Patek Philippe unter Philippe Stern

Die Patek Philippe Geschichte: Goldene Zeiten

Die Übernahme der Leitung von Patek Philippe durch Philippe Stern im Krisenjahr 1977 war nicht leicht. Doch mit Verve, neuen Modellen und unter Nutzung des 150. Geburtstags der Marke begannen für das Familienunternehmen weitere Jahre des Erfolgs.

von | 20.03.2020

Aus der Krise

Natürlich war das Wachstum von Patek Philippe nicht unwesentlich von Henri Stern, dem Vater von Philippe, zu verdanken. Dieser hatte in den 50er und 60er Jahren dafür gesorgt, dass die Firma in Umsatz und Distribution stetig wuchs. Ebenso klug hatte er bedacht, dass sich die Marke mit ihren Modellen stetig nach oben hin orientierte. Ein kluger Schachzug, da im Luxusbereich die Margen der erfolgreichen Marken deutlich besser sind.
Trotzdem war es keine leichte Zeit, als Philippe Stern im Jahr 1977 die unternehmerische Verantwortung von Patek übernahm. Die Elektronik-Revolution hatte in den 70er Jahren die Schweizer Uhrenindustrie komplett überrollt und viele Marken in die Knie gezwungen. Deren Quarzuhren – wie die Astron von Seiko etwa – boten Zuverlässigkeit und Genauigkeit zu einem sensationellen Preis.

Diese Revolution zwang Henri Sterns Sohn zunächst zum Spagat zwischen Tradition und Moderne. Aber früh schon, insbesondere mit der „Patek Philippe Nautilus“ im Jahre 1976, hatte Philippe Stern seine langfristige Vision der Marke Patek Philippe demonstriert. Der zunächst verhaltene Erfolg des von Gerald Genta gestalteten Modells ließ noch Fragen zu. Doch spätestens mit dem überproportionalen Wiedererstarken der mechanischen Uhren in den 80er Jahren hatte sich das Marktgespür und die unternehmerische Strategie von Philippe Stern bewahrheitet.

Ob bei den Entscheidungen bei Patek auch die Erfahrung von drei Generationen Stern eine Rolle spielten, ist nirgendwo festgehalten. Aber es ist stark anzunehmen, dass ein Familienunternehmen wie die Eigentümerfamilie Stern über einen längeren Zeitraum denkt und agiert. Der wiedergekehrte Erfolg der mechanischen Uhren war dann für Patek Philipp der perfekte Moment. Die großen Marken und ihre mechanischen Wunderwerke wurden wieder gesucht. Und inmitten dieser Renaissance der Mechanik stand  Patek Philippe mit seinen wunderschönen Uhren.

Ein Geburtstag mit Folgen

Das Erbe einer Marke wie Patek Philippe trägt nur dann zur Marke bei, wenn dieses Erbe gepflegt und in die Gegenwart gebracht wird. Philippe Stern war dies vollkommen bewusst. Und so richtete der Präsident von Patek Philippe rechtzeitig sein Augenmerk auf den 150 Geburtstag der Marke Patek Philippe im Jahre 1989. Dieses Datum ist insofern sehr wichtig, als es den weiteren Weg von Patek auf den Gipfel der mechanischen Uhren nachhaltig beeinflussen sollte.

Das Erbe von Patek wurde zunächst in einem Buch über die herausragenden Armbanduhren der Manufaktur medial aufbereitet. Dies war jedoch eher die Pflicht. Für deutlich mehr Furore sorgten hingegen mehrere limitierte Zeitmesser – darunter das legendäre Calibre 89. Dieses tragbare Einzelstück war mehr als 25 Jahre lang nach übereinstimmender Expertenmeinung die komplizierteste Uhr der Welt. 
Für ihrer Entwicklung und Herstellung der Taschenuhr brauchte es rund neun Jahre. Dann war das technische Wunderwerk fertig und konnte die unglaubliche Anzahl von 33 Komplikationen vorweisen. 
Außerdem heizte eine ausgesprochen exklusive Auktion den Hype um das Patek Philippe gewaltig an. Im Handumdrehen kosteten die limitierten „Offiziersuhren“, also Uhren mit anspruchsvollen Komplikationen oder Verzierungen unter der Ladentheke oder am Graumarkt mehr als das Doppelte.

Philippe Stern selbst betrachtete diese Erfolgswelle eher skeptisch: „Freilich sehen wir es gerne, wenn unsere Uhren ihren Wert halten. Aber die vielfach zu hörende Prognose, dass Sie heute eine neue Patek Philippe Uhr erwerben und diese morgen bereits mit großem Profit weiterveräußern können, halte ich für ausgesprochen unredlich. Wenn jemand eine Patek kauft, sollte er in erster Linie Spaß daran haben. Dann gibt es keine Enttäuschungen, wenn sich die Preise nicht wie erhofft entwickeln. Und noch etwas: Die Preise, welche 1989 im Rahmen der Auktion zum 150-jährigen Patek Philippe-Jubiläum bezahlt wurden, halte ich für unnatürlich hoch.“
Wahre Worte, die noch heute ihre Gültigkeit haben. 

Patek Philippe investiert in die Zukunft

Den Worten Philippe Sterns folgte ein konsequentes Handeln. „Bei Patek Philippe haben wir eine Stabilisierung im Auge. Wir wollen die Sache nur der Komplikationen wegen nicht noch weiter komplizieren.“ Auf die kontinuierlich steigende Nachfrage nach Patek Philippe Uhren reagiert Philippe Stern scheinbar kontraproduktiv. Er drosselte die Produktion, dünnte des Händlernetzes aus und zwang die Aktiven Händler zu eiserner Disziplin und Einhaltung der Vorgaben aus Genf.

Aber was wären all diese richtigen Maßnahmen ohne innovative Uhren und die Sicherstellung der einzigartigen Qualität, die die Ausnahmestellung von Patek Philippe mit ausmachen. All diese Maßnahmen sorgten dafür, dass die Nachfrage weiter stieg. Besonders zu nennen ist hierbei sicherlich die im Jahr 1996 vorgestellte weltweit erste Armbanduhr mit Jahreskalender. Nur jeweils Ende Februar wird eine kleine manuelle Korrektur fällig.
Aber auch die die Manufaktur musste weiter vorangebracht werden. Als Ergebnis dieses großen Investments konnte Philippe Stern im Frühjahr 1997 im Genfer Stadtteil Plan-les-Ouates einen großen Gebäudekomplex mit mehr als 155.000 Kubikmetern Volumen einweihen. Seitdem befinden sich die Patek Philippe Produktion und Administration unter einem Dach. Den künftigen Platzbedarf sicherte später ein weiterer Neubau mit rund 50.000 m² Nutzfläche auf sechs Ober- und vier Untergeschossen.

Um die Geschichte der Marke den enthusiastischen Freunden der Marke näher bringen zu können, wurde im Jahr 2001 überdies ein bemerkenswertes Firmenmuseum mit mehr als 2.500 hochrangigen Zeitmessers realisiert. Darin gibt es insbesondere phantastische Glanzstücke der Geschichte der Uhren zu bestauen. Natürlich mit vielen besonderen Patek Philippe Uhren, aber auch anderen besonderen Zeitmessern.
Wahre Weitsicht geht eben über die eigene Marke hinaus.

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