Pythagoras lässt grüßen

Montblanc Heritage Pythagore Small Second Limited Edition 148

Weit mehr als 100 Jahre reicht die Geschichte des neuen Kalibers MB M14.08 von Montblanc zurück. Das nach den Vorgaben des Goldenen Schnitts gestaltete Handaufzugswerk beseelt jeweils 148 Armbanduhren in Rosé- oder Weißgold. Erhältlich ist die Montblanc Heritage Pythagore Small Second Limited Edition 148 für 18.500 Euro.

Goldener Schnitt zum Ersten

Ganz neu ist Montblancs neues Manufakturkaliber MB M14.08 in der Montblanc Heritage Pythagore Small Second Limited Edition 148 keineswegs. Streng genommen reicht seine Geschichte sogar zurück bis ins Jahr 1909. Da nämlich stellte Minerva, die seit 2007 zu Montblanc gehörende Uhrenmanufaktur ein 10½-liniges Handaufzugswerk mit einem Durchmesser von 23,7 Millimeter vor.

Die grundsätzliche Architektur dieses tickenden Mikrokosmos diente dem Uhrmacher André Frey als Vorbild, als er sich 1943 höchstpersönlich ans Reißbrett setzte. Bei seiner schöpferischen Tätigkeit ließ sich der damalige Mit-Inhaber von den Vorgaben des Goldenen Schnitts leiten.

Dieses Fundament idealer harmonischer Proportionen nach dem Goldenen Schnitt teilt eine Strecke in zwei Abschnitte. Aber nicht irgendwie, sondern exakt so, dass sich die Länge der kleineren zu derjenigen der größeren verhält wie die der größeren zum Ganzen. Herausragende Beispiele für die Perfektion dementsprechender Kreationen sind Bienenwaben oder die Fassade des Pantheon im Herzen Roms. Zugeschrieben wird die Erfindung der durch die Goldene Zahl φ (1,6180339) charakterisierte Proportionslehre dem bedeutenden griechischen Philosophen und Mathematiker Pythagoras.
Bekanntheit erlangte der Goldene Schnitt indessen erst durch die 1509 erschienene Publikation De divina proportione von Luca Pacioli, deren Illustrationen kein geringerer als Leonardo da Vinci beisteuerte.

Zurück zu André Frey und seinem tickenden Mikrokosmos. Er positionierte in einem Kreis mit dem Durchmesser des Uhrwerks ein Fünfeck. Bei ihm verhalten sich die kurzen zu den langen Sehnen wie die langen Sehnen zum Durchmesser des Ganzen. Jenes Verhältnis von 1:1,618 führte zu besagten göttlichen Proportionen.

Eigentlich wäre damit zum 3,8 Millimeter hoch bauenden Minerva-Handaufzugskaliber 48 fast schon alles gesagt. Aber eben nur fast. Wegen seiner unverkennbar reinen Formen entwickelte es sich zu einem wirklichen Klassiker der altehrwürdigen Minvera Uhrmacherkunst. Auf seiner Rückseite stechen zwei Brücken und ebenso viele Kloben ins Auge, dazu eine Schraubenunruh, welche stündlich geruhsame 18.000 Halbschwingungen vollzieht. Die Zugfeder speichert Kraft für 45 Stunden Gangautonomie.

Leichtgewicht nach dem Goldenen Schnitt

Als Herrenarmbanduhren in der Regel noch ca. 34 Millimeter maßen, konnten Designer mit 10½ Linien Durchmesser sehr gut Leben. Der kleine Sekundenzeiger besaß den richtigen Abstand zum Zifferblatt-Zentrum und gestattete ein harmonisches Erscheinungsbild des Ganzen. Selbst zu Beginn des 21. Jahrhunderts offerierte Minerva noch kleinformatige Armbanduhren mit besagtem Kaliber 48Fakt ist aber, dass am Handgelenk ein mehr oder minder starkes Wachstum der Größe der Zeitmesser festzustellen ist.

Weil Montblanc mit dem Erbe des ursprünglichen Pythagore-Kalibers nur noch reichlich wenig anfangen. Also entwickelten die Techniker in Villeret auf seiner Grundlage schon 2015 das Kaliber MB M62.48. Sein größerer Durchmesser von 31,6 Millimetern resultiert aus einem neu berechneten Ensemble aus Platine, Brücken und Kloben. Wie einst oszilliert das Ensemble aus Schraubenunruh und Flachspirale auch hier mit 2,5 Hertz. Bemerkenswert ist das Gewicht des aus 153 Komponenten assemblierten Ensembles. Lediglich 4,74 Gramm bringt es auf die Waage.

Die chronometrische Leichtigkeit des Seins resultiert einmal aus der Verwendung von Titan für Platine, Brücken und Kloben sowie zum anderen aus einer durchbrochenen Ausführung des Uhrwerks. Alles überflüssige, die Stabilität nicht beeinträchtigende Material wurde konsequent weggenommen. Das gilt auch fürs damals verwendete Zifferblatt.

Goldener Schnitt zum Dritten

Aus dieser zeitbewahrenden Mechanik erwuchs das während der Watches & Wonders 2021 vorgestellte Manufakturkaliber MB M14.08. Auch bei ihn platzierten die Techniker ein goldenes Fünfeck (A-B-C-D-E-A) in einen Kreis mit 31,6 Millimetern Durchmesser. Besagter fünfzackiger Stern resultiert aus dem Übereinanderlegen zweier goldener Dreiecke. Die vier Brücken und Kloben des Uhrwerks positionierten sie parallel zum jeweiligen Abschnitt (z. B. AB oder EC und DC oder EB). Alle weiteren Abmessungen errechnen sich aus einem Bruchteil oder einem Vielfachen der Goldenen Zahl φ.

Ebenfalls den Vorgaben des Goldenen Schnitts genügen die manuell erzeugten Details und Verzierungen. Abgerundet durch Genfer Streifen, welche das geometrische Design (AG) zusätzlich unterstreichen. Natürlich hat es auch mit der Kaliberbezeichnung MB M14.08 seine Bewandtnis. Die Zahl 14 weist auf den aktuellen Durchmesser von 14 Linien oder 31,6 Millimeter hin. Acht ist als Teil der Fibonacci-Folge von Bedeutung für den Goldenen Schnitt. Aktuellen Ansprüchen werden beruhigende 80 Stunden Gangautonomie gerecht. Damit tickt die Uhr mehr als ein ganzes sportliches Wochenende mit entschleunigten 2,5 Hertz Unruhfrequenz im sicheren Tresor. Zur Herstellung der Platine, Brücken und Kloben verwendet Montblanc rhodiniertes Neusilber.  

Montblanc Heritage Pythagore

Erhältlich ist die 39 Millimeter messende Montblanc Heritage Pythagore Small Second Limited Edition 148 in Rosé- oder Weißgold. Von jeder Ausführung gibt es 148 Exemplare mit Lederband. Selbstverständlich besitzt die bis zu fünf bar Druck wasserdichte Schale einen Sichtboden, durch den sich die edle Mechanik bewundern lässt.

Montblanc Heritage Pythagore

Montblanc Heritage Pythagore Small Second Limited Edition 148. Natürlich besitzen die Gehäuse der Referenzen 128667 (Rotgold) und 128666 (Weißgold) einen Sichtboden.

Vor dem Verlassen der Manufaktur in Villeret muss jedes der für 18.500 Euro erhältlichen Exemplare, Referenz 128667 (Rotgold) und Referenz 128666 (Weißgold) den aufwändigen Montblanc 500 Stunden Test bestehen.  

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