Entwicklung der Doxa 300 Taucheruhr

Doxa Sub 300T Professional: Die Geschichte dieser Taucheruhren-Ikone

Um den Erfolg der Doxa Sub 300T Professional zu verstehen, muss man einen Blick in die Anfänge der Taucheruhren werfen. Denn die Doxa Taucheruhr Sub 300 hat seit ihrer Lancierung im Jahr 1967 die Gestalt und Funktionalität von Taucheruhren stark geprägt. So kam es zur berühmten Uhr im leuchtenden Orange.

von | 22.06.2022

Nun gibt es neben der Doxa Sub 300T Professional durchaus weitere Marken, darunter Blancpain, Favre-Leuba, Zodiac, Rolex, Seiko oder Jaeger-LeCoultre um nur einige zu nennen, die den Anspruch haben, Teil des ab Ende der 50er Jahre, aber vor allem in den 60er und 70er Jahren aufkommenden Tauchsports gewesen zu sein. Uhren, die noch für Abenteuer und technische Herausforderungen standen und nichts mit der Perfektion heutiger digitaler Tauchcomputer zu tun hatten. Umso wichtiger war zu diesen Zeiten der Aspekt der Funktionalität – und darunter vor allem die Wasserdichtigkeit und einwandfreie Ablesbarkeit der Uhren, hing doch die Gesundheit der Taucher vom einwandfreien Funktionieren der Uhren ab.

Doch kaum eine dieser Marken hat die Entwicklung der heutigen Taucheruhr in gleicher Weise geprägt, wie die Doxa Sub 300T Professional. Sie wurde durch ihre Form und Farbigkeit zu einem Markenzeichen und genießt bei Sporttauchern wie professionellen Tauchern bis heute hohes Ansehen. Entsprechend lohnt der Blick in die ungewöhnliche Entstehung dieser Taucheruhren-Ikone.

Seiko Divers von 1965

Die erste japanische Taucher-Armbanduhr Seiko Divers aus dem Jahre 1965

Doxa Chronograph der 50er Jahre Bild Sotheby's

Doxa zeigte seine Kompetenz im Bau von Uhren in schönen Modellen, wie diesem Chronographen aus den 50er Jahren Bild Sotheby's

Taucheruhren

Das Privileg, schlechthin das Kapitel der Taucheruhren aufgeschlagen zu haben, gebührt zweifellos dem Modell Blancpain Fifty Fathoms im Jahre 1953. Diese Uhr und ihre namensgebende Wasserdichtigkeit von fünfzig Faden, umgerechnet 91,44 Meter, war der Startschuss für die Entwicklung vieler weiterer Taucheruhren.
Doch auch wenn Doxa nicht das Privileg der ersten Taucheruhr zusteht, haben Doxa Taucheruhren durch ihre Form und Funktionalität einen maßgeblicheren Anteil am Aufstieg und heutigen Aussehen von Taucheruhren denn der Vorreiter. Dabei war die Marke Doxa aus dem Hort der Uhrenindustrie in Le Locle mit gut 150 Mitarbeitern nicht besonders groß. Doch die gleichermaßen kreativen wie funktionalen Gestaltungsparameter der im Jahre 1967 lancierten Doxa Sub sollte Maßstäbe setzen.

Der Grund für diesen Erfolg lag in der Gestaltung vieler damaliger, als Taucheruhren bezeichneten Modelle. Denn die ersten explizite Taucheruhrmodelle waren sehr robust, um nicht zu sagen unhandlich und blieben bis weit in die 50er Jahre eine Domäme des Militärs und weniger Berufstaucher. Mit dem Aufkommen des Tauchautomaten wurde das Tauchen jedoch breiteren Kreisen zugänglich und entsprechend suchte man nach handlichen Modellen, die die Taucher in der Zeitmessung unter Wasser unterstützen – aber auch an Land getragen werden konnten.

Durch das Patent der verschraubten Krone hatte Rolex mit der Submariner von 1954 gute Startvoraussetzungen – und verhalf dem Schwesterunternehmen Tudor im gleichen Jahr so nebenbei zur rolex-ähnlichen Tudor Oyster Prince Submariner. Auch Omega bewies mit der Seamaster 300 von 1957 maritime Qualitäten. Doch war es keinesfalls so, dass diese Modelle, die heute enorme Bedeutung haben, den Markt dominierten. Ganz und gar nicht. Denn im Grunde handelte es sich bei diesen Modellen um sportliche Stahluhren mit einer guten Wasserdichtigkeit. Tauchspezifische Anforderungen lösten diese Uhren jedoch nur bedingt. Entsprechend entwickelte sich schnell eine Vielzahl von Modellen, die mit erweiterten Fähigkeiten für ein starkes Wachstum des Segments sorgten.

