außen dokumentiert. 

Oystersteel

Rolex Oystersteel klingt im ersten Moment nach klassischem Marketing. Denn, zwar kennt man die Bezeichnung Rolex-Oyster und weiß, dass damit das wasserdichte Uhrengehäuse mit der verschraubten Krone gemeint ist. Gleichwohl stellt sich die Frage, was an Oystersteel besonders sein soll. Es gibt doch Stahluhren in Hülle und Fülle, nicht nur bei Rolex. Nur, dass die meisten Uhrenfirmen in der Regel auf die Stahllegierung 316L setzen. Entsprechend stellt sich die Frage, was sich hinter der seit dem Jahre 1985 eingesetzten Stahllegierung 904L verbirgt – die übrigens auch von einigen anderen kleinen Uhrenherstellern verwendet wird.

Der von Rolex verwendete Edelstahl 904L ist eine Legierung, die durch optimierte Beigabe von Kohlenstoff, Chrom, Nickel, Molybdän und Stickstoff eine enorme Haltbarkeit und Festigkeit entwickelt. Ebenso ist die Legierung hochresistent gegen Lochfraß und Spannungsrisskorrosion. Das L hinter der 904 steht übrigens für „low carbon“, also einen niedrigeren Kohlenstoffanteil. Dafür ist der Nickelanteil der Stahllegierung 904L im Vergleich zur Stahllegierung 316L etwas höher, ohne dass sich Rolex Oystersteel zu erhöhten Allergiereaktionen führt. Der Fachausdruck für eine solche Legierung wäre „superaustenitischen Stahl“.

Was genau in den vergangenen 35 Jahren stahltechnisch so alles weiterentwickelt wurde, lässt Rolex in gewohnter Schweigsamkeit nicht heraus. Eine Rolex aus Oysterstahl ist in ihrer Rostbeständigkeit jedoch so rostbeständig wie ein Edelmetall. Ein weiterer angenehmer Begleiteffekt ist der, dass Sie Ihre Oystersteel Rolex mit Leichtigkeit wieder auf Hochglanz polieren können.
Kein Wunder also, dass Rolex Uhren auf dem Gebrauchtmarkt eine ausgezeichnete Wertstabilität besitzen.

Die Rolex Riffelung der Rolex Lünette

Für viele der heutigen Design-Innovationen lässt sich nicht genau sagen, warum dies so und nicht anders ist. Geschweige denn praktisch. Für die Rolex Riffelung der Lünette und des Gehäuses hingegen gibt es einen vernünftigen, schlichtweg pragmatischen Grund.
Hierzu muss man abseits des Wissens um Rolex Innovationen vor Augen haben, dass die Wasserdichtigkeit von Armbanduhren bis in die zwanziger Jahre nicht dauerhaft gewährleistet war. Erst Rolex löste das Problem nachhaltig. Zum einen gab es die Konstruktion eines Metallkorpus, der mit dem Gehäuseboden verschraubt wurde. Aber auch die Lünette wurde mit dem Gehäuse verschraubt und presste so das Uhrglas fest und wasserdicht auf den Gehäusekorpus. Dazu gesellte sich die patentierte Schraub-Krone – die übrigens von Georges Peret und Paul Perregaux erfunden, von diesen dann aber an Hans Wilsdorf verkauft wurde. Schon war die Wasserdichtigkeit sichergestellt.

Das Verschrauben von Gehäuseboden und Lünette erfolgte mit einem Rolex-Spezialwerkzeug, welches sich passgenau auf die Lünetten-Riffelung und Bodenriffelung setzen ließ. Dass daraus einmal ein Rolex-typisches Lünetten-Design werden würde, hätte sich wohl selbst Hans Wilsdorf nicht vorgestellt. Welch komplexe Konstruktion sich im Vergleich zur einstigen Gehäusekonstruktion hinter einer modernen Rolex Lünette verbirgt, zeigt die Explosionszeichnung des Aufbaus einer modernen Rolex Lünette.

Rolex Wissen

Zum Rolex Wissen und Markenverständnis gehört auch, dass die Genfer Uhrenmanufaktur mit der Erfindung der wasserdichten Krone den entscheidenden Impuls für das weitere Wachstum gelegt hat. Haben Sie verstanden und können es auch nicht mehr hören. Gut. Aber was die Punkte auf der Rolex-Krone bedeuten, sagt Ihnen Ihr Rolex Allgemeinwissen womöglich nicht – falls Ihnen die Punkte auf der Krone überhaupt aufgefallen sind.

Rolex Uhren gibt es mit zwei oder drei Punkten auf der Krone. Zwei Punkte, respektive ein Streich bei manchen Modellen steht für eine einfache Wasserdichtigkeit eines Oystergehäuses von bis zu 100 Meter Wassertiefe. Das dürfte den meisten Rolex-Besitzern und im Alltag durchaus reichen. Hierfür zeichnet das im Jahr 1953 erfundene Rolex-Twinlock System verantwortlich. Dabei wird nicht nur die Krone abgedichtet, sondern auch der Uhren-Tubus. Rolex weist auf der Krone mit zwei Punkten oder einer Linie auf das Twinlock Dichtsystem hin.

