pus FlagRückblick in die 1990-er Jahre

Liebhaber mechanischer Uhren, wie etwa des Chronoswiss Opus Flag Chronographen, sind ohne Frage ganz besondere Menschen. Kritiker unterstellen ihnen einen Hang zum Anachronismus. Kenner attestieren hingegen ein ausgeprägtes Wertebewusstsein und ein brennendes Interesse am Innenleben des liebenswürdig tickender Zeitmesser.
Und genau da tauchen die ersten Probleme auf. Gewiss stillt ein Sichtboden die ärgste Neugier. Den durchaus verständlichen Wunsch nach freier Sicht auf das Kaliber kann jedoch auch er nur begrenzt befriedigen. Der Grund: Vieles von der Faszination mechanischer Abläufe findet im Verborgenen, also unter dem Zifferblatt oder hinter Brücken und Kloben statt.  

Diesem Missstand begegnete Chronoswiss schon 1995 bei einem Premierenmodell. Erstmals in der Geschichte mechanischer Armbanduhren besaß diese Armbanduhr ein skelettiertes Automatikwerk mit der Möglichkeit, Zeitintervalle auf die Achtelsekunde genau zu stoppen. Zu diesem Zweck erhielt das altbekannte, 7,9 mm hoch bauende Kaliber Valjoux 7750 ein erfreuliches Maß an Transparenz.

Maschinelle Skelettierung

Für den intendierten Durchblick musste beim Kaliber C.741 S mit Hilfe der altbekannten Pantographen-Technologie alles überflüssige, die Sicht beeinträchtigende Material bis an die Grenzen des Machbaren weichen. Geblieben war und ist ein uneingeschränkt funktionsfähiges Skelett, welches viele der funktionalen Abläufe offenbart. Eine Lupe sollte man freilich schon zur Hand haben, denn manche Komponenten lassen sich mit bloßem Auge nicht so richtig wahrnehmen. Gerd-Rüdiger Lang, der damalige Chronoswiss-Inhaber taufte den zusammen mit dem Schweizer Spezialisten Alfred Rochat aus dem Vallée de Joux entwickelten Chronographen schlicht und einfach Opus, was nichts anderes als Werk bedeutet. Der Aufwand lohnte sich umgehend.

1996 wählten die Leser einer deutschen Fachzeitschrift die 38 Millimeter große und bis drei bar Druck wasserdichte Edelstahl-Referenz CH 7523 S zur Uhr des Jahres. Und im Dezember 1998 konnte sie sich in Japan gegen internationale Konkurrenz durchsetzen. Auch im Land der aufgehenden Sonne bewies die Jury jenen Durchblick, den man sich mit besagtem Opus für umgerechnet 4.200 Euro problemlos verschaffen konnte. Noch anspruchsvollere Zeit-Genossen bekamen ab 1998 die ebenfalls durchbrochen gestaltete Schleppzeiger-Variante Pathos für umgerechnet rund 7.800 Euro.  

Chronoswiss Opus Flag

25 Jahre später stellt Chronoswiss, mittlerweile im malerischen Luzern beheimatet, eine neue Ausführung des Chronoswiss Opus Chronographen vor. Diese Armbanduhr  trägt den Namen Chronoswiss Opus Flag und ist um drei Millimeter auf 41 Millimeter gewachsen. Dieser Größenunterschied sticht freilich weniger ins Auge als das wie eh und je durchbrochene Zifferblatt, welches sich beim Newcomer nun größtenteils in galvanisiertem Blau präsentiert.

Silberfarben treten die beiden Totalisatoren-Ringe in Erscheinung. Das für die zeitschreibende Funktion zuständige Zeigertrio präsentiert sich in leuchtendem Rot, während weiße Zeiger Stunden, Minuten, Sekunden und das Datum darstellen. Bei aktuellen Kaliber C.741 S, welches die Uhrmacher weiterhin aus rund 300 Komponenten assemblieren, sorgen schwarz galvanisierte Brücken für starken Kontrast.

Und der einseitig aufziehende Kugellagerrotor ist farblich auf das Zifferblatt abgestimmt. Hat er die Zugfeder voll gespannt, stehen rund 46 Stunden Gangautonomie zur Verfügung. Die 14,8 Millimeter hohe Sichtboden-Schale aus edlem Stahl widersetzt sich dem Druck des nassen Elements bis zu zehn bar.

Erhältlich ist der Chronoswiss Opus Flag Chronograph mit Krokoband zum Preis von 11.500 Euro.