Doxa Entwicklungsteam

Auch Doxa hatte sich unter der Leitung von Urs Eschle ab dem Jahr 1964 zum Ziel gesetzt, den spezifischen Anforderungen wie Wasserdruck, Salzwasser, Ablesbarkeit oder Bedienung unter Wasser durch die Entwicklung einer gänzlich neuen Taucheruhr gerecht zu werden. Denn angefangen vom Armband bis zur Resistenz gegen Stöße im Alltag sollte eine Taucheruhr Anforderungen genügen, die sich von denen einer „wasserdichten Landuhr“ deutlich unterschied.

Allerdings hätte wohl keiner der Beteiligten zu jenem Zeitpunkt daran gedacht, dass mit der Doxa Sub 300 eine der bis heute einflussreichsten Taucheruhren der Welt entstehen würde. Genau dieser Umstand, war der echte Erfolgsfaktor. Man startete praktisch von Null, löste sich von den Modellen anderer Hersteller und suchte nach Lösungen für die Bedürfnisse von Tauchern.

Hierfür setzte man ein Team aus Technikern und Tauchern zusammen und trug zusammen, was diese professionellen Taucher, die tagtäglich Zeit unter Wasser verbrachten, von ihrer Taucheruhr erwarteten. Im Team war unter anderem der weltberühmte Taucher Claude Wesly und gemeinsam erstellten sie einen Lastenheft von Fähigkeiten, die die Uhr haben sollte.

Es galt eine Uhr zu konzipieren, die ausnehmend zuverlässig, präzise, robust und funktional sein sollte. Einfach in der Bedienung, perfekt unter Wasser ablesbar und – dies war bei Taucheruhren absolut keine Selbstverständlichkeit – auch für Hobbytaucher erschwinglich sein sollte. Mit diesen Anforderungen ging das Doxa-Team an die Entwicklung.

Doxa Sub 300T Professional

Die Basis einer Taucheruhr war und ist zweifellos das Gehäuse. Es muss ausnehmend robust und stabil sein. Entsprechend entschied man sich für ein massives, aus einem Block gefrästen Edelstahlgehäuse mit verschraubtem Stahlboden. Dabei setzte man auf eine überstehende Tonneau-Gehäuseform in der für damalige Verhältnisse ungewöhnliche Größe von 45 mm. Dieses Gehäuse war sehr robust und die Krone wie die Lünette wurden durch die überstehenden Gehäuseränder deutlich stärker vor Schlägen und Stößen geschützt. Überdies erreichte man durch diese solide Konstruktion eine für damalige Verhältnisse hervorragende Wasserdichtigkeit bis zu einer Tauchtiefe von 300 Metern.

Ein weiterer für die Taucher des Entwicklungsteams sehr wichtiger Punkt, war die schnelle, fehlerfreie Ablesbarkeit der Uhr. Aus diesem Grund entschied man sich zu einem ungewöhnlichen Schritt. Der Bedeutung der Zeiger beim Tauchen folgend gestaltete man den Stundenzeiger kleiner und stattdessen den Minutenzeiger der Uhr deutlich größer – war dieser doch für die Unterwasser-Tauchzeitbestimmung maßgeblich.

Der zentrale Sekundenzeiger erhielt wiederum eine kleine, quadratische Fläche auf dem Zeiger. Mit deren Hilfe konnte man dem Verlauf des Sekundenzeigers besser folgen und auch unter Wasser sofort erkennen, ob eine Uhr lief. Alle Zeiger erhielten überdies eine ungewöhnlich große Ausstattung mit Tritium-Leuchtmasse. Durch dessen Nachleuchten war das Ablesen der Zeiger auch im Halbdunkel größerer Wassertiefen gut möglich.

Doxa Sub 300 Professional

Die Gestaltungsmerkmale der Doxa Taucheruhren des Jahres 1967 finden sich noch heute auf der Doxa Sub 300T Professional

Doxa Zifferblatt Farben

Blieb nur noch das Zifferblatt. Viele Modelle, wie etwa auch die Blancpain 50 Fathoms, wiesen dunkle Zifferblätter auf. Diese war womöglich zu Lande chic, erwiesen sich jedoch unter Wasser als extrem schlecht ablesbar. Auch dieses Thema ging Urs Eschle mit seinem Team aus Tauchern, Technikern und Wissenschaftlern sehr profund an und testete verschiedene Farben auf ihre Ablesbarkeit in verschiedenen Tauchtiefen. Dabei stellte sich heraus, dass Orange, wie weitere hellleuchtende Farben über eine deutlich verbesserte Ablesbarkeit verfügten. Entsprechend entschied man sich, die Doxa 300 Taucheruhr mit einem leuchtend orangenen Zifferblatt auszustatten. Wobei natürlich weitere Modelle das Doxa 300 Portfolio ergänzten. 

