Uhrenkosmos Chrono Sapiens : Niels Eggerding und the Avener Tristan Casara

Frederique Constant x The Avener Highlife Chronograph: Musik fürs Herz kommt auch aus dem Herzen

Der Frederique Constant x The Avener Highlife Chronograph ist das erste Modell aus der Zusammenarbeit von Frederique Constant mit dem DJ und Produzenten Tristan Casara. Die The Avener Highlife Automatic gibt es ab rund 3.000 Euro. Das sagen Frederique Constant CEO Niels Eggerding und der Musiker zur Idee.

von | 24.06.2022

Kooperation aus Sympathie

Gisbert L. Brunner: Gleich zu Beginn stellt sich natürlich die Frage zum Projekt Frederique Constant x The Avener. Wie haben sich Frédérique Constant und Tristan Casara vulgo The Avener oder Tyares zusammengefunden?

Niels Eggerding: Wir von Frédérique Constant haben uns ein wenig außerhalb unserer Komfortzone umgesehen. Dabei habe ich immer in die Musikwelt geschaut. Musik ist für mich inspirierend, sie ist zeitlos. Und die Musik von the Avener ist für mich sehr bekannt. Zusammen mit dem Manager von Tristan haben wir alles in die Wege geleitet. Schon beim ersten Treffen in Südfrankreich machte es Klick.

Mit anderen Worten, es hat spontan gepasst

Niels Eggerding: Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass Dinge spontan so passen

Ich habe schon viele Fotos von Tristan gesehen, aber in der Regel ohne Uhr

Tristan Casara: (lacht) Ich habe bis heute gewartet.

Können Sie uns ein wenig erklären, Tristan, woher die Liebe zu Uhren kommt, obwohl man auf Fotos kaum welche sieht?

Tristan Casara: Vielleicht verbargen sie sich ja unter meiner Jacke. (lacht) Schon seit meiner Kindheit besitze ich ein Faible für Uhren.

Welche war denn Ihre erste?

Tristan Casara: Wenn ich Ihnen das jetzt sage, lachen Sie vielleicht. Es war eine Flik Flak Kinderuhr. Ich bekam sie mit fünf und war froh, wenn ich nachts die Zeit ablesen konnte. Damit begann es. Und seitdem trage ich gerne Uhren. Aber wenn am Keyboard oder Klavier spiele, kann eine Uhr eher hinderlich sein. Die linke Hand ist dann schwerer und man macht vielleicht Fehler beim Spielen. Also ist es manchmal einfacher und sicherer, keine Uhr zu tragen. Wenn ich hingegen nur als DJ auflege, trage ich durchaus eine Uhr. Ich habe also nicht die Absicht, etwas zu verbergen.

 

The Avener beim Auflegen

the Avener Tristan Casara in seinem Element beim Auflegen

Der Klang von Uhren

Das klingt plausibel. Haben Sie sich als Musiker schon einmal den Klang von Armbanduhren angehört? Jede Uhr klingt in der Tat ein wenig anders. Auch bei  Frédérique Constant klingt beispielsweise das Tourbillon anders als ein Modell mit Sellita Uhrwerk.

Tristan Casara: Da bin ich ganz bei Ihnen. Es ist ja auch so, dass es in jedem Song, den man produziert und dann hört eine Tonart gibt. Also, es gibt 12 Tonarten in der Musik. Und jeder Song hat seine eigene Tonart. Ich denke, das gilt auch für die Uhr. Und das macht den Unterschied zwischen einer und einer anderen Marke, einem und einem anderen Modell aus.

Niels Eggerding: Aber das sind die Beats, die einem Herzschlag gleichen. Auf den Beats beruhen die Ähnlichkeiten zwischen den beiden Branchen. Wir müssen immer den richtigen Rhythmus finden, um durch einen Song die intendierte Emotionalität zu vermitteln. Und ich denke, das ist bei Uhren im Grunde genommen dasselbe.

Um eine hochwertige Uhr zu konstruieren und serienreif zu machen, braucht es durchaus Jahre. Woher nehmen Sie die Inspiration für Ihre Songs, die nicht nur ins Ohr, sondern auch ins Herz und die Seele gehen?

Tristan Casara: Hauptsächlich würde ich sagen, dass Musik fürs Herz auch aus dem Herzen kommt. Es ist also auch ein bisschen wie Magie. Das Erlangen von Inspirationen lässt sich schwer in Worte fassen. Manchmal entstehen sie aus einem Ärger, dann aus Begegnungen mit Menschen, oder aus Landschaften, deinem Lebensstil, deinen Problemen, deinem Glück. Ich weiß es nicht genau. Inspirationen erwachsen aus vielen verschiedenen Dingen.

