Am 20. Mai 1927 hob der gerade 25-jährige Leutnant Charles Lindbergh mit seinem einmotorigen Flugzeug „Spirit of St. Louis” von einem Flugfeld nahe der Metropole New York ab, um erstmals in der Geschichte der Luftfahrt nonstop nach Paris zu fliegen. Als er 33 Stunden und 30 Minuten später in Le Bourget bei Paris landete, erwartete ihn eine begeisterte Menschenmenge. Lindbergh war damit nicht nur um die stattliche Summe von 25.000 US-Dollar reicher. Er gewann auch  Menge an Erfahrung in der Langstrecken-Aviatik und den Anforderungen der zur Navigation unabdingbaren Präzisionszeitmessung.

Diese Erfahrung wie die Lehren aus seinem Flug fasste Charles A. Lindbergh in Notizen und Skizzen zusammen und wandte sich damit an die 1867 gegründete Uhrenmanufaktur Longines wandte. Dem in der Sport Zeitmessung sehr erfahrenen Uhrenhersteller traute er am ehesten die kompetente Umsetzung seiner Ideen in einer funktionale Pilotenuhr zu. Und Charles Lindbergh wurde nicht enttäuscht. Er hatte auf das richtige Pferd gesetzt, denn die Konstrukteure und Uhrmacher von Longines machten sich mit großem Engagement an die Arbeit. Akribisch analysierten sie die sehr konkreten Vorschläge des Flugpioniers. Dann, angereichert durch eigene Gedanken und eigene Erfahrungen ging man die Realisation eines geradezu revolutionären Zeitmessers an.

Die Originalskizze von Charles Lindbergh war Ausgangspunkt für die Entwicklung der Stundenuhr 1931, aber auch die neue Longines Charles Lindbergh Heritage

Diese Pilotenuhr war das Vorbild der Longines Heritage Charles Lindbergh mit Stundenwinkel

1932 stand der Lancierung der Longines Stundenwinkel Armbanduhr nichts mehr im Weg. Das große Fliegeruhren-Modell war bewusst für Piloten konzipiert. Der Durchmesser der Uhr betrug 47,5 mm und sie ließ sich über der Montur tragen, bzw. selbst mit Handschuhen gut bedienen. Ein ausgeklügeltes System von einstellbaren Zifferblättern und eine Drehlünette leistete Langstreckenpiloten dabei wertvolle Hilfe bei der Bestimmung des Längengrad. Dank eines drehbaren Sekundenzifferblatts konnten sie überdies Gangabweichungen unmittelbar erkennen und berücksichtigen. Auch die tägliche wechselnde Differenz zwischen der mittleren und wahren Sonnenzeit, also die Zeitgleichung ließ sich vor Abflug mit Hilfe der Drehlünette einstellen. Der Mechanismus war einfach: Positive Werte glich man durch Rechts-, negative durch Linksdrehung aus. Das 7,7 mm hohe Handaufzugskaliber 37.9, Durchmesser 37,9 mm, verfügte übrigens über eine indirekte Zentralsekunde und der Gangregler oszillierte mit 2,5 Hertz. Eine echte Uhr für Piloten.