Bronzeuhren - Teil 1

Zwischen Patina und Pathos: 3 Bronze Taucheruhren von Panerai, Anonimo und Oris

Wer sich eine Bronze Uhr zulegt, hat eine echte Verwandlungskünstlerin am Handgelenk. Kein anderes Material entwickelt ein vergleichbares Aussehen. Wir zeigen ihnen drei Bronze Taucheruhren, die sowohl über eine ausgezeichnete Technik, wie über eine interessante Patina und Ausstrahlung verfügen.

von | 04.12.2018

Archaische Unikate fürs Handgelenk

Wenn Altern schöner macht, dann haben Besitzer von Bronze Taucheruhren den Jackpot gewonnen. So auch bei diesen schönen Taucheruhren von Anonimo, Panerai und Oris.

Seit Jahrzehnten hält die Begeisterung für das ungewöhnliche Material Bronze an.  Gehört man zum Beispiel 2011 zu den Glücklichen, die eines von 1.000 Exemplaren der Taucheruhr Panerai Bronzo Referenz PAM 382 zum Stückpreis von 7.600 Euro ergattern konnten, ist die Freude groß. Inzwischen wird für diese das Dreifache verlangt und bezahlt. Natürlich gab eine zweite Chance im Jahr 2014. Die Panerai Bronzo II mit Gangreserveanzeige, Referenz PAM 507 kostete 9.900 Euro. Doch auch sie ist aktuell nicht unter 20.000 Euro zu haben. Ein vorzügliches Investment für Menschen mit Faible für eine archaisch anmutende Metalllegierung, aus der beispielsweise Kirchenglocken, Schlagzeugbecken, Kunstgegenstände, Münzen, Medaillen oder Formdüsen zur Pasta-Produktion hergestellt werden.

Die Verwandlung

Natürlich gibt es ein kleines Aber: Bronzegehäuse sind sehr speziell und auch bei Taucheruhren deshalb nicht jedermanns Sache. Über kurz oder lang verändern sie ihr Gesicht und bekommen eine Patina. Diese Alterungserscheinung wird durch Körperwärme, Schweiß, Luftfeuchtigkeit und andere klimatische Einflüsse hervorgerufen. Bedingt durch die Oxidation der Oberfläche färbt sich der goldähnliche Farbton sukzessive dunkler. Andererseits bringt die farbliche Veränderung im Laufe der Zeit aber auch eine individuelle Note. Kurzum, Armbanduhren mit Bronzegehäuse nehmen einen stetigen Weg vom Serienmodell zum Unikat. Und das macht sie z

Zurück zu goldenen Zeiten

Wer nun aber doch wie eine Elster auf eher glänzende Stücke steht, bei dem stellt sich der ursprüngliche Glanz ohne großen Aufwand wieder ein. In aller Regel verwenden die Uhrenmarken für ihre Taucheruhren heute Marinebronze. Diese Metall-Legierung widersteht mechanischem Stress, Salzwasser und Korrosion durch einen dünnen äußeren Aluminiumfilm. Auch die Zeiten, in denen dass Bronzegehäuse grüne Spuren auf der Haut hinterlässt, sind vorbei. Die aktuellen Modelle dieser Zeitmesser haben Böden aus antiallergischem Titan oder Edelstahl. Das war nicht immer so.

Noch als Chronoswiss 1988 im Zusammenhang mit dem limitierten Handaufzugs-Regulator auch eine Bronze-Version offerierte bestand der Boden entsprechend aus Bronze. Nervige Grünspan-Spuren auf dem Handgelenk waren demzufolge an der Tagesordnung. Dem Erfolg der Uhr tat das keinen Abbruch. Auch dieses Modell hat mittlerweile wertmäßig deutlich zugelegt. 1995 stellte dann der renommierte Uhrendesigner Gérald Genta seinen „Gefica“ Chronographen mit Bronzeschale vor. In der Kollektion des Designers fand sich auch eine Bronze-„Gefica“ mit Vollkalender und Quarzwerk.

Bronze Taucheruhr Panerai Bronzo

Die Bronze Taucheruhr Panerei Bronzo genießt bei Sammlern Kultstatus

 

Bronze Taucheruhren

Ab 1997 lancierte die neu gegründete Marke Anonimo ein erstaunlich breites, meist limitiertes Spektrum unterschiedlicher Armbanduhren mit Bronzegehäuse. Zu ihnen gehörten die Taucheruhr Anonimo Millemetri Polluce. Ihr Name erinnert an das Wrack des im Herbst 2005 vor der Küste Elbas entdeckten Postdampfschiffs „Polluce“.

Die Uhrenmanufaktur Oris entdeckte Bronze im Jahr 2016. Das Vorbild für die limitierte Taucheruhr geht zurück auf das Jahr 1965. Daher trägt das zu Ehren des amerikanischen Tauchhelden Carl Brashear herausgegebene, auf 2.000 Exemplare limitierte, Modell den Namen Taucheruhr Oris Divers Sixty-Five. Natürlich war auch dieses sehr schnell ausverkauft und wird heute sehr viel höher bewertet. Der Erfolg von Bronzeuhren beim Verbraucher blieb nicht aus. Ein Glück, denn wer Lust auf archaisch anmutende Bronze am Handgelenk verspürt, wird bei unterschiedlichen Uhrenmarken fündig.

Mit Bronze an die Spitze

Das 1997 in Florenz gegründete Uhrenlabel Anonimo spielt seine Bronze-Kompetenz auch bei seinem neuesten Modell voll aus. Mittlerweile ist Anonimo in die Schweiz umgezogen. Der Sachverstand im Umgang mit dem beliebten Werkstoff ist geblieben. Auf die markante „Militare“, deren beweglicher oberer Bandanstoß die Krone fest gegen das Gehäuse drückt, und die „Nautlilo“ bringt das Familienunternehmen 2018 eine dritte Uhrenlinie. Die „Epurato“ besticht durch ein schlichtes, kissenförmiges Gehäuse, welches am Handgelenk weniger als elf Millimeter aufträgt. Mit 42 Millimetern ist auch der Durchmesser moderater ausgefallen. Das Erscheinungsbild prägt neben dem kannelierten Glasrand auch ein unaufdringlicher  Flankenschutz für die Krone. Dieses Modell gibt es in Stahl oder in polierter Aluminiumbronze. Durch den Sichtboden zeigt sich das bewährte Automatikkaliber Sellita SW 200 mit beidseitig wirksamem Rotoraufzug und rund 38 Stunden Gangautonomie. Wasserdruck widersteht die relativ flache Schale bis zu fünf bar. Tauchen ist und bleibt für Bronzeuhren eben kein Problem.

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