Tisch-Tourbillon

Erwin Sattler Opus Moon Tourbillon: Ein uhrmacherisches Glanzstück im Großformat

Insgesamt 66 Exemplare in zwei Versionen des neuen Erwin Sattler Opus Moon Tourbillon wird es geben. Während der Münchner Inhorgenta 2024 gab diese Tischuhr zum Preis von 32.900 ihren Einstand. Das bietet diese fulminante Tischuhr.

von | 26.02.2024

Blickfänger

Tourbillons fürs Handgelenk sind heute fast schon an der Tagesordnung. Aus europäischer Produktion bekommt man sie zu Preisen ab ca. 6.500 Euro. Wer den mehr als 200 Jahre alten Drehgang groß vor Augen haben möchte und 32.900 Euro ausgeben kann, wird bei Erwin Sattler fündig. Die Münchner Großuhren-Manufaktur zeigte während der Inhorgenta Messe ihr neues Erwin Sattler Opus Moon Tourbillon.

Bei diesem Zeitmesser handelt es sich um eine imposante, puristisch gestaltete Tischuhr. In der Höhe misst das Oeuvre 35 cm. Seine Breite beträgt 25 und die Tiefe 14 Zentimeter. Damit passt der beachtliche 12 Kilogramm schwere Zeitmesser auch auf einen ausladenden Chef-Schreibtisch. Auch im Wohnzimmer wird er sich als echte Augenweide präsentieren.

Der massive Edelstahlrahmen mit hochglanzpolierten Leisten trägt einen Container aus Mineralglas. Letzterer schützt das in Gräfelfing bei München natürlich selbst gefertigte Handaufzugskaliber 1399-5. Der Aufzug erfolgt mit Hilfe eines Schlüssels, den Erwin Sattler in einem separaten Etui liefert. Die voll aufgewundene Zugfeder liefert Kraft für 15 Tage ununterbrochene Funktion.

Erwin Sattler Opus Moon Tourbillon Handaufzugswerk Kaliber 1399-5 von oben

Erwin Sattler Opus Moon Tourbillon: das Handaufzugskaliber 1399-5 von oben betrachtet

Opus Moon Tourbillon mit Konstantkraft

Nachdem das Drehmoment des Energiespeichers der Opus Moon Tourbillon im Laufe der Wochen kontinuierlich nachlässt, verbaut das Unternehmen eine Vorrichtung für konstanten Kraftfluss. Gemeint ist das altbewährte System mit Schnecke. Selbiges verwendete Uhrmacher beispielsweise in den Uhrwerken von Marinechronometern, welche die Zeit auf hoher See besonders exakt bewahren mussten. Dabei bewirken die physikalischen Hebelgesetze das gewünschte gleichförmige Zugfeder-Drehmoment. Längere Hebel erfordern bekanntlich einen geringeren Kraftaufwand als kürzere.

Im Gegenzug wächst allerdings der Weg. Besagte Hebelwirkung geht in Uhrwerken von einer dreidimensionalen Schnecke aus. Die anfänglich größte Federkraft wirkt auf den kleinsten Umgang. Ein kontinuierlich wachsender Schneckendurchmesser kompensiert das schwindende Drehmoment. Als Bindeglied zwischen dem Energiespeicher und der Schnecke am Beginn des eigentlichen Räderwerks diente traditionsgemäß eine Kette.

Kette-Schnecke-Antrieb bei mechanischen Uhrwerken, hier von  Ferdinand Berthoud

Kette-Schnecke-Antrieb bei mechanischen Uhrwerken, hier von Ferdinand Berthoud

Erwin Sattler verwendet jedoch ein hoch belastbares Stahlseil. Dieses Ensemble trägt dazu bei, dass die im opulenten Federhaus gespeicherte Antriebskraft für das vorderseitig sichtbare Tourbillon weitgehend konstant verläuft.

Erwin Sattler Opus Moon Tourbillon, der fliegend gelagerte  Drehgang

Blick auf den fliegend gelagerten Drehgang des Erwin Sattler Opus Moon Tourbillon

Erwin Sattler Opus Moon Tourbillon

Apropos Tourbillon: Selbiges ist fliegend gelagert. Dadurch stört keine vorderseitige Lagerbrücke das Beobachten des Drehgangs. In Tischuhren mit senkrecht angeordnetem Echappement kann das Tourbillon seine Leistungsfähigkeit voll entfalten. Erfunden wurde es vor mehr als 200 Jahren zur Kompensation negativer Schwerkrafteinflüsse auf die Präzision meist senkrecht getragener Taschenuhren.

