Junghans Max Bill Set zum Jubiläum

Junghans Uhren Geschichte und die Junghans max bill Edition Set 60

Bis in Jahr 1861 reicht die wechsel Junghans Uhren Geschichte zurück. Zu den unangefochtenen Leadmodellen der Uhrenmarke aus dem Schwarzwald gehören Armbanduhren, welche die Handschrift des Designers Max Bill tragen. Das aus drei Zeitmessern bestehende Junghans max bill edition Set 60 entsteht insgesamt 1.060 Mal. Sein Preis: 4.060 Euro

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Die Junghans Uhren Geschichte geht weit zurück bis in das Jahr 1861, das Gründungsjahr der Uhrenfabriken Gebrüder Junghans A.G. Zu dieser Zeit spielten am Handgelenk getragene Zeitmesser in der Uhrenwelt allerdings noch keine Rolle. Ganz abgesehen davon hatte Erhard Junghans ohnehin ganz andere Pläne. Im abgelegenen Schramberg startete er vielmehr die Produktion von Uhrenteilen auf „amerikanische“, sprich arbeitsteilige Art und Weise.

Junghans Gründer Erhard Junghans im Familienverbund

Erhard Junghans und seine Familie in der Zeit um 1860

Bald schon erfreuten sich die preiswerten, aber dennoch passgenau hergestellten Komponenten bei den Uhrenmachern des hohen Schwarzwaldes großer Beliebtheit. Vier Jahre später präsentierte Junghans der königlichen Zentralstelle für Gewerbe und Handel in Stuttgart sogar drei komplette Uhren. Rationell gefertigten Ganzmetallwerke demonstrierten die Leistungsfähigkeit der amerikanischen Methode unter Einbeziehung eines modernen, aus der Neuen Welt importierten Maschinenparks.

Pendeluhren von Junghans aus dem Katalog von 1898

Damals vieler Leute, aber doch nicht jedermanns Geschmack: nach amerikanischer Methode gefertigte Hausuhren von Junghans aus dem Katalog von 1898

1903 machten bei der seinerzeit weltgrößten Uhrenfabrik die ersten Junghans Taschenuhren mit dem Kaliber J1 von sich reden.

Junghans Taschenuhr von 1903 mit dem Kaliber J1

In der ersten Junghans Taschenuhr von 1903 tickt das Kaliber J1. Der Hintergrund zeigt die Fabrikgebäude im gleichen Jahr.

1906 verkündete das Familienunternehmen eine Tagesproduktion von 9.000 Zeitmessern. 1911 zählte Junghans 4120 Arbeiter und 255 so genannte Beamte. 4.560 zumeist amerikanische Maschinen unterstützten die Werktätigen bei der Tagesproduktion von unglaublichen 14.000 Uhren.

Junghans Produktion mit amerikanischen Maschinen Ende 19. Jahrhundert scaled

Massenproduktion in der Junghans Maschinenhalle . Die Gerätschaft stammte größtenteils aus der Neuen Welt.

Obwohl sich Armbanduhren inzwischen schon vielerorts bewährt hatten, waren sie im Schwarzwald weiterhin kein Thema. Vielmehr freute sich das Management darüber, die Herstellung von Taschenuhren nach mehreren Anläufen zufriedenstellend zu beherrschen. An einer weiteren Herausforderung bestand also vorerst kein Interesse.

Junghans Taschenuhren um 1914

Zu Zeiten des Ersten Weltkriegs schwor Junghans noch auf die Taschenuhr. Für den Schützengraben waren Wecker mit unzerbrechlichem Glas erhältlich.

Lederhalterung für das Handgelenk zum Einsetzen einer Taschenuhr

Mit dieser Lederkapsel konnten zum Beispiel Soldaten ihren Junghans Taschenwecker am Handgelenk befestigen.

Der mühsame Weg zur Junghans Armbanduhr

1914 musste mehr als die Hälfte der Junghans-Belegschaft in den Ersten Weltkrieg ziehen. Der Rest beschäftigte sich notgedrungen auch mit militärischen Produkten wie beispielsweise Zündern. Eine 1917 publizierte Werbeschrift brachte zum Ausdruck, dass Junghans die in Schützengräben zunehmend beliebte Armbanduhr weiterhin links liegen lassen würde:

Es ist Treue um Treue, die sie (die Taschenuhr) mit ihrem Ticktack die Menschen lehrt. Dabei wird diese Treue oft mit Untreue belohnt. Ein Beispiel ist die Armbanduhr, die zweckwidrig ist und eine Barbarei.

