Mit dem Jungfernflug der legendären DC 3 erlebte die zivile Luftfahrt in den dreißiger Jahren ihren ersten Höhepunkt. Etwa im Jahr 1935, einige Jahre vor der Lancierung der IWC Mark XI, stellte IWC bereits seine erste spezifische Armbanduhr für Piloten und fliegendes Personal vor. Das Besondere an diesen Fliegeruhren war ihre Ausstattung. Ausgestattet mit einem schwarzen Zifferblatt und großen Leuchtziffern, markanten Leuchtzeigern und einer Drehlünette mit Merkpfeil war solch eine IWC Pilotenuhr ein praktisches Navigationsinstrument. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs entwickelte IWC Schaffhausen auch für die deutsche Luftwaffe eine professionelle Fliegeruhr.
Charakteristisch waren das mattierte Stahlgehäuse (Durchmesser 55 mm), die große griffige Aufzugskrone, das markante Zifferblatt, die besonders auffälligen Leuchtziffern und -zeiger, der Sekundenstopp zum exakten Einstellen der Uhrzeit sowie der lange Lederriemen zum Tragen der Uhr über der Fliegermontur. Wie schon die erste Fliegeruhr war auch die IWC Mark X eine Armbanduhr für den militärischen Dienstgebrauch. Etwa 6000 dieser Spezialuhren, erkennbar an den Gehäusenummern 1131 001 bis 1137 000, entstanden in der Zeit vom Ende der dreißiger Jahre bis 1947.

IWC Mark XI

Deren Nachfolger, die Mark XI war ein Flieger-Armbanduhr, die aus heutiger Sicht ohne zu zögern für sich das Attribut “Kult-Uhr” in Anspruch nehmen kann. Sie erhob sich ab 1948 an den Handgelenken unzähliger Piloten in die Lüfte. Dieser Mark XI  vertrauten nicht nur Militär-Piloten ihre kostbare Zeit an, sondern auch Kapitäne renommierter ziviler Airlines.
Diese Wahl kam freilich nicht von ungefähr. IWC hatte alle bis dahin gewonnenen Erfahrungen mit Fliegeruhren in die Konstruktion von Werk und Gehäuse einfließen lassen. Hinzu addierten sich die neuesten Erkenntnisse auf den Gebieten der Uhrmacherei und der Metallurgie. Das bereits bei der großen Fliegeruhr angewandte Prinzip des Magnetfeldschutzes durch ein Innengehäuse aus Weicheisen wurde bei der dieser IWC Mark XI konsequent fortgesetzt.

Mark XI – auch technisch ein Höhenflug

Ein Leckerbissen für die Liebhaber feiner Uhrmacherei war das neu konstruierte IWC Kaliber 89. Vor der Auslieferung  hatte jede IWC Mark XI zudem ein 44tägiges Testprogramm für “Navigator Wrist Watches” zu durchlaufen. Dabei wurde sie in fünf Positionen und bei Temperaturen zwischen minus fünf und plus 46 Grad Celsius auf ihre Ganggenauigkeit hin überprüft.
Die für die Royal Air Force bestimmten Exemplare trugen auf dem Zifferblatt den “Arrow”. Die militärische Bodengravur mit Einheitsbezeichnung und Baujahr wurde entweder von IWC oder aber von den jeweiligen militärischen Beschaffungsämtern angebracht. Manche Modelle fallen auf durch die Bezeichnung “W.W.W.”. Diese drei Buchstaben bedeuten “Waterproof Wrist Watch” und signalisieren, daß das Glas armiert, also mit einem Metallreif verstärkt war.

1984 versandte IWC die letzten Exemplare der “Mark XI” an die Konzessionäre. Etwa zur gleichen Zeit begann die Royal Air Force mit der Ausmusterung der “Mark XI”. Im Rahmen von stillen Auktionen konnten Sammler und Liebhaber diese Armbanduhren zum Stückpreis von etwa DM 150,– erwerben. Seit damals hat die IWC Mark XI einen beinahe kometenhaften Aufstieg erlebt. Sie ist zu einer sehr gesuchten Vintage Uhr und zum Synonym für Fliegeruhren avanciert. Und damit erlebte auch ihr Preis einen Höhenflug ohnegleichen. Unter mehreren tausend Euro geht heute für eine IWC Mark XI fast nichts mehr. Damit gehören gut erhaltene Modelle zu den gesuchtesten IWC Vintage Watches. 

Der mitunter körperliche Einsatz der Piloten erforderte von den Pilotenuhren trotz hoher Technik eine gewisse Robustheit

Der mitunter körperliche Einsatz der Piloten erforderte von den Pilotenuhren trotz hoher Technik eine gewisse Robustheit Bild IWC