Basler Uhrenmesse mit historischen Doxa Sub 300 Anzeigen

Doxa Taucheruhr für Frauen und Doxa Sub 300T Sharkhunter

Die Modellpalette umfasste auch Doxa Taucheruhren für Frauen oder das Erfolfgsmodell Doxa Sub 300T Sharkhunter

Doxa 300 Lünette

Den für Taucher größten Fortschritt, den sich Doxa übrigens auch patentieren ließ, lieferte allerdings eine gänzlich neu konzipierte Lünette. Die natürlich nur einseitig drehbare, einrastende Doxa Lünette mit Sägezahnrand half Tauchern durch das Aufbringen von zwei Skalen bei der Ermittlung der möglichen Tauchzeit. Hierfür wurden auf Basis der Dekompressionstabelle der US Navy deren Werte in einem äußeren, orangen Ring für die Tauchtiefe und einem schwarzen inneren Ring für die Minuten kombiniert.
Anhand dieser Werte konnten Taucher anhand der Tauchtiefe und Dekompressionszeit ihre mögliche Tauchdauer bestimmen. Diese Innovation ermöglichte es mit Hilfe der neuartigen Doxa Taucheruhrenlünette schnell und unkompliziert Tauchgänge zu bemessen.

Doxa Patent der Lünette mit doppetler Skalen-Beschriftung von 1967 Patentschrift

Die Pantentschrift von Doxa aus dem Jahr 1967

Doxa SUB 300 Drehlünette

Die patentierte Doxa Drehlünette mit den Skalen für Zeit und Tiefe.

Als letzte, gleichermaßen von den Bedürfnissen der Taucher abgeleitete, nützliche Funktionalität stattete Doxa seine neue Taucheruhr mit einer neuen, flexiblen Armbandschließe aus, die es gestattete, das Armband bei Bedarf zu erweitern und so das Tragen der Uhr über einem Neoprenanzug zu ermöglichen.
So entstand in der Summe der Innovationen eine Taucheruhr, die neue Maßstäbe setzte und sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Taucher orientierte.

Doxa Sub 300 T Searambler Aqua-Lung verkauft auf craftandtailored.com

Vintage Modelle wie diese Doxa Sub 300 T Searambler mit dem von Cousteau als Qualitätssiegel eingeführten Logo sind heute stark nachgefragt. Bild craftandtailored.com

Lancierung Doxa Sub 300T Professional

Im Jahre 1967 war es dann so weit und Doxa lancierte auf der weltweit mit Abstand wichtigsten Uhrenmesse Baselworld die Doxa Sub 300T Professional und der Erfolg war riesig. Die neuentwickelte Uhr sorgte mit ihrem leuchtend orangenen Zifferblatt für Aufsehen, Sporttaucher erkannten jedoch schnell, welch Innovation in dieser Uhr steckte.

Ein großer Fan der Marke wie der Uhr war der weltweit bekannte Forscher und Taucher Jacques-Yves Cousteau. Cousteau war jedoch nicht nur ein erfolgreicher Unterwasserfilmer und einer der ersten Naturschützer. Als professioneller Taucher und Miterfinder des Aqua-Lung Tauchautomaten hatte er auch ein gutes Gespür für das wirtschaftliche Potential dieser Uhr und sicherte sich die exklusiven Vertriebsrechte für die USA, wo er bereits mit eigenen wirtschaftlichen Aktivitäten vertreten war.

Dabei war Jacques-Yves Cousteau selbst der beste aller Markenbotschafter, schließlich wurden die TV-Dokumentationen im Zuge seiner Calypso Expeditionen mit einer leuchtend orangen Doxa Taucheruhr am Handgelenk weltweit ausgestrahlt. Aber auch abseits von Cousteau erkannten weltweit viele Sporttaucher die Vorzüge der Uhr und sorgten für einen gewaltigen Verkaufserfolg der Doxa Sub 300T, wobei T einst als Abkürzung für die Tritium-Ausstattung von Zeiger und Indexen stand. Dabei blieb die Doxa Sub kein Privileg von Sporttauchern, sondern in vielen Ländern wurde die Doxa Sub 300 Professional auch zur Standarduhr der Marine.

Jacque Cousteau mit Albert Falco

Jacques Cousteau mit Albert Falco machten die Doxa Sub 300 und nachfolgende Modelle populär

Doxa 300 bei einem Teammitglied des Bootes Calypso

Die Teammitglieder des Calypso Bootes profitierten von den Vorzügen der neuen funktionalen Doxa Sub 300

Doxa Sub 300 Professional heute

An diesen Erfolg knüpfte Doxa mit verschiedenen Modellen in den Folgejahren des Relaunches ab dem Jahr 2016 an. Entsprechend gibt es Doxa Sub Modelle in verschiedenen Farben und auch Wasserdichtigkeitsstufen von 200, 300 bis 600 Metern. Gleichgeblieben ist jedoch der sportliche Charakter und das Erbe der Doxa Taucheruhren, die das Aussehen wie die Funktion von Taucheruhren bis heute maßgeblich geprägt haben.

Doxa Sub 600T Taucheruhren Modelle

Doxa Sub 600T Taucheruhren Modelle

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