Neue Leinfelder Uhren aus München

Leinfelder Luna 1 und Leinfelder Wiggerl: 2 Münchner im Himmel

Ein Global Player ist Leinfelder Uhren nicht. Aber das ist auch nicht die Absicht der kleinen, feinen Münchner Uhrenmarke. Ganz bewusst pflegt sie ein eher lokales Kolorit und spricht damit als Teil der Tempus Arte Gruppe ein ganz spezifisches Publikum an. Uhrenkomos stellt zwei neue, nur limitiert erhältliche Armbanduhren des Unternehmens vor: Leinfelder Luna 1 und Leinfelder Wiggerl.

von | 08.12.2021

Uhren aus München

Ein Nabel der Uhrmacherkunst war die Bayerische Landeshauptstadt trotz hochwertiger Uhren wie der Leinfelder Luna 1 oder Leinfelder Wiggerl noch nie. Und sie wird es vermutlich auch nicht mehr werden. Gleichwohl kann München eine sehr respektable Tradition auf dem Gebiet der Zeitmessung vorweisen. Diese reicht zurück bis ins Jahr 1394, als erstmals ein „Ormaister“, so die damals übliche Bezeichnung für einen Uhrmacher, urkundliche Erwähnung fand. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts machte Nikolaus Kratzer, Uhrmacher, Mathematiker und Astronom König Hein­richs VIII. mit unterschiedlichsten Zeitmessern von sich reden.​

Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Isarmetropole zu einem führenden Zentrum der Feinmecha­nik. Da nämlich stellten unter anderem Joseph Liebherr, Georg Reichenbach, Joseph Utzschneider oder Joseph Fraunhofer ihre einschlägige Kompetenz der Uhrmacherei unter Beweis. Gefolgt von nicht minder fähigen Uhrmachern wie Franz Joseph Mahler und Johann Mannhardt.

Ab 1856 taten sich Andreas Huber und seine familiären Nachfolger durch den Handel mit und die Produktion ganz unterschiedlicher Uhren hervor.

Internationale Berühmtheit erlangte der gebürtige Allgäuer Siegmund Riefler. 1878 startete der promovierte Techniker die Entwicklung und Fertigung bahnbrechender Präzisionsuhren. Ab 1889 bewahrten diese sündhaft teuren Instrumente mit freier Hemmung sowie neuartigem Nickelstahl-Kompensationspendel in vielen Sternwarten, Uhrenfabriken und anderen Institutionen die Zeit.

Sekundenpendeluhr Clemens Riefler Präzisionsuhr

Präzisionspendeluhr von Clemens Riefler - verkauft bei Uhren Muser für 57.500 €

1903 erlangte Heinrich Sattler ein kaiserliches Patent für die Konstruktion eines Uhrwerks mit ewigem Kalendarium. Daneben entwarf er Jahres- und Weltzeituhren, welche sein Vater Heinrich Sattler sen. realisierte. Auf dieser Grundlage errichtete Enkel Erwin Sattler 1958 die gleichnamige Münchner Großuhren-Manufaktur.

Tischuhr von Erwin Sattler München mit ewigem Kalender aus dem Jahr 2000

Erwin Sattler München: Tischuhr mit ewigem Kalender, 2000

Hinzu gesellt sich schließlich die 1983 ins Leben gerufene Münchner Uhrenfabrikation Chronoswiss. Nach dem Erwerb durch die Schweizer Familie Ebstein geht sie ihren Geschäften seit 2013 in Luzern nach.

Auch aus München – die weltweit erste tragbare Quarzuhr

Zu diesem Zeitpunkt existierte Leinfelder Uhren bereits seit drei Jahren. Die Gründung des Unternehmens erfolgte 2010 mit dem Ziel der Kreation und Terminierung nicht alltäglicher Armbanduhren. Der ambitionierte Etablisseur findet sich unter dem Dach der von Dr. Ulrich L. Rohde ins Leben gerufenen Tempus Arte Gruppe. Übrigens kann der in Amerika lebende Professor ebenfalls auf chronometrische Wurzeln zurückblicken. Sein Vater, der Hochfrequenz-Physiker Dr. Lothar Rohde und sein Berufskollege Dr. Hermann Schwarz gründeten 1933 in München das kurz PTE genannte Physikalisch-Technische Entwicklungslabor. Selbiges brachte 1938 die erste tragbare Quarzuhr auf den Markt.

