Seiko Prospex Edition

Seiko Prospex Taucheruhr Save the Ocean: 3 Uhren mit Geschichte

Die Seiko Prospex Taucheruhr spielt nicht nur in der Entwicklung der Taucheruhren eine große Rolle. Mit den 3 Sondermodellen Seiko Prospex Save the Ocean geht die Uhrenmanufaktur aus Tokyo in ihrer Geschichte weit zurück - und spannt einen interessanten Bogen zu den einstigen Expeditionen ins ewige Eis.

von | 21.05.2022

Uhren von prägendem Charakter

Mit den Seiko Prospex Taucheruhr Save the Ocean unterstreicht Seiko auf so subtile, wie eindringliche Weise, aus welch einem Fundus an bahnbrechenden Uhren und Innovationen die Uhrenmanufaktur aus Tokyo schöpfen kann. Denn Seiko hat nicht nur mit der Seiko Astron Quartz die Uhrenwelt revolutioniert – und nebenbei die erstarrte Landschaft der Schweizer Uhrenmarken in eine existenzielle Krise gebracht. Vielmehr war Seiko mit dem Modell Seiko 62MAS auch maßgeblich an der Weiterentwicklung der Taucheruhren beteiligt.

Zu den Vorzügen der 1965 vorgestellten 38 mm großen Taucheruhr mit Drehlünette gehörte dank des Kalibers 6217 A eine hohe Genauigkeit, eine gute Ablesbarkeit auch bei mäßigen Sichtverhältnissen und eine robuste Stoßfestigkeit. Im Jahr 1966 ging dann die Seiko Referenz 6217-8001 an den Start und konnte sich als Ausrüster des 8. Japanischen Antarktik Überwinterungsteam beweisen. Für einen endgültigen Durchbruch und großen internationalen Erfolg sorgte schließlich im Jahr 1968 die automatische Seiko Prospex Referenz 6105 mit ihrer Wasserdichtigkeit von 300 Metern.

Weitere Expeditionen wie die des japanischen Forschers Naomi Uemura von 1974 folgten und trugen dank des innovativen Kalibers zum guten Ruf der Seiko Prospex Taucheruhren als präzise, zuverlässige wie robuste Taucheruhr bei. Seiko verfolgt zudem von Beginn an durch die Unterstützung von verschiedenster Expeditionen und Wissenschaftler den Ruf der Prospex Taucheruhr als belastbare und zuverlässige Uhr auch bei extremsten Bedingungen.

Seiko Prospex Modell Historie

Seiko Prospex Save the Ocean

Was lag für Seiko also näher, als mit drei neuen Modellen der Seiko Prospex Save the Ocean Reihe an diese große Taucheruhren-Tradition anzuknüpfen, aber mit dem Engagement zum Schutz der Ozeane an die Einsätze der frühen Expeditionen ins eben nicht „ewige Eis“ zu erinnern. Allerdings wurden die Modelle Seiko Prospex SPB297J1, Seiko Prospex SPB299J1 und Seiko Prospex SPB301J1 gestalterisch der heutigen Zeit und den hohen Ansprüchen angepasst. Am offensichtlichsten fällt dies bei der Größe und Form der Edelstahlgehäuse und den sehr aufwendig gearbeiteten, gebürsteten Zifferblättern ins Auge.

Die drei Seiko Prospex Taucheruhren unterscheiden sich dabei weniger technisch, denn optisch. So ähnelt die 40,5 mm große und 13,2 mm hohe Seiko Prospex SPB297J1 durch die schwarze Lünette und dem ozeanblauen Zifferblatt dem Modell von 1968 noch am stärksten. Allerdings hatte das Ursprungsmodell eine zur 4 verschobene Krone, die aktuelle Referenz hingegen trägt diese klassisch bei der 3.

Massiver tritt dagegen die 42-mm und 12,5 mm hohe Variante der Seiko Prospex SPB299J1 auf. Mit dem breiten, polierten Edelstahlgehäuse und der glänzenden marineblauen Taucherlünette wirkt die Uhr deutlich prominenter und entwickelt durch das gletscherblaue strukturierte Zifferblatt deutlich mehr Strahlkraft.

Eine ganz eigene Gestaltung hat die 42,7-mm große und 13,2 mm hohe Seiko Prospex SPB301J1 mit ihrem strahlend weißen Zifferblatt. Ihre seitlich abflachende Gehäuseform mit der Krone mit Flankenschutz bei der 4 erinnert an das kissenförmige Gehäuse der Seiko Taucheruhr „Seiko Willard“ aus dem Jahr 1970. Diese Uhr mit ihrem charakteristischen Gehäuse wurde seinerzeit vom japanischen Abenteurer Naomi Uemura getragen, der in den Jahren 1974 bis 1976 über eine Distanz von 12.500 km allein mit seinem Hundeschlitten die eisigen Weiten von Grönland bis nach Alaska zurücklegte.