Wie Uhrmacher während ihrer Ausbildung lernen, soll der Schwerpunkt von Unruh und Unruhspirale im Zentrum der Unruhwelle liegen. Nur in diesem Fall kann die Gravitation keinen Einfluss auf den Gang nehmen. Dieser ideale Zustand lässt sich mit viel Aufwand herbeiführen. Dem Faktum, dass er jedoch nur über eine begrenzte Zeitspanne währt, wirkt das Tourbillon entgegen.

In aller Regel rotiert der Käfig jede Minute einmal um seine Achse. Dadurch dreht sich auch das darin verbaute Schwing- und Hemmungssystem beständig im Kreis. Auf diese Weise entsteht eine Art Nullsummenspiel. 30 Sekunden lang geht die Uhr vor, weitere 30 Sekunden um den gleichen Wert nach, etc. Natürlich ist auch das Tourbillon kein Allerheilmittel. Aber bei diesem Opus von Erwin Sattler zeigt sich seine Wirkung an den Gangleistungen. Pro Tag geht es nur etwa fünf Sekunden falsch.

 

Erwin Sattler Opus Moon Tourbillon: kugelförmige Präzisions-Mondphasenanzeige

Erwin Sattler Opus Moon Tourbillon: Die Kugel der Präzisions-Mondphasenanzeige ist von Hand bemalt

Sorgfalt großgeschrieben

Ganz abgesehen davon ist das ganze Handaufzugswerk ein echter Blickfänger. Massive Platinen, sorgfältig ausgearbeitete Zahnräder, Triebe und Hebel sprechen für sich. Verbaut sind 18 Präzisionskugellager und elf funktionale Steine.

Erwin Sattler Opus Moon Tourbillon

Erwin Sattler Opus Moon Tourbillon, Detail Zifferblatt, Zeiger, Tourbillon und Mondphasenanzeige

Das eloxierte rechteckige Zifferblatt mit seinen applizierten Indexen des Erwin Sattler Open Moon Tourbillons besteht aus 15 Komponenten. Das Tourbillon (die unterschiedlichen Arten von Tourbillons haben wir hier auf Uhrenkosmos vorgestellt) dreht dabei seine Pirouetten im Zentrum eines Trichters. Vorderseitig trägt es einen blauen Sekundenzeiger. Als Indexe dienen hier zwölf kleine Brillanten.

Im „Süden“ des Zifferblatts findet sich eine Mondphasenindikation. Die Oberfläche der Kugel ist von Hand bemalt. Präzision wird auch hier großgeschrieben. Erst nach 120 Jahren verlangt diese Anzeige nach manueller Korrektur um einen Tag. Auch hier trägt der Trichter ein Dutzend Diamanten. Beide Trichter umfangen von Hand guillochierte Ringe. Stunden und Minuten stellen zentral angeordnete Zeiger dar.

Erwin Sattler Opus Moon Tourbillon: Seite rechts mit Gangreserveanzeige

Erwin Sattler Opus Moon Tourbillon: Auf der rechten Seite des Uhrwerks entdeckt man die Gangreserveanzeige

Wer rechtsseitig durch das Glas aufs Uhrwerk blickt. Entdeckt dort schließlich auch noch eine Gangreserveanzeige. Sie liefert die Information, wann es an der Zeit ist, die Zugfeder neu zu spannen.

Eine weitere Zusatzfunktion macht sich schließlich akustisch bemerkbar. Durch sanften Schlag gegen eine rückwärtig positionierte Bronzeglocke lässt ein kleiner Hammer diskret wissen, dass eine volle Stunde verstrichen ist.

Erwin Sattler Opus Moon Tourbillon Uhrwek Kaliber 1399-5 Rückseite

Rückseite des Erwin Sattler Handaufzugskalibers 1399-5. Im Zentrum sind die Bronzeglocke und der Hammer für den Stundenschlag "en passant" zu erkennenckseite

Der Münchner Uhrmacher offeriert die insgesamt 66 Exemplare des Erwin Sattler Opus Moon Tourbillon in zwei Versionen – eine puristische Variante und eine Variante in Bicolor. Bei letztgenannter sind die Rahmen um Zifferblatt und Ringe vergoldet. Was besser gefällt, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks, über den sich weiterhin nicht streiten lässt.

Erwin Sattler Opus Moon Tourbillon -Version einfarbig

Einfarbig und puristisch: Erwin Sattler Opus Moon Tourbillon

Erwin Sattler Opus Moon Tourbillon Version vergoldet

Das Erwin Sattler Opus Moon Tourbillon mit vergoldeten Elementen

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