Arthur Junghans

Mit-Eigentümer, Junghans

Erst Mitte der 1920-er Jahre gaben Helmut und Siegfried Junghans diese ablehnende Haltung auf. Unter Verwendung einfacher Kaliber der Uhrenfabrik Ruhla betrat Junghans das lange verschmähte Neuland. 1927 präsentierten die Uhrenfabriken Gebrüder Junghans A.G. eine Armbanduhr mit dem einfachen Stiftanker-Handaufzugskaliber J53.

Erste Junghans Armbanduhr mit dem Kaliber J53 aus dem Jahr 1927

Junghans Armbanduhr aus dem Jahr 1927, ausgestattet mit dem einfachen Stiftanker-Handaufzugskaliber J53.

Weitere Modelle mit den eigenen Kalibern J 59 für Herren- und J 58 für Damenuhren folgten. Und am 22. November 1930 verkündete ein Inserat „Die Junghans Armband-Uhr ist da!“

Junghans Inserat für eine Junghans Armbanduhr um 1930

Inserate verkündeten die Ankunft der Junghans Armbanduhr.

Die Freude am 1942 eröffneten Forschungszentrum für Zeitmessung endete am 20. April 1945, als französische Militärverbände nahezu alle bedeutsamen Ausstattungsgegenstände demontierten und deportierten. Aber schon 1949 brachte die deutsche Manufaktur das erste Nachkriegs-Kaliber auf den Markt. Beim J 88 handelte es sich um ein Spitzenprodukt mit Schaltrad-Chronograph.
Junghans Chronographen mit dem Manufakturkaliber J88

Spitzenprodukte aus Schramberg: Jungshans Chronographen mit dem Schaltrad-Kaliber J88.

Zwischen 1949 und 1956 meldete Junghans nicht weniger als 852 Patente an. Zu den solcherart geschützten Objekten gehörte auch der 1951 lancierte Armbandwecker Minivox.

Junghans Minivow Wecker mit dem Kaliber j89

Patentierte Konstruktion: Junghans Minivox Wecker mit dem Handaufzugskaliber J89

Am 15. Dezember 1956 erwarben der Nürnberger Unternehmer Karl Diehl und seine Firma die Aktienmehrheit. Die anschließende Verlegung der Entwicklungsabteilung nach Stuttgart gestattete intensivere Kontakte zu wissenschaftlichen Institutionen.

Vom Junghans-Chronometer zur Quarz-Armbanduhr

Das Bekenntnis zu höchster Präzision drückte sich in offiziell durch die Uhrenprüfstelle des Landesgewerbeamtes Baden-Württemberg zertifizierte Junghans Armband-Chronometer aus. Bereits fünf Jahre nach der Premiere belegte Junghans im Ranking der Produzenten amtlich geprüfter Zeitmesser einen ehrenvollen dritten Platz hinter den Schweizer Manufakturen Rolex und Omega.

Junghans Chronometer Kaliber J82 1957

Einführung 1957: der Junghans Chronometer. Hier die Version mit dem Handaufzugskaliber J82/1

Junghans Inserat für einen präzisen Chronometer aus dem Jahr 1959

1959 schaltete Junghans dieses ganzseitige Inserat in der deutschen Fachzeitschrift DIE UHR

Als chronometrische Topleistung darf mit Fug und Recht das Automatikkaliber J 83/1 von 1957 gelten. Die Produktion der mittlerweile sehr gesuchten und teuer bezahlten mechanischen Genauigkeitsboliden endete 1967.
Die Produktion der mittlerweile sehr gesuchten und teuer bezahlten mechanischen Genauigkeitsboliden endete 1967. Danach brillierte die Upperclass mit einem elektronischen Uhrwerk, dem Kaliber J 600, dessen Unruh eine Transistorsteuerung präzise schwingen ließ. Wer wollte, konnte die neue Ato-Chron ebenfalls mit Chronometerzertifikat kaufen. Mit Fensterdatum hieß die Uhr Dato-Chron.

1976, also 115 Jahre nach der Firmengründung endete die Ära mechanischer Armbanduhren mit hauseigenen Werken bei Junghans still und leise. Auf sie hatte sich übrigens die überwiegende Zahl der bis dahin mehr als 3.000 zuerkannten Patente bezogen. Im Laufe von 46 Jahren waren mehr als 150 exklusive Kaliber dieses Genres entstanden.

