Vacheron Constantin Overseas Ewiger Kalender extra-flach Skelett
Diese skelettierte Vacheron Constantin Overseas ewiger Kalender ist eine Königin der Meere

Uhrenliebhaber mit Interesse an komplizierter Kalibertechnik kommen beim neuen Vacheron Constantin Overseas Ewiger Kalender extra-flach Skelett voll auf ihre Kosten. Ihre wechselvolle Geschichte wie der Blick durch den Glasboden dieser Vacheron in 18-karätigem Roségold bieten Anlass für so manche Entdeckung.

Diese skelettierte Vacheron Constantin Overseas ewiger Kalender ist eine Königin der Meere

Sportliche Eleganz von Vacheron Constantin: 222, 333, Phidias, Overseas 1996 und Overseas Ewiger Kalender Skelett von 2020

Beginn im Jahr 1983

Wenn sich die Dinge um Armbanduhren mit ewigem Kalender, also auch einem Modell wie der Vacheron Constantin Overseas Ewiger Kalender drehen muss man wissen, dass die Genfer Uhrenmanufaktur trotz ihrer langen Komplikationen-Kompetenz eher zu den Spätzündern gehört. Erst 1983 erschien ein entsprechendes Automatikmodell auf der Bildfläche.
Die technische Grundlage hierfür hatte der langjährige Werkepartner LeCoultre bereits 1967 entwickelt. Gemeint ist das von den Genfern 1120 getaufte Automatikkaliber mit Zentralrotor. Zur Steigerung der Aufzugsleistung besitzt die Schwungmasse ein äußeres Segment aus 21-karätigem Massivgold. Vier periphere Rubinrollen stützen den Rotor wirkungsvoll ab. Mit nur 2,45 Millimetern Bauhöhe gehörte und gehört dieses 12-linige Uhrwerk ohne Sekundenzeiger zu den extrem niedrig bauenden Vertretern seiner Gattung. Und genau das brauchte es, um in besagtem Jahr 1983 eine extra flache Armbanduhr mit der Komplikation Ewiger Kalender auf den Markt zu bringen.

Damals fertigte das Unternehmen Vacheron Constantin per annum rund 3.500 Zeitmesser. Im Gegensatz zu einem ewigen Kalendermodell aus dem Hause Audemars Piguet setzte Vacheron Constantin auf einen Zeiger, der sich in 48 Monaten einmal um seine Achse dreht und so gleichzeitig auch den Schaltjahreszyklus am Zifferblatt darstellt. Für den beachtlichen Erfolg der damals umgerechnet rund 15.500 Euro kostenden Referenz 43031 spricht eine Jahresproduktion von rund 120 Exemplaren. Samt Kalender-Kadratur, die Dubois-Dépraz im Rohzustand zulieferte, misst das Uhrwerk nur 4,05 Millimeter in der Höhe. Mechanik-Liebhaber konnten sich an der kunstvoll skelettierten und gravierten Referenz 43032 erfreuen. 

Sportive Eleganz bei Vacheron Constantin

Anders als Audemars Piguet, wo bereits 1983 eine Royal Oak mit ewigem Kalender entstand, übte sich Vacheron Constantin auch auf dem Gebiet der komplizierten sportlichen Eleganz in Zurückhaltung. Zum 222. Firmenjubiläum im Jahr 1977 hatten die Genfer das Thema mit ihrem Modell 222 aufgegriffen. Der Entwurf stammte vom deutschen Designer Jörg Hysek.  Zehn Jahre nach ihrer Premiere und nach nur rund 500 produzierten Exemplaren wich die so genannte Triple Two den Nachfolgemodellen Vacheron Constantin 333 und Phidias.

Vacheron Overseas 333 und Phidias

Keine Welterfolge: Vacheron Constantin Modelle 333 und Phidias

Weil Erfolge auch hier ganz anders aussahen, gelangte1996 die erste des vom Design-Urgestein Dino Modolo gestaltete Vacheron Constantin Overseas Generation auf den Markt. Die Gestaltung ihres Glasrands orientierte sich am Markenzeichen von Vacheron Constantin, dem Malteserkreuz.

Das 250. Firmenjubiläum von Vacheron Constantin im Jahr 2005 brachte eine erste Evolutionsstufe. Zum Beispiel wuchs der Durchmesser der Overseas auf 42 Millimeter. Die Referenz 49020 verfügte auch über ein ewiges Kalendarium, gepaart mit einem Chronographen. Als technische Ausgangsplattform des Automatikkaliber 1136 QP diente das Kaliber 1185 von Frédéric Piguet.

Dritte Generation der Vacheron Constantin Overseas

Während des Genfer Uhrensalons SIHH 2016 ging eine gründlich überarbeitete Overseas an den Start. Ihr Gehäuse präsentiert sich spürbar runder und geschmeidiger, setzt auch den Manschetten von Hemden und Sakkos deutlich weniger zu. Ein patentiertes Wechsel-System gestattete mit wenigen Handgriffen ohne Werkzeug den schnellen Austausch des Armbands.
Gleich zu Beginn schickte Vacheron Constantin die Referenz 4300V mit ultraflachem ewigen Kalender ins Rennen um die Käufergunst. Bei ihrem Automatikkaliber 1120 QP handelt es sich um eine gründlich restaurierte und auch deutlich optimierte Ausführung jenes Uhrwerks, welches schon das eingangs erwähnte Kalendermodell von 1983 beseelte.

Vacheron Constantin Overseas Ewiger Kalender extra Flach skelett

An gleichermaßen technikinteressierte wie zahlungskräftige Uhrenliebhaber wendet sich die neue Overseas Ewiger Kalender Referenz 4300V/120R-B547. Ihr Selbstaufzugskaliber 1120 QPSQ/1 zeichnet sich durch eine traditionelle Skelettierung aus. Insgesamt 276 Komponenten benötigen die Uhrmacher für eines der extrem flachen Werke mit 29,6 Millimeter Durchmesser, weiterhin 4,05 Millimeter Bauhöhe, wie gehabt 2,75 Hz Unruhfrequenz (19.800 Halbschwingungen pro Stunde) und circa 40 Stunden Gangautonomie.

41,5 Millimeter misst die Roségold-Gehäuseschale. Ihre Gesamthöhe beträgt nur 8,1 Millimeter. Ein innerer Weicheisenring schützt die filigrane Mechanik bis zu 8.000 A/m vor Magnetfeldern. Das entspricht 100 Gauss. Wasser widersteht diese Vacheron Constantin bis fünf bar Druck.  

Vor der Lieferung muss die komplette Uhr das strenge Prüf-Prozedere zur Erlangung des Genfer Siegels durchlaufen und am Ende auch bestehen. Ihm zufolge darf sie pro Woche nicht mehr als eine Minute falsch gehen.

Der unverbindliche Preis von 131.000 Euro beinhaltet ein massivgoldenes Gliederband mit Faltschließe, ein Kroko- und ein Kautschukband. Letztere besitzen jeweils eine Dornschließe aus 18-karätigem Roségold.

Über den Autor

Gisbert L. Brunner

Uhrensammler seit 1964 Journalistische Tätigkeit in Sachen Uhren seit 1981 Autor und Co-Autor von mehr als 30 Büchern über Armbanduhren und namhafte Uhrenmarken

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