Vieles entwickelt sich also spontan? 

Tristan Casara: Ja, natürlich. Immer.  Es ist definitiv spontan. Denn wenn du etwas nicht spontan machst, erkennen die Leute, dass es nicht aufrichtig ist. Aufrichtigkeit gehört zu meiner Arbeitsweise. Und ich glaube, Niels macht das Gleiche mit Uhren. Das ist ein wichtiger Grund, warum wir zusammengefunden haben.

Niels Eggerding: Wenn mich eine Uhr in ihren Entwicklungsprozess nicht berührt, geht sie so lange an den Zeichentisch zurück, bis es passt. Das verstärkt sich, je länger man in einem Job ist. Bei mir sind es jetzt vier Jahre. Im ersten Jahr war ich im Grunde noch vom übernommenen Erbe getrieben. Inzwischen bin ich wirklich sehr spezifisch im Design. Das muss einen anrühren. Sonst wirst du eine Uhr nicht gut verkaufen können. Das ist es, was ich gelernt habe. Wenn man nur ein Zifferblatt anbringt und nicht auf die Details achtet, stellt sich kein Erfolg ein.

Tristan Casara: Das gilt genauso auch für die Musik.

Wie lange arbeiten Sie an einem Song? Wie oft ändern Sie ihn bis Sie ihn wirklich veröffentlichen?

Tristan Casara: Im Grunde genommen wird ein Song niemals wirklich fertig. Die Fortschritte hängen von vielen Faktoren ab. Manchmal hat man nach 20 Stunden im Studio etwas fast fertig oder fertig. Mitunter verbringt man hunderte von Stunden mit ein und derselben Sache und demselben Detail, um zufrieden zu sein. Heute gefällt es mir, morgen aber nicht mehr. Am nächsten Tag gefällt es mir jedoch schon wieder. Das hängt auch von der Zeit ab, zu der man sich mit einem neuen Song beschäftigt.

 

The Avener Tristan Casara

the Avener Tristan Casara mit dem neuen Frédérique Constant Highlife Chronograph Automatic

Armbanduhren nach Optik

Kommen wir nochmals zurück zum Thema Uhren und Ihrem Verhältnis dazu. Sie sagten ja, Sie haben mit einer Flik Flak angefangen. Haben danach sich danach auch gelegentlich Uhren gekauft? 

Tristan Casara: Uhren sind eine Passion für mich. Natürlich habe ich jetzt andere Uhren als die Flik Flak. Aber es sind nicht so richtig teure Uhren. Es sind Uhren, die mir gefallen, die ich schön finde, und deswegen besitze ich sie. Bei mir fängt es immer mit einer Schwärmerei an. Wenn ich mich nicht verknallt habe, werde ich diese oder jene Uhr nicht kaufen. Und ich war richtig verknallt, als ich die Kollektion von Frédérique Constant gesehen habe.

Ich möchte Ihnen nicht sagen, wie viele Uhren ich habe. Ich möchte auch nicht sagen, von welchen Marken sie stammen. Aber es ist wahr, dass ich gerne eine Uhr trage, die zu meinem Outfit passt. Es ist immens wichtig, wenn man auf die Bühne geht, die passende Uhr zu tragen. Das ist wie bei den Socken und anderen Kleidungsstücken. Dazu ist die Uhr aber auch ein Schmuckstück.

Niels Eggerding: Du bist also weniger markenorientiert. Du suchst eine schöne Uhr, die gut aussieht.

Tristan Casara: Ich kümmere mich eher nicht um die Marken, das stimmt. Und mit der Musik mache ich das Gleiche. Im Grunde genommen ist mir der Künstler, der dieses Lied geschrieben hat, nicht wirklich wichtig. Wenn ich ihn persönlich nicht mag, der Song aber gut ist, dann höre ich ihn mir an.

Bevorzugen Sie mechanische oderelektronische Uhren? Gibt es da eine Vorliebe? 

Tristan Casara: Aus technischer Sicht mag ich mechanische Uhren auf jeden Fall. Ich schätze aber auch Quarzwerke. Grundsätzlich kommt bei mir momentan noch die Optik vor der Technik, denn ich verstehe noch zu wenig von den technischen Hintergründen. Mit der Zeit wird sich deutlicher zeigen, was ich bevorzuge. Niels hat mir erklärt, wie eine mechanische Uhr funktioniert. Das ist sehr interessant und spannend. Mit der Zeit werde ich mein Wissen weiter steigern.

