Kurze Progress Watch-Episode

Die Geschichte der Chronoswiss Open Gear Tourbillon Electric Blue ist überraschender als man meint. Denn nur die wenigsten Uhrenkenner wissen, dass im Jahr 2000 die Bieler Progress Watch versuchte, frischen Wind in die etablierte Tourbillon-Szene zu bringen. Es blieb allerdings bei einem Versuch, der schon nach drei Jahren unrühmlich im Konkurs endete.
Um den selbst gesteckten Ansprüchen gerecht werden zu können, setzte das Unternehmen die Messlatte beim wirbelnden Tourbillon Erstlingswerk sehr hoch an. Die damaligen Kaliber des Systems préciplus debütierten bei der Basler Uhrenmesse 2000 und sollten zur Sozialisierung der Tourbillons, also Uhren mit Drehgang beitragen. Vier verschiedene Kaliber namens 6361.101 und 6361.151 mit manuellem sowie 6561.101 und 6561.151 mit automatischem Aufzug boten den potenziellen Kunden Wahlmöglichkeit. Der Unterschied zwischen dem Kaliber .101 und .151 bestand im Zeigerdatum bei „12″. Die intendierten Kampfpreise bei den patentierten Uhrwerken Werken resultierten aus modularer Konstruktion und weitgehend automatisierter Fertigung. Unabhängig von der Art des Aufzugs verfügten die vorgestellten Uhrwerke über zwei Federhäuser und rund 72 Stunden Gangautonomie.

Bei einem Durchmesser von 31 Millimeter (13¾ Linien) baute die Handaufzugsversion nur 5,40 mm und jene mit Selbstaufzug 6,40 Millimeter hoch. Das fliegend gelagerte Tourbillon mit rückwärtigem Kugellager rotierte bei den vorgestellten Uhren einmal pro Minute um seine Achse.

Auf diese Weise übernahm es auch die Funktion des Sekundenzeigers. Bei den existierenden Modellen erkennt man, dass durch einen Zifferblattausschnitt das Drehgestell sichtbar ist. Stündlich 28.800 Halbschwingungen vollzieht die Unruh. Über das Gesagte hinaus bot Progress seinen Kunden überdies zahlreiche Möglichkeiten der Individualisierung.

Alain Silberstein Progress Tourbillon 2001 Gesicht

Alain Silberstein Fliegendes Tourbillon TF 01

Alain Silberstein Progress Tourbillon 2001 Rueckseite

Alain Silberstein Handaufzugskaliber ASC 1.1

Ikepod Hemipode Tourbillon 2001

Ikepod Hemipode Tourbillon, 2001

Chronoswiss Regulateur à Tourbillon von 2000

Neben Alain Silberstein, Frédérique Constant, Ikepod, Jacques Etoile und Joseph Chevalier entschied sich damals auch Chronoswiss für das Newcomer Tourbillon. Die Chronoswiss Regulateur Tourbillon Uhr mit Handaufzugswerk vom Kaliber C.361 gab es mit Platin-, Gold-, Bicolor- und Stahlgehäuse. Alle Ausführungen besaßen ein guillochiertes Sterlingsilber-Zifferblatt.
Im Zentrum rotiert der blaue Stahlzeiger für die Minuten, während das Pendant für die Stunden unterhalb der „12″ seine Runden dreht.

Eine Datumsanzeige besitzt diese 38 Millimeter große Armbanduhr mit modifiziertem Zeigerwerk nicht. Am Handgelenk trägt sie 10,5 Millimeter auf. Natürlich verfügt die typische Schale über einen Saphirglas-Sichtboden. Das Tourbillon befindet sich wie üblich bei „6″. Dieses Chronoswiss Regulateur Tourbillon kostete in Stahl damals gut 20.000 Euro.  

Chronoswiss Open Gear Tourbillon 

An diese vorübergehende Ära der Chronoswiss Firmengeschichte und das weltweit erste ArmbandTourbillon mit Regulatorzifferblatt erinnert die Uhrenmarke gegen Ende des Jahres 2020. Dabei soll dem Uhrenliebhaber etwas Besonderes geboten werden. So entstehen vom ausgesprochen auffallenden blauen Open Gear Tourbillon Electric Blue in Summe nur 15 Exemplare à 39.000 Euro entstehen.

In guter alter Tradition offeriert Chronoswiss ein Handaufzugswerk und wiederum ein Fliegendes Tourbillon. Das 32,8 Millimeter messende Kaliber C.303 basiert auf einem Rohwerk von La Joux-Perret (LJP).

Nach Vollaufzug des Werks stehen etwa 60 Stunden Gangautonomie zur Verfügung. Hinausgehend über den LJP-Standard besitzt dieses Uhrwerk die charakteristische Regulator-Indikation, skelettierte Brücken, ein durchbrochenes Federhaus sowie eine blaue CVD-Beschichtung. Im Gegensatz zum physikalischen PVD-Verfahren handelt es sich bei CVD um eine chemisch aufgebrachte Schicht.

Die CVD-Beschichtung sorgt für den markanten Auftritt des stattlichen, 44-Millimeter großen Gehäuses in kräftigen PowerBlue Farben bei. Seine Höhe beträgt 13,1 Millimeter und die Wasserdichte reicht bis zu zehn bar. Super-LumiNova wiederum lässt Zifferblatt und Zeiger zu nächtlicher Stunde kräftig leuchten. Am Handgelenk befestigt man diesen durchaus polarisierenden Zeitmesser mit einem Krokoband