Stattliche 36 Kilogramm wog die CQF mit elektronisch angeregtem Oszillator. Hinzu gesellten sich zehn Kilogramm für das Gestell. Täglich nur ±0,004 Sekunden wich das Instrument mit integriertem Normalfrequenzgenerator von der Norm ab. Bei der Entwicklung bewältigte das Duo elementare Probleme wie ein extrem konstant agierender Schwingquarz samt Thermostat, einen stabilen Frequenzteiler sowie eine mit 1.000 Hertz anzusteuernde Analog-Synchronuhr. Damit der universell für astronomische Zwecke, auf Schiffen und als Normalzeitgeber in Fabriken und Kraftwerken nutzbare Röhren-Quarz-Chronometer seinen Dienst bei Ausfall des Netzstroms nicht einstellte, lief er alternativ auch mit einer Batterie.​

 

Porträt von Professor Dr. Ulrich Rohde

Uhren-Enthusiast par excellence: Prof. Dr. Ulrich Rohde, Alleineigentümer der Tempus Arte-Gruppe

Leinfelder Uhren-Kaliber L-H01-UWD (C) Uhrenkosmos

Exklusives aus Dresden für Leinfelder Uhren München - Handaufzugskaliber-L-H01 von UWD

Neue Uhren von Leinfelder Uhren

Man sieht, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Bei den sportlichen oder auch eleganten Armbanduhren von Leinfelder München setzt Dr. Ulrich Rohde freilich eher auf überlieferte Mechanik. In dieser Hinsicht nutzt die Firma zum einen Eta- oder Sellita-Uhrwerke. Zum anderen aber auch das eine Liga darüber angesiedelt Handaufzugskaliber L-H01. Es hat einen Durchmesser von 33 Millimetern Durchmesser und 4,2 Millimetern Bauhöhe. Dessen Entwicklung erfolgte 2013 bei der Tempus Arte Konzernschwester UWD. Das Kürzel steht für Uhren Werke Dresden.​

 

Zweifelllos ist die Architektur der zeitbewahrenden Mechanik mit durchbrochenen Räderwerkskloben im Petticoat-Look ist ein echter Hingucker. Nach Vollaufzug läuft sie 50 Stunden am Stück. Stündlich 21.600 Halbschwingungen vollzieht die Unruh.

Obwohl sie dank Masselots ein variables Trägheitsmoment besitzt, gestattet ein zusätzlicher Rückermechanismus mit exklusiv gestalteter Feinregulierung die rasche und unkomplizierte Korrektur kleiner Gangabweichungen ohne spezielles Werkzeug.

Leinfelder Luna 1

Mit besagtem L-H01, statten die Münchner Uhrmacher die Uhren der neuen Leinfelder Luna 1 Edition aus. Diese Armbanduhr mit 42 Millimetern Gehäusedurchmesser gibt es in Weiß- oder Roségold. Von jeder Ausführung entstehen 25 Exemplare. Obwohl der bleiche Erdtrabant in 3-D-Anmutung prominent am Zifferblatt erscheint, handelt es sich nicht um eine Mondphasenuhr.
Der Reiz dieses Zeitmessers besteht nicht zuletzt in einem erkennbar hohen Anteil an Handarbeit beim Anfertigen jener eindrucksvollen Mondscheibe, vor der Zeiger für Stunden, Minuten und Sekunden drehen. Durch die Anwendung einer speziellen Wischtechnik fällt der Sternenhimmel bei jedem Exemplar unterschiedlich aus. Ergo kann man mit Fug und Recht von einem Unikat sprechen.​

