Stilkolumne Lifestyle

Uhren und Lifestyle: Da geht mehr, meine Herren!

Man sollte begreifen, dass Uhren nicht als Zeitmesser, sondern als Ausdruck der Persönlichkeit anzusehen sind. Es gibt kaum smartere und bessere Möglichkeiten der persönlichen Differenzierung. Denn Uhren und Lifestyle gehören zusammen.

Luxus, Stil und Kultur

Man kann nur mit höchster Bewunderung von der technischen Perfektion und den immer ausgefalleneren Komplikationen sprechen, welche die Uhren-Marken Jahr für Jahr auf den Markt bringen. Und man wähnt sich auch mit der Idee, dass Uhren und Lifestyle zusammengehören auf der sicheren Seite. Nur ist dies leider ein Irrtum.
Denn während früher eine schöne Uhr mit annähernd präziser Zeitmessung und ausreichender Wasserdichtigkeit bereits das Maß aller Dinge war, geht es heute um raffinierte Zeitmessung höchster Komplexität und um Tauchtiefen, die ein normaler Mensch in seinem Leben nie erreichen wird. Auch die Materialien werden immer unterschiedlicher. Ob klassisch in Stahl, Gold, Platin, ob gebürstetes Bronze oder ultraleichtes Karbon, ob aus härtester Keramik und in fester DLC-Beschichtungen: Die Werkstoffe bestechen und machen Uhren immer spannender und unterschiedlicher.

Allein, das Problem ist ein anderes. Das Erfassen der Zeit bei Menschen jüngeren Alters findet das Ablesen der Uhrzeit längst auf dem Handy statt. Permanent, pausenlos, ultrapräzise und umsonst. Und zwar auf jedem Handy, jeder Marke und jedwelcher Preiskategorie. Wieso dann der Kampf um die letzte Zehntelsekunde und weitere hundert Meter Tauchtiefe? Verlangt der Markt wirklich danach oder fällt manchem einfach nichts mehr ein?

Würde es nicht mehr Sinn ergeben, statt auf das sphärische Tourbillon und die ultraleichte Silizium-Spirale auf den Aspekt Stil, Wertigkeit und Anspruch zu setzen. Denn welchen Sinn hat es, auf eine noch höhere Präzision zu setzen, wenn die Menschen die Uhr hierfür nicht verwenden?

Stattdessen ist die Uhr doch ein Kulturgut, ein Differenzierungsmerkmal, anhand dessen sich der Stil, der Geschmack und der Anspruch des Trägers an sich selbst ablesen lässt. Das Wissen um die ausgefeilte Technik, die Aufwendigkeit der Herstellung und die Handarbeit der Finissierung gemeinsam mit dem Edelmetall des Gehäuses. Das ist es doch, was eine Uhr ausmacht.
Warum also die immer wilderen Komplikationen und die durchlöcherten Zifferblätter eines Schweizer Käses?

Die Diamanten-Firma De Beers hatte es einst vorgemacht und gezeigt, wie man Menschen klar macht, dass es nicht um Funktionalität, sondern Luxus, Stil und Kultur geht. Und man aus diesen Gründen eine Uhr trägt.

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Kommentare zu diesem Beitrag

1 Kommentar

  1. Mark

    Hallo Herr Winter,
    Ich bin genau Ihrer Meinung, dass durch eine Uhr eine Differenzierung möglich ist. Es ist nicht nur ein Accessoire, sondern verdeutlicht, dass Jemand versteht was Stil und Kultur bedeutet und es mit einer ausgewählten Uhr in Einklang bringen kann.

    Antworten

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