Drei Punkte auf der Rolex-Krone stehen für eine dreifache Abdichtung der Krone. Dieses System nennt sich nicht ganz überraschend Triplock-Dichtung und es gibt sie bei den Rolex Taucheruhren Rolex Submariner, Rolex Sea-Dweller und Rolex Deepsea. Als kleine Bonus-Gabe werden aber auch die teureren Modelle Rolex GMT-Master II, Rolex Yacht-Master und die Rolex Daytona damit ausgestattet.

Sollten Sie also in die Situation kommen, dass Sie sich fragen, ob die Wasserdichtigkeit für Ihr sportlichen Pläne unter Wasser reichen, genügt künftig ein Blick auf die Krone und Sie erkennen die mögliche Wasserdichtigkeit.
Ausgestattet mit solch interessantem Rolex Wissen sollten Sie hoffentlich noch mehr Freude an Ihrer Rolex haben – bzw. in der Lage sein, im Gespräch mit ihrem Detailwissen über Rolex Uhren zu punkten.

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Kommentare zu diesem Beitrag

12 Kommentare

  1. Diese Liste der Vorteile einer Rolex-Uhr ist in sich verräterisch: Alles Aussen, mit Ausnahme der Kronendichtung. Nichts davon macht eine Uhr gut, nichts. Als Minus steht noch zu Buche, dass Rolex bis heute nichts von der Entspieglung der Gläser weiss.

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    • Wolfgang Winter

      Ich gebe Ihnen Recht, Rolex ist sicher nicht die Marke für Freunde der Finissage. Aber jährlich über 800.000 verkaufte Uhren lassen den Schluss zu, dass Rolex einiges richtig macht. Das Schöne dabei ist, dass der Uhrenmarkt ein solch breites Angebot hat, dass hoffentlich jeder das Modell seiner Wahl findet.
      🙂

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  2. Zum Thema Punkte auf der Krone. Nach der Lektüre dieses Artikel habe ich mal drauf geachtet und mir ist aufgefallen, dass Explorer Modelle statt den zu erwartenden zwei Punkten einen Strich, etwa so lange wie die Breite der Basis der Krone, aufweisen. Kann das mit einem Austausch der Krone beim Service zusammenhängen?

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    • Wolfgang Winter

      Ich denke, dass die Formulierung des Textes zunächst missverständlich war. Rolex verwendet unterschiedliche Auszeichnungen. Wobei die Systematik so zu verstehen ist – zwei Punkte oder eine Linie weisen auf eine Wasserdichtigkeit von 100 Meter und die Verwendung des Twinlock Dichtungssystems hin. 3 Punkte sind ein Hinweis auf das Triplock System.
      🙂

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      • Die wasserdichte Krone ist nicht die Erfindung von Rolex, sondern das Patent wurde gekauft. Im Laufe der Jahre sicher verbessert, aber die Idee ist nicht auf dem eigenen Mist gewachsen…

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        • Wolfgang Winter

          Absolut richtig – aber nicht ganz: Im Jahr 1925 kaufte Hans Wilsdorf von Georges Ulysse Perret und Paul Perregaux die Erfindung des verschraubten Gehäusemittelteils mit verschraubter Krone. Also keine Rolex-eigene Erfindung. Rolex brachte die Erfindung jedoch zur Marktreife, ließ sich die verschraubte Krone patentieren und entwickelte die Erfindung stetig weiter, bis hin zur heutigen Twinlock und Triplock Lösung.
          Überdies sorgte Hans Wilsdorf aufgrund seiner genialen Marketing-Aktivitäten dafür, dass sich die wasserdichte Rolex-Krone gegen die anderen existenten Lösungen durchsetzte.
          🙂

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  3. Die Keramik Teile im Armband sind nicht schon immer vorhanden sondern wurden erst in den letzten Jahren eingeführt. Alle älteren Armbänder sind nur aus Metall und besonders die aus 18 Karat Gold, was recht euch ist, sind teilweise derart abgenutzt dass man sie nur noch einschmelzen kann.

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    • …was recht weich ist….

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    • Seit wann werden die Armband-Gelenke mit Keramik geschützt?

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  4. Ihre Angabe zum Foto der Oyster Day Date mit grünem Zifferblatt ist nicht korrekt. Es handelt sich dort um ein „President Armband“, dieser Bandtyp wird nur in Edelmetall-Ausführung bei Rolex produziert. Die Bezeichnung zum abgebildetem Foto ist demnach nicht korrekt und sollte zeitnah abgeändert werden.

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