Seiko Prospex Taucheruhr

Alle drei Prospex Taucheruhren sind mit einem bis zu 200 Meter wasserdicht verschraubten Gehäuseboden und verschraubter Krone ausgestattet und bieten ein robustes Edelstahlgehäuse. Für einen langanhaltenden sanften Glanz sorgt dabei die Super-Hard-Coating Beschichtung des Gehäuses und des Metallbands mit Doppelfaltschließe. Taucher werden hierbei die Möglichkeit der Bandverlängerung schätzen, die es ermöglicht, die Uhr über dem Taucheranzug zu tragen.

Die Seiko Prospex Modelle verfügen unter dem entspiegelten Saphirglas über ein fein strukturiertes, geprägtes und gebürstetes Zifferblatt, dass in seiner Optik an die Oberfläche von arktischem Gletschereis erinnert. Die eingelassenen Indexe sind für eine bessere Ablesung im Halbdunkel reichlich mit LumiBrite Leuchtmasse ausgestattet und wie es sich für eine Taucheruhr ziemt, ist die Lünette nur einseitig drehbar.

Seiko Kaliber 6R35

Ein angesichts des Preises echten Luxus bietet das hauseigene automatische Kaliber 6R35. Dieses bietet dank seines beidseitig drehenden und damit Energie gewinnenden Rotors mit Magic Lever eine vorzügliche Gangreserve von 70 Stunden. Dabei lässt sich das Werk bei Bedarf auch schnell von Hand aufziehen. Dank des Sekundenstopps ist auch das präzise Stellen der Uhr sehr einfach. Allerdings weist Seiko für das Etachron-feinregulierbare 3 Hz Kaliber mit 24 Steinen bereits eine im Alltag mehr als ausreichende Ganggenauigkeit von -15 bis +25 Sekunden pro Tag aus.

Dies ist umso erstaunlicher, als der Seiko Prospex Taucheruhren Preis der ab Juni 2022 erhältlichen Referenzen SPB297J1 und SPB299J1 bei 1.300 Euro und der Preis der Referenz SPB301J1 bei 1.400 Euro liegen.

Seiko Save the Ocean

Von noch höherem Wert ist die finanzielle Unterstützung von Seiko bei der Organisation Save the Ocean. Seiko spendet einen Teil des Verkaufserlöses an die Meeresschutzorganisation, die gemeinsam mit Padi und 70.000 Tauchern weltweit an Lösungen und Modellen zur Beseitigung und Verhinderung von Meeresmüll in Gewässern arbeiten.
Durch dieses Engagement geht Seiko direkt zu den Anfängen der Seiko Prospex Taucheruhren und der unterstützten Expeditionen und Forschungsreisen zurück. Zurück in die Zukunft, sozusagen.

Seiko Prospex und das Save the Ocean Engagement

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Kommentare zu diesem Beitrag

5 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Winter,
    In ihren schön geschriebenen und mit Fakten gefütterten Artikel hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen.
    Das Bild zeigt nicht das Kaliber 6R35, sondern das höherwertige Kaliber 8L35 B.

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  2. Guten Tag Herr Winter,

    Das war ein sehr informativer und schön geschriebener Beitrag. Zuvor wusste ich Beispielsweise nicht, dass Seiko sich für den Schutz der Meere einsetzt. Solche Engements von Unternehmen weiß ich immer sehr zu schätzen und finde es wichtig, dass die Unternehmen mit gute Beispiel voran gehen. Ich werde mir auch die Seiko Prospex SPB299J1 kaufen, weil sie ein absoluter Hingucker ist.

    Gruß Michael

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  3. Für Massenfabrikant Seiko das Wort „Uhrenmanufaktur“ zu benutzen soll ein Witz sein? Oder ist die Bedeutung des Wortes Manufaktur unbekannt?

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    • Wolfgang Winter

      Lieber Martin,
      vielen Dank für diesen kurzen Hinweis. Allerdings teile ich diese Einschätzung in keiner Weise. Wenn es um Fertigungstiefe, Kompetenz im Uhrenbau und Qualität geht, gibt es weltweit nicht allzu viele Hersteller, die sich mit Seiko vergleichen können. Ich empfehle überdies unsere Grand Seiko Artikel die aufzeigen, warum wir Seiko mehr als zu Recht als Uhrenmanufaktur bezeichnen.
      🙂

      Antworten

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