Arbeiten Sie erstmals mit einer Uhrenmarke zusammen?

Tristan Casara: Ja., zum ersten Mal.

Niels Eggerding: Und ich hoffe, es wird eine lange Zeit sein. 

 

Highlife Chronograph der Frederique Constant X The Avener Kooperation am Handgelenk

Gefällt the Avener Tristan Casara richtig gut: der neue Frédérique Constant Highlife Chronograph Automatic

Frederique Constant X The Avener Highlifefe

Hat das Angebot der Frederique Constant x The Avener Kooperation für die Entwicklung des Highlife Chronograph Automatic Erstaunen ausgelöst?

Tristan Casara: Ich kannte die Marke. Dann habe ich Freunde gefragt, die sich mit Uhren besser auskennen, was sie von Frédérique Constant halten.

Niels Eggerding: Das ist gut, das wusste ich gar nicht. (lacht)

Tristan Casara: Ich habe zwei oder drei Freunde, die große Uhrenfans sind. Und ich habe sie zu Frédérique Constant befragt. Alle sagten mir, dass es eine gute Maison mit guten Uhren ist. Keine Russenware. Die Uhren sind klassisch, ausgestattet mit guten Werken. Ich habe auch einen anderen Freund gefragt, der ebenfalls in Monaco lebt. Er ist 65 oder 70 Jahre alt und er hat mir dasselbe gesagt.

Niels Eggerding CEO Frederique Constant C Uhrenkosmos

Niels Eggerding, CEO Frederique Constant

Die Zusammenarbeit zwischen Frédérique Constant und the Avener beginnt mit einem neuen Chronographen. Wann wird er auf den Markt kommen?

Niels Eggerding: Wir werden ab Ende Juni oder im Juli die ersten Uhren liefern. Wir haben von La Joux-Perret ein Kontingent von 4.000 Werken, und alle 4000 sind verkauft.

Frederique Constant X The Avener Highlife Chronograph Automatic

Frederique Constant Highlife Chronograph Automatic, Schaltradkaliber FC-391. Die Stahl-Referenz FC-391WN4NH6 ist auf 1.888 Stück limitiert und wird mit insgesamt drei selbst wechselbaren Armbändern geliefert. Stahl, Kalbsleder und Kautschuk. Der Preis liegt bei 3.295 Euro.

An den Einzelhandel?

Niels Eggerding: Ja, an den Einzelhandel. Er wird ab Ende Juni in kleinen Stückzahlen beliefert. Ab Juli werden es mehr Stücke. Und dann geht es im September und Oktober weiter. Wir hängen ab von der Belieferung mit Uhrwerken, die sich über zwölf Monate erstreckt. Die Produktionsmöglichkeiten sind sehr begrenzt. Jährlich entstehen 10.000 Exemplare. Davon nehmen allein wir von Frédérique Constant schon 40 Prozent.

Highlife Chronograph Automatic Schwarz

Frederique Constant Highlife Chronograph Automatic Black, Referenz FC-391B4NH6B, 2.995 Euro. Zum Lieferumfang gehört ein zusätzliches schwarzes Kautschukband.

Sie haben ja auch Ihren hauseigenen Flyback-Chronographen. Ist das Werk zu teuer, um es in dieser Uhr zu verwenden? 

Niels Eggerding: Wir reden hier von zwei Dingen. Einmal auch hier wieder von den Kapazitäten. Ich wusste, dass die Stückzahlen sinken, wenn wir einen High Life Chronographen mit Flyback produzieren. 2000 Stück vielleicht, denn es handelt sich um ein sehr komplexes Uhrwerk, das unsere Manufaktur zusätzlich zur bestehenden Arbeit belasten würde. Also habe ich die Entscheidung getroffen: Wir gehen in große Stückzahlen zusammen mit La Joux-Perret. Dadurch kann der Preis sinken, ohne Abstriche an der Qualität des Uhrwerks. Rund 3000 Euro für die Frederique Constant X The Avener Highlife Chronographen mit zwei Armbändern ist unschlagbar.

 

Frederique Constant Highlife Chronograph und Ambassador Tristan Casara Video

 

 

Frederique Constant Highlife Chronograph Automatic bicolor

Frederique Constant Highlife Chronograph Automatic bicolor, Referenz FC-391V4NH2B, 3.295 Euro. Neben dem Gliederband gibt es nich ein braunes Kautschukband.

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