Junghans Astro-Quartz mit dem digitalen Kaliber 666 aus dem Jahr 1970

Junghans Astro-Quartz, Kaliber 666, 1970

Parallel zu eidgenössischen und japanischen Entwicklungen hatte sich Junghans schon den 1960-er Jahren schwingenden Quarzen zugewandt. Astro-Quartz, die erste deutsche Quarz-Armbanduhr mit dem selbst entwickelten Kaliber 666 debütierte 1970.

Junghans, der Funkuhren-Pionier

Den Hit schlechthin landeten die Württemberger 1990 mit ihrer Mega genannten Funk-Armbanduhr. Den deutschen Ingenieuren war es gelungen, die erforderliche Hochleistungs-Technologie zum Empfang des vom Sender Mainflingen ausgestrahlten DCF 77 Langwellen-Zeitsignals so weit zu miniaturisieren, dass sie ans Handgelenk passte. Das Armband bot der unabdingbaren Antenne Platz. Die Informationen erschienen digital auf einem Flüssigkristall-Display.
Ab 1992 konnten sich auch einige Junghans Damenuhren der ultrapräzisen Zeitsignale bemächtigen. Ihnen offerierte Junghans kleinere und modisch orientierte Modelle. Ein Jahr später hielt die ökologisch fortschrittliche Solar-Technologie Einzug in die Funkarmbanduhren. Die Junghans Mega-Solar bezog ihre Energie aus dem Licht. Das Zifferblatt, über dem sich Zeiger drehen, war mit Sonnenzellen ausgestattet.

Quarzuhr Junghans Mega Solar von 1993

Energiegewinnung durch Zifferblatt mit Solarzellen: Junghans Mega-Solar, 1993

Einen weiteren Quantensprung verkörperte 1995 die Mega Solar Ceramic mit analoger Zeitanzeige, Solartechnologie mit sechsmonatiger Gangautonomie, Zonenzeitverstellung (Dual‑Timer) sowie kratzfestem Keramikgehäuse aus gepresstem und bei 1600 Grad Celsius behandeltem Zirkoniumoxid. Hinzu gesellten sich bedruckte Solar-Zifferblätter (1998), leichte Carbon-Schalen (1999) und 2000, als die Probleme des Faraday‘schen Käfigs überwunden waren, auch die Funkuhr mit Stahl-Outfit. In letztgenanntem Jahr schlüpfte das Junghans Uhren-Departement unters Dach der international agierenden Egana-Goldpfeil-Gruppe

Das auf die schöne Art Bescheidene

Im zum Ende gehenden 20. Jahrhundert merkten die Junghans-Verantwortlichen, dass die gute alte Mechanik nicht umzubringen ist. Beim Blick in die gefüllten Archive stach die Hinterlassenschaft des Schweizers Max Bill heraus. Bekanntlich zählt der Archi­tekt, Bildhauer, Maler und Produktgestalter (1908 – 1994) zu den bedeutendsten Vertretern und Theoretikern der konkreten Kunst.1927 und 1928 hatte er am legendären Dessauer Bauhaus studiert, dessen Stil sein vielseitiges Werk später entscheidend prägte und für dessen Ideale sich Max Bill zeitlebens einsetzte. Seine Philosophie, das Nützliche, das „auf schöne Art Bescheidene“ zu schaffen, nutzte Junghans ab 1956.

Die Kooperation in Sachen Küchenuhr mündete 1961 in Armbanduhren mit sehr speziell gestalteten Zifferblättern. Erhältlich waren sie in Versionen für Damen und Herren, ausgestattet mit den Handaufzugskalibern J 73 und 84/S3.

Das überfällige Comeback im Jahr 1997 lässt sich nicht anders beschreiben als Riesen-Erfolg. Nicht zuletzt deshalb führten die ikonographischen Produkte zur eigenständigen Kollektion max bill by Junghans.

Preisentwicklung der Junghans Max Bill Handaufzug

Seit 1997 am Markt und bezahlbar: Junghans Max Bill Handaufzug, Kaliber J805.1 (Basis Eta 2801-2). Hier die Preisentwicklung des 34 Millimeter messenden Edelstahl-Klassikers.

Junghans Uhren Geschichte

Trotzdem kam es im Herbst 2009 knüppeldick in der Geschichte der Uhrenmarke Junghans. Wegen Überschuldung musste die in Hongkong ansässige Mutter Egana-Goldpfeil Insolvenz anmelden. Vom dadurch ausgelösten Abwärtsstrudel wurde natürlich auch Junghans erfasst. Glücklicher Weise gab es die Schramberger Unternehmerfamilie Steim, welche die Fortführung des chronometrischen Erbes des Erhard Junghans und seiner Nachkommen als Ehrensache betrachtete.