Das Zifferblatt wendet sich an Zeit-Genossinnen und -Genossen, welche an die heimliche Macht des mystischen Trabanten glauben. Natürlich zeigt sich das exklusive, in Sachsen mit rund 95 Prozent Fertigungstiefe produzierte und liebevoll finissierte Uhrwerk durch einen Sichtboden in der klassisch runden Schale. Dem Druck des nassen Elements widersteht sie bis zu drei bar. Mit anderen Worten: Sie ist geschützt gegen Spritzwasser. Beim Duschen sollte man sie jedoch tunlichst abnehmen.

Dafür dankt auch das handgenähte Alligator-Lederband mit massiver weiß- oder roségoldener Dornschließe. Die Preise liegen bei 18.900 Euro für die Luna 1 in Roségold. Die Weißgold-Variante kostet exakt 1.000 Euro mehr.

Leinfelder Wiggerl

Liebhaberinnen und Liebhaber gepflegter Münchner Gastronomie kennen den von Freunden und Bekannten kurz „Wiggerl“genannten Ludwig Hagn einmal als Wirt des Löwenbräu-Zelts am Münchner Oktoberfest. Nach 62 Jahren zog sich der dienstälteste aller Wiesnwirte allerdings aus dem aktiven Berufsleben zurück. Seitdem sieht man ihn regelmäßig in der nun von seiner Tochter und seinem Enkel betriebenen Gaststätte Hirschau im Englischen Garten. Dort plaudert der Urbayer charmant und mit trockenem Humor von seinen reichhaltigen und teilweise recht kuriosen Erfahrungen als prominenter Gastwirt.​

 

Leinfelder Uhren Wiggerl Armbanduhr C GLB

Ein gutes Stück München am Handgelenk: Leinfelder Uhren "Wiggerl"

Diesem Münchner Original hat Leinfelder Uhren das brandneue Modell Leinfelder Wiggerl gewidmet. Sein Zifferblatt zeigt das Talburgtor im Herzen Münchens. Als Grundlage der aufgedruckten Darstellung diente eine logischer Weise handgefertigte Bleistiftzeichnung des wegen seiner Fresken aus dem 16. Jahrhundert bekannten Lieblingsorts von Wiggerl Hagn.

Leinfelder Uhren Wiggerl Armbanduhr Rueckseite C GLB

Durch den Sichtboden der "Wiggerl" Armbanduhr zeigt sich das bewährte Automatikkaliber LUM 200-1, bekannt auch als Sellita SW200-1

Insgesamt 50 Stück dieser Armbanduhr verfügen  ein 42 Millimeter großes und bis zu zehn bar druckdichtes Stahlgehäuse mit Saphirglas vorne und hinten. Hinter dem Sichtboden tickt das Automatikkaliber LUM 200-1. Dahinter verbirgt sich ein gleichermaßen zuverlässiges wie präzises Sellita SW200-1 mit beidseitig wirkendem Rotoraufzug, vier Hertz Unruhfrequenz und 38 Stunden Gangautonomie.

Zehn weitere Exemplare besitzen darüber hinaus einen Glasrand in den bayerischen Nationalfarben weiß und blau. Besetzt ist die Lünette mit Diamanten der Qualität TW VS1 sowie Saphiren von zusammen 1,32 Karat.

In verschiedenen Farben ist das Lederband mit Krokoprägung und Faltschließe erhältlich.

Die Preise für diese beiden Editionen liegen bei 3.450 bzw. 9.850 Euro. Jede der insgesamt 60 Armbanduhren begleitet ein persönlich von Ludwig „Wiggerl“ Hagn unterschriebenes Zertifikat.

Ein ideales Weihnachtsgeschenk also für waschechte Münchner, Bayern und natürlich auch Zuag’roaste, zu Deutsch Zugereiste, die den besonderen Flair der „nördlichsten Stadt Italiens“ schätzen.

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