Die wasserdichte Armbanduhr "Pikleur" von Liengme & Co.
Diese besondere Uhr ist zwar nicht ganz dicht – aber fast reicht manchmal auch

Die Geschichte dieser (fast) wasserdichten Armbanduhr von Pikleur-Liengme reicht zurück ins letzte Jahrhundert. Auch wenn sich die Konstruktion nicht durchsetzte, ist sie doch ein interessantes Sammlerstück. Wir erklären Ihnen warum..

Diese besondere Uhr ist zwar nicht ganz dicht – aber fast reicht manchmal auch

Der Glasrand der Pikleur Armbanduhr war zum leichteren Abschrauben des Glasdeckels geriffelt

Heute gelten Armband-Uhren nach der Norm 92-10 der Schweizerischen Uhrenindustrie (NHS) als wasserdicht, wenn sie „für den allgemeinen täglichen Gebrauch bestimmt sind und sich dem Eindringen von Wasser bei Tätigkeiten, wie zum Beispiel dem Schwimmen, widersetzen. Sie können unter Bedingungen, wo Wasserdruck und Temperaturen stark variieren, verwendet werden. Dagegen dürfen sie, auch wenn eine zusätzliche Überdruckvorgabe vorhanden ist, nicht als Taucher-Uhren verwendet werden“. Für einen näheren Einblick in die entsprechenden Vorgaben – und das zauberhafte Deutsch – folgen sie einfach diesem Link zur entsprechenden Webseite des Verbands der Schweizerischen Uhrenindustrie.

Dicht. Also fast

So weit dachte man in den ersten beiden Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts nicht. Denn die Armbanduhr steckte noch in den Kinderschuhen. Trotzdem war die Uhrenindustrie gedanklich und technisch weiter als manche heute annehmen. Es gab bereits eine Vielzahl unterschiedlicher Konstruktionen „dichter“ Gehäuse. Diese können zwar im heutigen Sinne nicht als wasserdicht bezeichnet werden. Doch sie waren in gewissem Umfang durchaus imstande, das Werk vor Staub und Feuchtigkeit zu schützen.

Die „Matrjoschka-Puppen“ Lösung

Ein frühes Modell einer wasserdichten Uhr stammt aus der im Jahre 1914. Arthur und Georges Liengme hatten in Cormoret die Uhrenfabrik Liengme&Co. SA gegründet. Es kam gegen 1918 unter dem Namen „Pikleur“ auf den Markt.

Die  Besonderheit dieser Uhr ist die zweischalige Ausführung. Das Außengehäuse besteht aus einem Boden und einer Schraub-Lünette. Nach dem Entfernen des Glasrands lässt sich dann das an einem Scharnier befestigte Mittelteil herausklappen. Als Gehäuse im Gehäuse (mit einem weiteren, aufgesprengten Boden) bietet es dem Werk zusätzlichen Schutz. Weil jedoch die Krone in konventioneller Form nach außen geführt wird, ist die Dichtigkeit des Gehäuses trotz des hohen technischen Aufwands begrenzt. Zur damaligen Zeit war die Bauweise jedoch bereits ein Fortschritt und die Vorzüge des Modells sorgten dafür, dass diese Uhr mit Wasser- und Staubschutz zur damaligen Zeit eine recht große Verbreitung hatte.

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