Genial - Erfinder und Erfindungen

Wie es der Zufall will – und es zur ersten echten Armbanduhr kam

Die erste echte "Armband"-Uhr war eher ein Zufallsprodukt, denn echte Planung. Denn dafür schaut so ein Kaiser zu selten vorbei. Ungeachtet dessen war die kaiserliche Armband-Uhr der Startschuss für eine ganze Industrie.

Die Geschichte der ersten wirklichen Armbanduhr liest sich fast wie ein Märchen. Es war einmal in Paris. Anfang des 19. Jahrhunderts ließen sich der Erste Konsul Bonaparte und seine Entourage zum Théâtre Français kutschieren. Unterwegs gingen die Pferde durch. Just vor dem Geschäft des Etienne Nitot in der Rue Saint Honoré stürzte das Gefährt um. Aufgeschreckt durch die Geräuschkulisse eilten der Juwelier und seine Mitarbeiter der verdutzten Abendgesellschaft zu Hilfe. Ein Getränk im Atelier verkürzte das Warten bis zum Aufrichten der Karosse. Kurz vor der Weiterfahrt raunte Bonaparte seinem selbstlosen Gastgeber noch zu, dass er dessen Hilfsbereitschaft nicht vergessen werde.

Das ist die Krönung

Und zumindest der Juwelier Nitot vergaß tatsächlich nicht. Als er von der anstehenden Krönungszeremonie am 2. Dezember 1804 in der Kirche von Notre Dame hörte, erwachte der Wunsch, die Kronjuwelen fertigen zu können. Zusammen mit dem einschlägig erfahrenen Edelsteinhändler Salomon Halphen begab er sich zum Palais des Tuileries. Obwohl der angehende Regent von der Kompetenz des Vorstadtjuweliers nicht hundertprozentig überzeugt war, lenkte er letztendlich aber doch ein. Die Beichte begrenzter Finanzmittel zum Kauf der nötigen Materialien belohnte ein Vorschuss in Höhe von 2,5 Millionen Francs auf die Endabrechnung von rund 15 Millionen Franken. Dank hervorragender Arbeit avancierte Marie-Etienne Nitot zum offiziellen Juwelier des Königshauses. Als solcher fertigte er im Auftrag der luxusbesessenen Kaiserin Joséphine de Beauharnais das Hochzeitsgeschenk für Prinzessin Auguste Amalia Ludovika von Bayern. Anfangs gegen ihren erklärten Willen wurde die älteste Tochter König Maximilian I. am 14. Januar 1806 in München mit Eugène de Beauharnais, dem Adoptivsohn des französischen Kaisers verheiratet. Der Gründer des Nobeljuweliers Chaumet kreierte ein Paar schmückender Armbänder. Eines davon beinhaltete ein manuell schaltbares Kalendarium mit Anzeige von Datum und Wochentag. Im Pendant tickte ein kleines Uhrwerk, dessen Zugfeder täglich per Schlüssel gespannt werden musste. Die erste wirkliche Armbanduhr war geboren.

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