Wer den letzten Genfer Uhrensalon, neuerdings total modern Watches & Wonders Geneve genannt, digital verfolgte, könnte womöglich gar nicht glauben, dass es Bedarf für eine stoßsichere Uhr wie die IWC Big Pilot’s Watch Shock Absorber XPL gäbe. Zu eindeutig war der Trend zu Farbigkeit, unterschiedlichen Gehäusematerialien und weiteren Werkveredelungen. Überdies hatte fast jede Uhrenmarke für den asiatischen und amerikanischen Markt ein „Bling Bling“ Modell mit reichlich Zierat im Angebot.

Nun gibt es durchaus Zeitgenossen, die zwar eine hochwertige Uhr tragen wollen, jedoch keinen Gedanken an deren Empfindlichkeit verschwenden wollen. Vielmehr soll solch eine Uhr auch die wildesten Belastungen vertragen: Shock Resistent, das ist das Zauberwort. Diesem Problem hat sich die Uhrenmanufaktur IWC Schaffhausen angenommen und ein Modell entwickelt, das auch härtesten Stößen und jeglicher Fliehkraft-Belastung im Berufs- wie Privatleben standhält. 

IWC Big Pilot's Shock Absorber XPL

Die IWC Big Pilot's Shock Absorber XPL mit ihrer zweifarbig gestalteten federnden Lagerung

Stoßsicher

Vorweg gilt es zu wissen, dass für solch eine stoßgesicherte „Shock absorber“ Uhr drei Kriterien entscheidend sind: Ultraharte Materialien als Schutz, möglichst wenig Gewicht, um die wirkenden G-Kräfte klein zu halten und eine notwendige Elastizität und Verformungsfähigkeit.
Ausgangspunkt für die Realisierung der IWC Big Pilot’s Watch Shock Absorber XPL Uhr ist zunächst ein ultrahartes Ceratanium-Gehäuse. Ceratanium deshalb, weil dieser Hightech Stoff aus Titan und Keramik extrem hart und kratzfest ist, also allerhand aushält. Gleichzeitig hält sich das Gewicht trotz des großen Gehäuses in Grenzen.

In diesem robusten Gehäuse arbeitet das IWC Automatikkaliber 32111, ein Derivat der IWC Kaliberfamilie 32000. Dieses dank Aluminiumplatine leichtgewichtige Werk zeigt Stunde, Minute und Sekunde und arbeitet bei 4 Hz. Hervorzuheben ist sicher auch die durch den bidirektionalen Klinkenaufzug gefütterte Gangreserve von üppigen 120 Stunden. Aber diese Ausstattung allein wäre noch nicht in der Lage, die IWC Shock Absorber über ein gewöhnliches Maß gegen heftige Stöße und G-Kräfte zu schützen

Aufbau der IWC Big Pilot's Shock Absorber XPL als Explosionszeichnung

Der optisch an einen Aktivlautsprecher erinnernde Aufbau der IWC Big Pilot's XPL in der Explosionszeichnung

Cavendish Laboratory University of Cambridge

Das ausgegliederte Cavendish Laboratory der Universität von Cambridge half bei der Entwicklung der patentierten Sprin-g Protect Entwicklung

IWC Big Pilot’s Watch Shock Absorber XPL

Die besondere Eigenschaft der IWC Pilotenuhr mit Shock Absorber und ihrer Stoßfestigkeit von bis zu 30.000 g entstand in der Zusammenarbeit von IWC mit dem Cavendish Laboratory der University of Cambridge. Dieses ausgegründete Unternehmen der Physik-Abteilung der Universität entwickelte ein patentiertes SPRIN-g PROTECT-System, bei dem das Uhrwerk durch eine freitragende Feder im Gehäuse fixiert und gleichzeitig beweglich gehalten wird.

Notwendigerweise musste hierfür ein Kronensystem mit einer beweglichen Aufzugswelle entwickelt werden, dass dem Uhrwerk eine gewisse Bewegungsfreiheit im Gehäuse gibt. Verbunden mit der Verwendung des Ceratanium bot das XPL Shock Absorber System bei Tests so einen Schutz des Uhrwerks vor den bei Stößen auftretenden g-Kräften von über 30.000 g. Zum Vergleich – im normalen Alltag, treten bei leichtem Anecken oder Anstoßen Kräfte von knapp 300 bis 1000 g auf. Die 30.000 g sollten also auch dem wildesten Rock ’n’ Roll Lebensstil standhalten.

Detail der IWC Big Pilot's Shock Absorber XPL

In der Detailansicht erkennt man die federnde Lagerung mit der Krone

Ausstattung der IWC Big Pilot’s XPL

Was aber nicht bedeutet, dass es sich bei der IWC Big Pilot’s XPL um die ideale Uhr für Abbrucharbeiten oder die Uhr für Menschen mit Berufswunsch Schmied handelt. Dafür ist die technische Ausstattung doch etwas zu opulent geraten. Die 44 mm große und 12,09 mm hohe Uhr bietet Leuchtmasse ausgestattete Zeiger und Indexe, eine verschraubte Krone, ein doppelt entspiegeltes Saphirglas und einen Saphirglas-Sichtboden mit einer Wasserdichtigkeit von bis zu 10 Bar oder 100 Meter Wassertiefe. Das automatische Manufakturwerk mit Sekundenstopp hat 21 Steinen, ist aus 164 Komponenten gebaut und wird durch Genfer Streifen verziert.

Es ist also eher Kaliber-Klasse als Kaliber-Masse, die stoßsicher im hochrobusten Titan-Keramik-Gehäuse mit schwarzen Kautschukarmband angeboten wird. Entsprechend limitiert IWC die Zahl der jährlich ausgelieferten Exemplare zunächst auf maximal 10 Uhren, bzw. 20 Uhren in der Gesamtauflage. 

Video IWC Big Pilot’s XPL

Im Video von IWC wird die besondere Entstehungsgeschichte, aber auch das Funktionsprinzip der Uhr schön dargestellt.

IWC Automatik-Kaliber 32110

Das Ausgangskaliber 32110 mit bidirektionaler Energiezufuhr

Schock resistent

Ob der Preis von rund 73.000 Euro ebenfalls eine gewisse Schock-Resistenz verlangt, hängt natürlich vom Horizont des Interessenten ab. Sagen wir es mal so. Im Vergleich zu einer ausnehmend robusten Uhr wie der Rolex Sea-Dweller in Stahl zum Preis von 10.900 Euro sind 73.000 Euro recht viel Geld. Vergleichen Sie diese IWC hingegen mit der ebenfalls stoßsicher aufgehängten Richard Mille RM 27-04 Tourbillon Rafael Nadal zum Preis von rund 1 Million Euro, sind 73.000 Euro ein Pappenstiel.

Überdies sollte man nicht vergessen, dass im Hause IWC mit Modellen wie der Pilot’s Watch Double Chronograph Top Gun Ceratanium für 14.600 Euro durchaus Uhren existieren, die einem robusten Alltag widerstehen und nur einen Bruchteil der IWC Pilot’s Watch Shock Absorber XPL kosten. Es liegt also ganz bei Ihnen. 

Richard Mille RM 27-04 Tourbillon Rafael Nadal

Die noch etwas diffizilere Aufhängung der Richard Mille RM 27 - 04 hat ihren Preis

IWC Pilot's Watch Double Chronograph Top Gun Ceratanium

Wer es nicht ganz so mit den Fliehkräften hat, kommt mit der IWC Pilot's Watch Double Chronograph Top Gun Ceratanium sicher bestens zurecht.