Moritz Grossmann XII Birthday Edition
2 mal 12 Uhren der Moritz Grossmann XII Birthday Edition für zwölf Jahre Moritz Grossmann Glashütte

Die kleine Uhrenmanufaktur Moritz Grossman feiert ihren 12. Geburtstag mit einer limitierten Edition von zwei Mal zwölf Armbanduhren Moritz Grossmann XII Birthday Edition. Ihre Besonderheit besteht im Zifferblatt, dessen Versilberung in traditionellen Anreibeverfahren erfolgt. Eine interessante Technik.

2 mal 12 Uhren der Moritz Grossmann XII Birthday Edition für zwölf Jahre Moritz Grossmann Glashütte

Das Moritz Grossmann- Manufakturgebäude in Glashütte und die beiden Armbanduhren der limitierten XII Birthday-Edition

Rechenexempel

Am Anfang der neuen Armbanduhr von Moritz Grossmann Glashütte, soll ein kleines Rechenexempel stehen. Die zum zwölften Manufaktur-Geburtstag in einer Auflage von jeweils zwölf Exemplaren in Roségold oder poliertem Stahl aufgelegte Moritz Grossmann XII Birthday Edition besitzt einen Durchmesser von 41 Millimetern. Folglich beansprucht sie am Handgelenk 1.320 Quadratmillimeter. Nach Abzug des Glasrands bleiben allein für das Zifferblatt 1.120 Quadratmillimeter. Und das sind rund 80 Prozent jener Fläche, auf die man beim Betrachten dieses klassisch gestalteten Zeitmessers schaut.

Diese bemerkenswerte Größenordnung sollte verdeutlichen, warum das Zifferblatt einer Uhr allergrößte Aufmerksamkeit verdient. Zusammen mit den Zeigern, welche vor der wie auch immer gestalteten Scheibe beständig ihre Runden drehen, entsteht aus diesem Zusammenspiel eine Art magnetische Wirkung für die Blicke.

Nicht galvanisiert, sondern angerieben

Kein Wunder also, dass das Grossman-Team um Christine Hutter dem Zifferblatt des streng limitierten Jubiläumsmodells besondere Aufmerksamkeit schenken. Bezugnehmend auf die Biographie des 1885 im Alter von nur 59 Jahren verstorbenen Namensgebers Moritz Grossmann, seines Zeichens Gründer der Deutschen Uhrmacherschule in Glashütte, brauchte es schon etwas Außergewöhnliches.
Eine Art von Tribut an die Vergangenheit wäre zum Beispiel Email gewesen. Weil solcherart gestaltete Zifferblätter heutzutage nicht mehr unbedingt selten sind, fiel die Entscheidung für eine heutzutage weitgehend in Vergessenheit geratene Handwerkskunst. Und die besteht im Aufbringen der Versilberung im traditionellen Anreibeverfahren.

Bekanntlich setzte die technische Nutzung des elektrischen Stroms für telegraphische und galvanische Zwecke in der Mitte des 19. Jahrhunderts ein. Danach dauerte es noch eine ganze Weile, bis genügend Energie für industrielle Anwendungen zur Verfügung stand. Um Zifferblättern eine silberne Optik zu verleihen, vermischten die Handwerker beispielsweise 1,5 Teile Chlorsilber mit vier Teilen in Wasser gelöstem Kochsalz. Diese rasch hergestellte Anreibe-Mixtur ließ sich entweder sofort mit einem Lappen auf die fettfreie und trockene Oberfläche aufreiben oder nach dem Eintrocknen wieder mit etwas Wasser verdünnen.
Ganz vom Markt verschwunden ist diese Anreibetechnik heutzutage keineswegs. Goldschmiede nutzen sie immer noch. Für sie hält der Fachhandel fertige Präparate bereit, welche wegen ihrer ätzenden Wirkung jedoch mit Vorsicht zu genießen sind. Mit ihrer Hilfe erhalten Gegenstände aus Neusilber, Messing, Kupfer, Bronze, Rotguss oder Tombak einen dauerhaften Überzug aus echtem Silber.

