Zum 60. Jubiläum präsentiert die Uhrenmanufaktur Erwin Sattler eine komplizierte Präzisionspendeluhr
Blickfang fürs traute Heim: Opus Perpetual

Die Münchner Großuhren-Manufaktur Erwin Sattler zelebriert 2018 ihren 60. Geburtstag. Aus diesem Anlass stellt das Familienunternehmen eine komplizierte Präzisionspendeluhr mit ewigem Kalender und Schlagwerk vor. Das Opus Perpetual beeindruckt in jeder Hinsicht.

Blickfang fürs traute Heim: Opus Perpetual

Richard Müller und die Opus Perpetual von Erwin Sattler

My Home Is My Castle

Die Spruchweisheit mag abgedroschen klingen, doch sie ist für Erwin Sattler auch im frühen dritten Jahrtausend hochaktuell: „My home is my castle!“ Nicht nur in Merry Old England genießt man die eigenen vier Wände als Hort der Gemütlichkeit und Zufluchtsstätte vor den Unbilden des rauen Alltags. Auch hierzulande schätzen immer mehr Zeit-Genossen die Vorzüge des trauten Heims. Freunde und Bekannte dort zu empfangen, gilt als chic. Geschäftspartner empfinden es durchaus als Ehre, zu Apero und/oder Diner nicht in irgendein Nobelrestaurant gebeten zu werden. Von Stil und Lebenskultur zeugt in diesem Zusammenhang eine edle Pendeluhr. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese am Boden steht oder an der Wand hängt. Wie kostbare Gemälde bereichern solche Objekte jedes Interieur. Neben der Ausstrahlung besitzen sie darüber hinaus auch noch Funktionalität.

60 Jahre im Dienste der Großuhr

Ein Hersteller erlesener Zeitmesser für die eigenen vier Wände heißt Erwin Sattler. 2018 feiert er seinen 60. Geburtstag. Die Gründung des Unternehmens resultiert aus einer Begegnung zwischen dem Uhrmacher dieses Namens und Oscar Schönfeld, einem bekannten Bildhauer. Letzterer hatte schon in den 1920er-Jahren Großuhren gefertigt. Ein Teil dieser Objekte fand sich in der ersten Kollektion von 1958.

Daneben entwickelte Erwin Sattler aber auch Regulatoren. Die Entwicklung von Präzisionspendeluhren initiierte Richard Müller, der 1984 zur Firma stieß und aktuell als geschäftsführender Gesellschafter fungiert. Drei Jahre später gelangte Steffi Sattler-Rick, die Tochter von Erwin Sattler als Mitglied der Geschäftsführung an Bord. Miteigentümer sind seit 2016 auch noch Uhrmachermeister Markus Glöggler und Konstrukteur Jürgen Kohler. Seit 1988 fertigt die Münchner Großuhren-Manufaktur ihre Kaliber unter dem eigenen Dach.

Große Komplikation fürs Wohnzimmer

Zum technisch und uhrmacherisch Aufwändigsten des Familienunternehmens gehört neben der Erwin Sattler Regulateur 1920 das anlässlich seines Jubiläums entwickelte Kaliber 2050. Es besteht aus zwei separaten Getriebezügen und summa summarum 601 Komponenten.

Einen Monat am Stück läuft der für die Indikation von Stunden, Minuten und Sekunden zuständige Teil. Vorausgesetzt, das Gewicht wurde ganz nach oben gezogen. Ebenfalls 30 Tage nach Vollaufzug stellt das Uhrwerk Datum, Wochentage und Monate dar. Weil Korrekturen bis 2100 entbehrlich sind, spricht man von einem ewigen Kalender. Die kugelförmige und dadurch realistisch anmutende Mondphasenanzeige weicht erst in 122 Jahren um einen Tag von der astronomischen Norm ab.

Zu den Komplikationen gehört auch noch ein wohl klingendes Schlagwerk für die vollen und halben Stunden. Das hierfür zuständige Antriebsgewicht erzeugt genügend Kraft, um den Kalenderwerk während nur zwölf Sekunden oder der zwölf mitternächtlichen Stundenschläge fortzuschalten. Durch diesen technischen Kunstgriff üben die Zusatzfunktionen keinen Einfluss auf das eigentliche Uhrwerk und seine Ganggenauigkeit aus. Sein Gangregler, ein Kompensationspendel benötigt für eine Halbschwingung exakt eine Sekunde.

Pro Monat geht das Highend-Oeuvre mit 152 cm hohem, dreiseitig verglastem Edelstahlgehäuse nur etwa zwei Sekunden falsch. Eine klassische Graham-Ankerhemmung erteilt dem Sekundenpendel regelmäßige Kraftstöße. Natürlich haben die Konstrukteure auch an Korrektoren für das Kalenderwerk gedacht. Sollte dieses Prachtstück einmal stehen bleiben und der ewige Kalender dadurch aus dem Takt geraten, sind hilfreiche Korrektoren zur Stelle.

Für die nötige Stabilität des Uhrwerks sorgen massive Messingplatinen. 24 optimal ausgeschenkelte und vergoldete Zahnräder reduzieren die bewegten Massen. Sie drehen auf durchgehärteten Stahlwellen mit präzise gefrästen Zahntrieben. 48 Edelstahl-Präzisionskugellager und vier chatonierte Rubine halten die Reibung in Grenzen. Von diesem augenfälligen Kunstwerk entstehen im Hause Erwin Sattler genau 60 individuell nummerierte Exemplare. Jedes davon wird mit Sicherheit für Gesprächsstoff sorgen.

Über den Autor

Gisbert L. Brunner

Uhrensammler seit 1964 Journalistische Tätigkeit in Sachen Uhren seit 1981 Autor und Co-Autor von mehr als 30 Büchern über Armbanduhren und namhafte Uhrenmarken

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