Chronoswiss Chronometer Referenz CH2822 Prototyp Unikat

Diesen Chronoswiss Chronometer CH2822 hat Gerd-Rüdiger Lang nur einmal gebaut!

In seiner Eigenschaft als Inhaber und Chef der Münchner Uhrenfabrikation Chronoswiss war Gerd-Rüdiger Lang bekannt für die Akribie, mit der er seine Zeitmesser gestaltete. Daher verwundert es nicht, dass es Armbanduhren gab, die so nie in Serie gingen.

von | 31.12.2019

Chronoswiss-Gründer Gerd-Rüdiger Lang

Kairos, Die Schlichte

Parallel zum Erfolg des 1988 lancierten „Regulateur“ beschäftigte sich Gerd-Rüdiger Lang (links) Anfang der 1990-er Jahre verständlicher Weise auch mit Alternativen für solche Zeit-Genossen, die dem ungewöhnlichen Zifferblatt mit dezentral angeordneten Stunden- und Sekundenzeiger wenig oder gar nichts abgewinnen konnten.

An die Liebhaber klassischer 3-Zeiger-Modelle wendete sich damals das schlichte Modell Chronoswiss „Kairos“. Mit Stahl-/Gold-Gehäuse und dem Automatikkaliber Eta 2892-A2 kostete die Referenz CH 2822 K im Jahr 1994 umgerechnet rund 2.200 Euro. Der Preis für Edelstahl lag bei umgerechnet 1.200 Euro. Die Chronoswiss in Gold verlangte allerdings nach einem Investment von immerhin ca. 4.500 Euro.

Das schlichte Chronoswiss Uhrenmodell Kairos

nhronometer 

Präzisionsfreaks kamen hingegen beim Uhrenmodell „Chronometer“ zu ihrem Recht. Bei diesem Typus Armbanduhr muss das individuell nummerierte Uhrwerk deshalb vor dem Einschalen des Uhrwerks zur Offiziellen Schweizer Chronometer-Kontrolle COSC. Sofern es dort nach dem 15-tägigem Prüf-Prozedere gemäß Schweizer Norm SN/ISO 3159 in fünf verschiedenen Lagen und bei den Temperaturen 8, 23 und 38 Grad Celsius die vorgegebenen Genauigkeitsnormen erfüllt, kann es den rechtlich geschützten Begriff „Chronometer“ tragen. Konkret darf solch ein Uhrwerk täglich nicht mehr als vier Sekunden nach- und sechs Sekunden vorgehen.

Exakt diesen Kriterien entsprachen die speziell dekorierten und amtlich von der COSC zertifizierten Automatikwerke vom Kaliber Eta 2892-A2, welche Gerd-Rüdiger Lang und Chronoswiss im 38 Millimeter großen „Chronometer“ verbaute. Das Uhrwerk mit vier Herz Unruhfrequenz und rund 42 Stunden Gangautonomie baute überdies nur 3,6 mm hoch, was die Konstruktion eines flachen Uhrgehäuses ermöglichte.

Die Wasserdichte der 38-Millimeter-Schale reichte immerhin bis zu drei bar Druck. Neben der Referenz CH2823 C in Edelstahl, Preis rund 1.500 Euro, und der Massivgold-Referenz CH 2821 C für rund 5.000 Euro gab es wiederum auch eine Stahl-/Gold-Version. Sie nannte sich CH 2822 C und schlug mit umgerechnet rund 2.550 Euro zu Buche. Gegenüber der ungeprüften „Kairos“ lag der Aufpreis also bei 350 Euro.

für 4.600 Franca gab es das Vorbild Breguet

Natürlich mussten die Kunden den kleinen, aber keineswegs marginalen Unterschied auf den ersten Blick erkennen. Und dazu entwickelte Gerd-Rüdiger Lang ein anderes Zifferblatt. Als Vorbild diente Altmeister Abraham-Louis Breguet und dort beispielsweise die Nummer 1176 von 1809. Bei dieser Taschenuhr handelte es sich um ein kompliziertes Exemplar mit 4-Minuten-Tourbillon, „Echappement Naturel“, zwei Sekundenzifferblättern und Gangreserveanzeige. Der Uhrmacher Breguet verkaufte diesen Zeitmesser übrigens über Moreau, St. Petersburg, z.B. an den polnischen Minister Stanislaus Graf Potocki.

Die produzierter Prototyp

Ein erster Chronoswiss Prototyp mit guillochiertem Zifferblatt, dessen Zeiger-Proportionen jenen des berühmten Uhrmachers sehr nahe kamen, konnte Gerd-Rüdiger Lang allerdings nicht überzeugen. Deutlicher noch: Er ging nie in Serie.
Glücklicherweise fand jedoch eine Uhr mit der Werknummer 0001 aber dennoch an ein Handgelenk. Und zwar mit Stahl-/Gold-Schale. Das augenfällige Unikat gab es damals zum Preis der Version in Edelstahl, sprich für umgerechnet 1.500 Euro. Was diese Uhr Sammlern heute wert ist, wäre sicher spannend zu beantworten. 

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