Moritz Grossmann verwendet für seine Anreibeversilberung ein Pulver aus Silbergranulat, Kochsalz und Weinstein. Selbiges reiben Spezialisten mit einer Bürste unter Zugabe von etwas Wasser auf das Messingblatt auf.

Zuvor schon erfolgten die Gravur der Indexierung, das Ausfüllen der Vertiefungen mit Lack und ein Brennvorgang. Durch sorgfältigen Schliff entsteht eine samtige Oberfläche des Ganzen. Weil der gebrannte Lack beim Anreiben kein Silber annimmt, bleibt die tiefschwarze Farbe der Indexe erhalten. Der letzte Akt besteht in einer transparenten Lackierung zum Schutz vor Oxidation und anderen Umwelteinflüssen.

Handaufzugswerk mit Raffinessen

Das solcherart erzeugte Zifferblatt wandert auf die Vorderseite eines nicht minder sorgsam finissierten Manufaktur-Handaufzugswerks vom Kaliber 100.1 mit 36,4 Millimetern Durchmesser und fünf Millimetern Bauhöhe. Konstruktiv handelt es sich um ein überliefertes Pfeilerwerk mit charakteristischer Zweidrittel-Platine und tragenden Teilen aus naturbelassenem Neusilber. Per Hand erfolgt die Gravur des Unruhklobens mit der typischen Feinregulierungsschraube für den Rückerzeiger. Darunter oszilliert die majestätische, 14,2 Millimeter große Schraubenunruh mit entschleunigten 2,5 Hertz.

Natürlich besitzt die Unruhspirale eine hochgebogene Endkurve nach Philips. Zu den weiteren Merkmalen des aus 198 Komponenten assemblierten Uhrwerks gehören ein Glashütter Gesperr mit Rücklauf, ein unabhängig herausnehmbarer Kupplungsaufzug, weiße Saphire in verschraubten Goldchatons sowie ein 3-fach gestufter Sonnenschliff auf dem Sperrrad.
Ein ausgeklügelter Zeigerstellmechanismus mit Drücker verhindert unbeabsichtigtes Verstellen der Zeiger beim Zurückdrücken der Aufzugskrone. Nach kurzem Ziehen an der Aufzugskrone schaltet der Mechanismus auf Zeigereinstellung um. Gleichzeitig hält das Uhrwerk an und die Aufzugskrone bewegt sich zurück in ihre Ausgangsposition.

Nach dem Richten der Zeiger startet die Betätigung des Drückers unterhalb der Aufzugskrone das Uhrwerk.  Die handgefertigten und gebläuten Stahlzeiger setzen sich in Bewegung. Nach Vollaufzug stehen 42 Stunden Gangautonomie zur Verfügung.

Moritz Grossmann XII Birthday Edition

Entweder in Roségold oder in poliertem Stahl erhältlich ist die 41-Millimeter-Sichtbodenschale. Erstgenannte kostet als Referenz MG-002802 unverbindliche 32.100 Euro. Die Referenz MG-002907 mit ebenfalls 11,35 Millimeter hoch bauendem Stahlgehäuse ist für 22.100 Euro zu haben. Beide Preise beinhalten die noch bis zum 31. Dezember 2020 geltende Mehrwertsteuer von 16 Prozent.

Moritz Grossmann XII Birthday Edition 

Einen kurzen Überblick über die Geschichte wie die Entstehung der Uhr gibt das Video der Glashütter Manufaktur.

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Über den Autor

Gisbert L. Brunner

Uhrensammler seit 1964 Journalistische Tätigkeit in Sachen Uhren seit 1981 Autor und Co-Autor von mehr als 30 Büchern über Armbanduhren und namhafte Uhrenmarken

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