Uhren haben was ihre Entstehungsgeschichte wie Funktionalität betrifft, durchaus überzeugende Argumente, denn das Ablesen der Zeit und die daraus resultierende Pünktlichkeit vereinfacht das Leben. Sei es das rechtzeitige Eintreffen zum Abendessen im Kreis der Familie oder die getroffene Übereinkunft sich zu festgesetzter Stunde für ein Meeting zu sehen – die Uhr leistet hierfür wertvolle Dienst.
Dachte ich. Bis ich mit dem 23-jährigen Sohn eines Freundes ins Gespräch kam und ihm die phantastische Präzision meiner wertigen Uhr preisen wollte. Dessen Antwort jedoch war kurz: Wenn ich die genaue Uhrzeit wissen will, schau ich aufs Handy!
Und in der Tat, das Argument ist nicht von der Hand zu weisen. Insbesondere in Zeiten, in denen mich mein Handy anpiepst und mir sagt, dass ich mich doch bitte auf den Weg machen soll, damit ich in 36 Minuten pünktlich zu meinem Treffen in der Talstrasse komme. Nebst Info über die aktuelle Verkehrsituation und einem Routenplan zum Ort des Treffens.
Nur – der junge Mann trug eine schöne Armbanduhr. Darauf angesprochen gab er mir die logische Erklärung: Die Uhr hätte er nicht zum Zeitablesen. Ihm sei wichtig, dass die Uhr zum ihm als “Typ” passt. Welche Möglichkeiten gäbe es denn schon: Schuhe, Sonnenbrille, vielleicht noch das richtige Hemd oder Shirt?. Aber das wäre es auch schon. Fettes Auto? Klar, macht Spass. Nur in Zeiten von Carbon Footprint ziemlich uncool und auch nicht sein Ding.
Also hätte er eine Weile für seine Uhr gespart. Weil die hätte coole Technik, würde kaum an Wert verlieren und vor wäre sie die richtige Message an seine Freunde und Freundinnen.
Nur wie gesagt – zum Zeitablesen reicht das Handy.
Von einer Luxusuhr muss man nicht unbedingt die Zeit ablesen können.
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