IWC Pilot's Watch Double Chronograph Top Gun

Tiefschwarz, kratzfest und Schleppzeiger: Der IWC Pilot’s Watch Double Chronograph Top Gun Ceratanium verträgt was

Die Geschichte der Flieger-Chronographen mit Schleppzeiger reicht bei IWC zurück bis ins Jahr 1992. Mit dem Modell IWC Pilot's Watch Double Chronograph Top Gun setzt man auf das ultraharte innovative Keramik-Gehäusematerial Ceratanium. Dessen Herstellung ist ganz schön kompliziert und hat seine Tücken.

von | 06.12.2018

Aquatimer und Ceratanium

Auch wenn die neue IWC Pilot’s Watch Double Chronograph Top Gun Ceratanium einen gewichtig markanten Eindruck hinterlässt, muss man doch feststellen – sie war nicht die erste. Denn bereits zum runden Geburtstag ihrer populären Taucheruhr Aquatimer wartete die Uhrenmanufaktur IWC Ende 2017 mit einem neuen Chronographen auf: Es war der IWC Aquatimer Perpetual Calendar Digital Date-Month Edition 50 Years. Auch wenn der ausgesprochen lange Name vermuten ließ, dass die Namensfindung 50 Jahre dauerte, war stattdessen das Gehäusematerial eine echte Weltpremiere. Dieses ermöglichte es der Uhr dank des neuen besonderen Werkstoffs Ceratanium bis zehn bar unter Wasser zu gehen. Was eine durchaus solide Wasserfestigkeit bedeutet, allerdings noch keine Tauchtiefen jenseits der 5 Meter Wassertiefe.

Innovativer Werkstoff

Rund fünf Jahre hatte die Entwicklung des Werkstoffs Ceratanium für den neuen Chronographen von IWC in Anspruch genommen. Sein Name setzt sich zusammen aus Fragmenten der Wörter „Ceramic“ und „Titanium“. Das Miteinander dieser beiden Materialien führt in der Tat zu bemerkenswerten Eigenschaften: hart und kratzfest wie Keramik gleichzeitig aber auch leicht und bruchfest wie Titan. Hautverträglichkeit und Korrosionsbeständigkeit werden ebenfalls groß geschrieben. Besagte keramische und damit hoch belastbare Oberfläche resultiert aus dem speziellen Herstellungsprozess.
Im Gegensatz zu Keramik, welche nach dem härtenden Sintern quasi unveränderlich ist, lässt sich Ceratanium mit speziellen Werkzeugen auf herkömmliche Weise bearbeiten, also beispielsweise fräsen, bohren und schleifen. Für IWC und den neuen Flieger-Chronographen war dies ein wichtiger Aspekt.

IWC und TOP GUN

Ergo liegen die grundsätzlichen Vorteile der andererseits aber auch vergleichsweise kostspieligen Synthese auf der Hand. IWC CEO Christoph Grainger-Herr und sein Team spielen sie bei einer neuen Armbanduhr voll aus. Selbige knüpft an eine 2007 gestartete Kooperation mit dem „Strike Fighter Tactics Instructor Program“ der US-amerikanischen Marine. Besser bekannt sind sie unter der Bezeichnung TOP GUN. Hier kommen traditionsgemäß nur die allerbesten Piloten zum Zuge. Zum Ausbildungsprogramm gehören auch monatelange Einsätze auf schwimmenden Start- und Landebahnen, sprich Flugzeugträgern.

Uhren mit Geschichte

Seit zwölf Jahren gibt es nun die markanten IWC Armbanduhren mit diesem Schriftzug am Zifferblatt. Noch 15 Jahre länger ist das exklusive Automatikkaliber 79030 am Markt. Es debütierte 1992. In jenem Jahr präsentierten während der Basler Uhrenmesse gleich mehrere Marken neue Schleppzeiger-Konstruktionen. Jene von IWC hatte der seinerzeit in Schaffhausen tätige Richard Habring entwickelt. Verbaut im altbewährten Valjoux 7750 zeichnet sie sich aus durch vergleichsweise simple, dennoch aber robuste und zuverlässige Funktion. An die Stelle eines Schaltrads zur Steuerung der Rattrapante-Zange tritt eine Wippe mit senkrecht stehenden Stiften. Etwas verwirrend wirkte vor 27 Jahren der für die komplizierte Fliegerarmbanduhr, Referenz 3711-V02, verwendete Name „Doppelchronograph“.

Wenn Begriffe sich verwirren

Uhrmacher verstehen unter Doppelchronograph einen Zeitmesser mit zwei völlig unabhängig voneinander funktionierenden Stoppern. Hingegen gestattet das Kaliber 79030  des Fliegerchronographen einfach nur das simultane Stoppen zweier Vorgänge, sofern sie gleichzeitig beginnen. Zum Erfassen von Zwischenzeiten lässt sich der Schleppzeiger kurzfristig anhalten und nach dem Ablesen wieder mit dem unterdessen kontinuierlich weiterlaufenden Chronographenzeiger synchronisieren. Nicht zuletzt deshalb spricht man auch von einem Einhol- oder Doppelzeiger.

Insofern wäre die zugegebenermaßen etwas sperrig klingende Bezeichnung Doppelzeigerchronograph für diese IWC Pilotenuhr durchaus korrekter. Aber lassen wir das. Inzwischen hat sich der von IWC verwendete Terminus absolut eingebürgert. 

IWC Pilot’s Watch Double Chronograph Top Gun 

Beim brandneuen Fliegerchronographen IWC Pilot’s Watch Double Chronograph TOP GUN Ceratanium, Referenz IW371815, handelt es sich um die erste Fliegeruhr mit einer Schale aus dem innovativen Material. Am Handgelenk präsentiert er sich in augenfälligem, nicht aus einer Beschichtung resultierendem „Jet Black“. Gleiches gilt für Krone, Drücker und die Dornschließe des komfortablen Kautschukbands mit Textileinlage. Wie es sich für diese Spezies Armbanduhr gehört, schützt ein zusätzliches Weicheisen-Innengehäuse das Uhrwerk bis zu 80.000 Ampère pro Meter (A/m) vor Magnetfeldern.
Auf einen Sichtboden müssen Technikinteressierte bei dieser Pilotenuhr daher verzichten. Bei Druckabfall in Cockpit oder Kabine behält das speziell gesicherte Glas des Fliegerchronographen seinen festen Sitz. Zu haben ist der 44 Millimeter Große, bis sechs bar wasserdichte Bolide für rund 15.000 Euro.

Modell-Steckbrief

 

Name Pilot’s Watch Double Chronograph TOP GUN Ceratanium
Referenz IW371815
Premiere 2018/2019
Uhrwerk Kaliber 79030
Aufzug automatisch durch einseitig wirkenden Kugellagerrotor
Gangautonomie ca. 44 Stunden
Unruhfrequenz vier Hertz
Anzeige Stunden, Minuten, Permanentsekunde, Datum, Wochentag
Zusatzfunktionen Unruhstopp, Schleppzeiger-Chronograph, 30-Minuten- und 12-Stunden-Zähler
Gehäuse Ceratanium „jet black“, massiver Schraubboden, Saphirglas
Durchmesser 44 Millimeter
Höhe 16,8 Millimeter
Wasserdichte sechs bar
Armband Kautschuk mit Textileinlage, Dornschließe
Preis ca. 15.000 Euro
Limitierung keine

 

 

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