Rotgoldenes Moser Tourbillon mit Hightech Zifferblatt

Moser Streamliner Tourbillon Vantablack und das Zifferblatt der Finsternis

Moser & Cie. kombiniert innovative Zifferblattgestaltung mit einer interessanten Tourbillonkonstruktion und viel Rotgold. Heraus kommt die Moser Streamliner Tourbillon Vantablack als tiefschwarzer Blickfang, der optisch nicht zu fassen ist. Wir klären das Rätsel auf.

von | 27.08.2022

Luxus ist mehr als nur teuer oder scheinbar limitiert. Im Idealfall, wie die neue Moser Streamliner Tourbillon Vantablack Armbanduhr eindrucksvoll aufgezeigt, verbindet sich eine besondere, charakteristische Gestaltung mit feiner Uhrentechnik und edlen Rohstoffen. Nicht, dass es prinzipiell etwas gegen die unter Luxusmarken wachsende Liebe zu von vorne sichtbaren Tourbillons einzuwenden gäbe. Also höchstens, dass ein frontal sichtbares Tourbillon schon recht unverhohlen um die Aufmerksamkeit des Betrachters bettelt (an dieser Stelle sei wieder einmal Patek Philippe erwähnt, die auf derlei „eitles Zierrat“ offenbar verzichten können). Trotz derlei frontal sichtbarer Tourbillon Miniaturtechnik haben viele Luxusuhren gleichwohl mit dem Umstand zu kämpfen, dass es nicht leicht ist, eine eigenständiges, markantes und wiedererkennbares Uhrendesign zu finden. 

Genau dies ist Moser & Cie. mit der vor 2 Jahren lancierten Moser Streamliner Armbanduhr gelungen und auf diesen Erfolg baut die neue 18 Karat Rotgold Version der Tourbillon Vantablack  auf. Dabei wirkt die goldene Streamliner trotz des prominenten Tourbillons, einiger kleiner, feiner Detailsund und trotz der reichlichen Verwendung von Edelmetall klar und elegant.
Allerdings sollte dem potentiellen Träger einer Moser Vantablack durchaus bewusst sein, dass eine Uhr mit solidem Goldgehäuse und Goldarmband nun mal von stattlichem Gewicht ist. Sowohl beim Tragen der Uhr, als auch beim Erwerb der knapp 114.000 Euro teuren Uhr beim Juwelier.

Moser Streamliner Tourbillon Vantablack

Die Schwärze der Moser Streamliner Tourbillon Vantablack in Kombination mit dem attraktiven Minutentourbillon

Moser Streamliner Tourbillon Vantablack

Natürlich ist ein Moser & Cie. Tourbillon stets ein technisches Highlight und eine optische Attraktion. Im vorliegenden Fall haben sich die Techniker und Uhrmacher von Moser & Cie. zudem eines weiteren, bei Armbanduhren eher unüblichen Kunstgriffs, besser gesagt einer interessanten technischen Innovation, bedient. Es geht um Vantablack, eine faszinierende, weil lichtabsorbierende schwarze Farbe, mit der das Zifferblatt des Moser Tourbillons lackiert wurde.

Diese im Jahr 2014 erstmals präsentierte Farbe des Herstellers Surrey NanoSystem ist von solch einem tiefen Schwarz, dass die Farbe mehr als 99,9 Prozent des Lichts absorbiert und vor dem Auge des Betrachters ein schwarzes Loch entsteht, dass alle Reflexionen absorbiert und scheinbar ohne Boden ist. Das Geheimnis der absoluten Lichtabsorbtion liegt in den Vanta, winzigen „vertically-aligned nanotube array“ Nano-Karbonröhrchen. Diese sind vertikal aufgerichtet und schlucken praktische jegliches Licht, das auf die schwarze Oberfläche prallt.
Die einzigen Orientierungspunkte für das Auge liefern die goldenen Indexe des Zifferblattes, die goldenen, mit Leuchtmasse ausgestatteten Zeiger und, prominent bei 6 Uhr platziert, das Tourbillon der Moser Streamliner (siehe auch unseren Bericht zum Moser Streamliner Flyback Chronographen).

Funktionsprinzip Graphit Nanotubes

Winzige Nanotubes aus Karbon sorgen für eine praktisch vollständige Absorbtion der Lichtwellen

Moser Endeavour Tourbillon Vantablack

Weiteres Moser & Cie. Modell mit Vantblack Coating - das Moser Endeavour Tourbillon Vantablack

Moser Streamliner Tourbillon

Womit man auch bereits beim optischen Highlight der ansonsten stilistisch eher reduzierten Moser Vantablack in Rotgold wäre – dem, umgeben von vollkommenem Schwarz, emsig drehenden, fliegenden Einminuten-Tourbillon. Eine Besonderheit hierbei sind die doppelten, synchron-entgegengesetzt schwingenden Spiralfedern. Der Vorteil dieser von Precision Engineering, einer H. Moser & Cie. Tochter stammenden Lösung liegt im verbesserten Isochronismus und einer damit einhergehenden höheren Präzision des Moser Streamliner Tourbillons.

Minutentourbillon Moser Streamliner Vantablack

Detailansicht des Minutentourbillons der Moser Streamliner Vantablack

Moser & Cie. Kaliber HMC 804

Blick auf das Moser Kaliber HMC 804 mit massivgoldenem Rotor

Streamliner Tourbillon Vantablack

Streamliner Tourbillon Vantablack

Das Moser & Cie. Kaliber HMC 804 liefert abseits derlei technischer Raffinessen eine ausgezeichnete Gangreserve von bis zu 72 Stunden und arbeitet bei 21.600 Halbschwingungen pro Stunde. Für die entsprechende automatische Energiezufuhr sorgt ein massivgoldener Rotor mit bidirektionalem Sperrklinkenaufzug.
Dank des 40 mm großen und 12,1 mm hohen Goldgehäuses, dem verschraubten Saphirglasboden, dem anti-reflexbeschichtetem Uhrglas und der verschraubten Krone bietet die Moser Streamliner Tourbillon Vantablack eine selbst für einen sportlichen Alltag ausreichende Wasserdichtigkeit von bis zu 120 Metern Wassertiefe.

Aber ob der Träger einer knapp 114.000 Euro teuren Golduhr mit ultimativ-schwarzem Zifferblatt solch eine Uhr tatsächlich zum Tauchen anzieht, wäre wohl zu bezweifeln. Schließlich würde unter Wasser der verblüffende Effekt des ultraschwarzen Vantablack Zifferblatts einfach verwässert.

Gehäuse und Rotgold bestimmen den Gesamteindruck der Moser Streamliner

Gehäuse und Rotgold bestimmen den Gesamteindruck der Moser Streamliner

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