Hans Jochem und Hannes Steim links

Dr. Hans-Jochem und Hannes Steim (links) gebieten aktuell über Junghans

Vater Hans-Jochem und Sohn Hannes Steim nutzten die einmalige Chance, übernahmen die 148 Jahre alte Uhrenmarke und führen den Betrieb in Schramberg fort.
max bill Edition Set 60

Nur als Trio erhältlich: Junghans max bill Edition Set 60, 1.060 Exemplare à 4.060 Euro

Junghans max bill Edition Set 60

Die auf 60 Jahre zurückblickende Erfolgsgeschichte in Sachen Uhrendesign motivierte Junghans zu einem limitierten max bill Edition Set 60. Das Wort Set weist in diesem Zusammenhang auf mehrere Armbanduhren hin. Konkret sind es deren drei. Und zwar ein Junghans max bill Regulator, eine Junghans max bill Automatic sowie die Junghans max bill MEGA Kleine Sekunde.

Junghans liefert das Trio in einer speziell gestalteten Editionsbox mit Max Bill-Portrait. Anthrazit, Beigegrau und Orange prägen das Farbschema, welches sich in der Gestaltung der drei jeweils individuell nummerierten Armbanduhren niederschlägt: Unterschiede bestehen hingegen in der Art der Zeitanzeige. 

Konkret beinhaltet das Set folgende Armbanduhren:

Junghans max bill Regulator Referenz: 27/3190.02

Das Modell ist erkennbar am Regulator-Zifferblatt. Ihr Automatikwerk J800.5 mit beidseitig wirkendem Kugellagerrotor und ca. 42 Stunden Gangautonomie basiert auf dem Sellita SW216-1. 38 Millimeter misst das 10,5 mm hohe, PVD-beschichtete Stahlgehäuse, dessen Wasserdichte bis drei bar reicht. Über Zifferblatt und Zeiger wölbt sich ein bombiertes Saphirglas.

Junghans max bill Edition Set 60 Automatic, Ref. 27.4108.02

Die Junghans max bill Edition Set 60 Automatic, Ref. 27.4108.02 beseelt das Kaliber Sellita SW200-1

Junghans max bill Automatic, Referenz: 27/4108.02

Ausgestattet mit dem Automatikwerk J800.1, Zentralsekunde und Fensterdatum, Gangautonomie maximal 38 Stunden. Als Basis dient das Sellita SW200-1. PVD-beschichtetes Stahlgehäuse mit bombiertem Saphirglas, 38 mm Durchmesser und zehn mm Bauhöhe. Wasserdichte bis drei bar.

Junghans max bill Edition Set 60 MEGA Ref. 58.4100.02

Junghans max bill Edition Set 60 MEGA, Ref. 58.4100.02, ausgestattet mit multifunktionalem Quarzwerk

Junghans max bill MEGA Kleine Sekunde, Referenz: 58/4100.02

Ausgestattet mit dem hauseigenen quarzgesteuerten Multifrequenz-Funkkaliber J101.66. Zu seinem Funktionsspektrum gehören Zeigerpositionskontrolle durch ITC (Intelligent Time Correction), Zeitanzeige in Halbsekundensprüngen durch SHM (Smart Hand Motion), Echtzeitanzeige (Advanced Moving Function – AMF), Smarte Zeiteinstellung per Junghans MEGA App, automatischer Suchlauf der Zeitzeichensender über 5 Frequenzen mit Hilfe des Junghans Autoscan, sekundengenaue Zeitzoneneinstellung, Datumsindikation mit ewigem Kalender auch im Quarzmodus.

9 mm hoch baut das 38 mm große, PVD-beschichtete Stahlgehäuse mit vorderseitig bombiertem Saphirglas hoch. Wegen der Antenne besteht der Boden zum Teil aus Mineralglas. Auch hier reicht die Wasserdichte bis zu drei bar Druck.

Gehäuseboden der Junghans max bill Edition Set 60 Regulator

Die Rückseite des max bill Edition Set 60 Regulator

Alle drei Zeitmesser hält ein Lederband am Handgelenk. Insgesamt produziert Junghans 1.060 Sets zum Preis von je 4.060 Euro
Junghans bill Edition Set 60 C GLB Uhrenkosmos

Die drei limitiert verfügbaren Junghans Max Bill Jubiläums-Musketiere

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