Hanhart und der neue Primus Chronographen für die Austrian Air Force

Hanhart Primus Austrian Air Force Pilot: Up up and away

Hanhart kooperiert mit der Austrian Air Force und bringt dazu einen limitierten Primus Chronographen auf den Markt. Eine Uhr für Piloten und die, die am Boden bleiben. Spannend allemal.

Stopper für die Austrian Air Force

Es müssen definitiv nicht immer die bekanntesten Uhrenmarken sein. Deshalb haben sich die Verantwortlichen der Österreichischen Luftstreitkräfte für die Hanhart Primus Austrian Air Force Pilot als neue offizielle Pilotenuhr der Luftwaffe entschieden.
Die Wahl des offiziellen Flieger-Chronographen haben die Militärs durchaus mit Sinn für gute Uhren und klugem Verstand durchgeführt, als sie sich für den kleinen,feinen deutschen Hersteller Hanhart und dessen Modell Hanhart Primus entschieden haben.
Die Wahl der Hanhart Primus Austrian Air Force Pilot kommt natürlich nicht von ungefähr. Immerhin kann die 1882 gegründete Manufaktur Hanhart jede Menge einschlägige Erfahrungen auf dem Gebiet der Pilotenuhren vorweisen.

Hanhart Primus Austrian Air Force Generalmajor Karl Gruber

Hanharts chronographische Vergangenheit

Man schrieb das Jahr 1938, als im malerischen Schwarzwald bei Hanhart die Entwicklung eines hauseigenen Chronographenwerks für Armbanduhren startete. Gedacht waren die gemäß Uhrmacherjargon 15½ Linien großen Uhrwerke primär für den Einsatz hoch in den Lüften oder auf hoher See. Das Traditionsunternehmen mit Schweizer Wurzeln entwickelte drei verschiedene Ausführungen des 35 Millimeter großen Pilotenuhr. Damals waren die Uhren selbstverständlich mit Handaufzug, klassischer Schaltradsteuerung und horizontaler Räderkupplung ausgestatteten. Das Chronographen-Kaliber 40 war mit nur einem Drücker für die drei zeitschreibenden Funktionen Start, Stopp und Nullstellung ausgestattet. Das Kaliber 41 wiederum hatte zwei Drücker für Additionsstoppungen und als spezielle Piloten-Version 42 eine Flyback-Funktion.
Besagte Temposchaltung gestattete Piloten Nullstellen und unverzüglichen Neustart des Chronographen mit nur einem Knopfdruck. Üblicherweise sind deren drei nötig: Anhalten per Drücker bei „2“, Nullstellen über den Drücker bei „4“ und neu starten wiederum durch Betätigung des oberen Drückers. Die im modernen Sprachgebrauch „Flyback“ genannte Funktion ersparte im Eifer des Luftgefechts also jede Menge wertvoller Zeit. Zu erkennen gibt sich das Kaliber 41 durch unterschiedliche Drücker-Abstände von der Aufzugs- und Zeigerstellkrone. Spätestens jetzt heißt es auf den Flyback-Drücker mancher Vintage-Chronographen blicken. Dieses Bedienelement unterhalb der Krone sollte man am Steuerknüppel tunlichst nicht aus Versehen betätigen und so eine laufende Stoppung ungewollt zunichtemachen. Um das zu verhindern, wird berichtet, färbte ihn die Gattin eines Kampfpiloten kurzerhand mit rotem Nagellack ein. Diese besorgte Aktion kreierte eine echte Chronographen-Legende. Übrigens setzt sich das Rot fort durch einen Farbtupfer auf der gerändelten Drehlünette. Hierbei handelt es sich um überaus praktisches Feature, das den Chronographen da und dort auf einfache Weise ersetzen kann. Beispielsweise beim Bummel durch die Stadt. Sie haben die Parkuhr so gefüttert, dass Sie nach zwei Stunden zurück zu Ihrem Auto müssen. In diesem Fall platzieren Sie den Merkpunkt knapp zwei Stunden vor der augenblicklichen Position des Stundenzeigers. Anschließend sehen Sie bei jedem Blick auf die Uhr, wann ein Strafzettel droht. Beim Al-dente-Kochen der Pasta lässt sich der Merkpunkt ebenso simpel zusammen mit dem Minutenzeiger nutzen. Wollen Sie wissen, wie lange eine Arbeit dauert, wandert der Merkpunkt beim Beginn zur Spitze des Stunden- und Minutenzeigers.

Retro ist definitiv billiger

Wer heute einen gut erhaltenen Piloten-Stopper aus vergangenen Zeiten am Handgelenk spazieren tragen möchte, muss recht tief in die Tasche greifen. Je nach Zustand können 5.000 oder mehr Euro fällig werden. Den neuen Retrolook-„Pioneer“ mit modifiziertem Valjoux 7750 oder Sellita SW 500-Kaliber kann man auf www.hanhart.com hingegen schon ab 2.340 Euro („Pioneer TwinControl“) erwerben. Zurück im Fluge gibt es bei diesen Modellen nicht, den roten Drücker freilich schon.

Hanhart Pioneer schwarz oder weiß

Qual der Wahl

Das gilt auch für jenen „Primus“, welchen die Österreichischen Luftstreitkräfte geordert haben. Durch bewegliche Bandanstöße wird Ergonomie am Handgelenk groß geschrieben. Dank Schraubkrone ist das Gehäuse des „Primus Pilot“, die Basis des limitierten, am roten Flaggensymbol auf dem Zifferblatt erkennbaren „Primus Austrian Air Force Pilot“ wasserdicht bis zu zehn bar Druck. Aber Vorsicht meine Herren. Sollten Sie vergessen, die Krone vor dem Sprung ins kühle Nasse zuzudrehen, kann die Freude an dieser Uhr schnell enden. Besagte Wasserdichte besteht nur bei fest verschraubter Krone. Im 44 Millimeter großen, 15 Millimeter dicken Stahlgehäuse mit einseitig entspiegeltem Saphirglas vorn und Sichtboden hinten tickt ein von La Joux-Perret modifiziertes Selbstaufzugskaliber Sellita SW 500. Bei ihm dreht der 30-Minuten-Totalisator, ganz wie es sich gehört, rechts am Zifferblatt bei „3“. Ehrensache sind roter Drücker (auch ohne Temposchaltung) und griffige Drehlünette mit roter Merk-Markierung. Die auf 100 Exemplare limitierte und individuell von 1 bis 100 nummerierte Air Force-Version ist, wie Hanhart-CEO Felix Wallner bekundet, in drei verschiedenen Gehäuseversionen erhältlich: Stahl poliert: 2.590 Euro, Stahl sandgestrahlt mattiert: 2.790 Euro, Stahl mit schwarzer DLC-Beschichtung: 3.090 Euro. Zum Zeitpunkt des Lancement am 24. Juli 2018 im Salzburger Red Bull „Hangar 7“ waren noch 30 Armbanduhren übrig. Wer eine bestimmte Nummer möchte, beispielsweise 85 wegen des Geburtsjahres, muss sehen, ob es diese überhaupt noch gibt. Danach kann man die Ausführung der Schale wählen.

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