Neue Uhren von deutschen Uhrenmarken
7 neue Uhren von deutschen Uhrenmarken

Die Schweizer bauen gute Armbanduhren. Deutsche Hersteller ebenfalls. 7 neue Uhren von A. Lange & Söhne, Junghans, MeisterSinger, Mühle, Nomos, Sinn und Tutima.

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Sieben neue Armbanduhren aus Deutschland: A. Lange & Söhne, Junghans, MeisterSinger, Mühle, Nomos, Sinn und Tutima

Viele Uhrenliebhaber schwören auf Swiss Made. Und damit liegen sie sicher nicht falsch. Armbanduhren aus der Eidgenossenschaft besitzen eine lange Tradition und versprechen in aller Regel auch hohe Qualität. Auf eine beachtliche Vergangenheit können auch etliche deutsche Uhrenhersteller zurückblicken. Und bezüglich der Güte ihrer Produkte müssen sie sich keineswegs verstecken. Allerdings darf in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden, dass es viele Armbanduhren Made in Germany ohne Zulieferungen aus der Uhr-Schweiz nicht geben würde.

Digitale Opulenz für maskuline Handgelenke

„Ist das denn eine authentische Armbanduhr von A. Lange & Söhne?“ fragten sich viele Markenfans nach der Lancierung der ausdruckstarken Zeitwerk Uhr im Jahr 2008. Immerhin handelte er sich andersartige, man könnte auch sagen ungewohnte Optik mit einer großflächigen digitalen Darstellung der Stunden und Minuten. Hinzu gesellte sich eine durchaus untypisch nach oben weisende Aufzugs- und Zeigerstellkrone. Nicht erst zwölf Jahren später fällt die Antwort zweifellos positiv aus, denn dieser markante Zeit-Bolide hat sich zu einer echten Glashütter Uhr-Ikone entwickelt. Nicht zuletzt deshalb erweiterte die noble Manufaktur das Spektrum 2015 um ein Zeitwerk Minutenrepetition.

Passend zur Zeitanzeige tut das Schlagwerk die Stunden, Zehn-Minuten-Intervalle die Minuten kund. Bislang repetierte das aus 771 Komponenten assemblierte Manufaktur-Handaufzugskaliber L043.5 nur in einem Platingehäuse. Künftig bieten die Markenboutiquen exklusiv eine limitierte Serie der A. Lange & Söhne Zeitwerk Uhr mit 44,2 Millimeter großer Weißgoldschale an. Erkennungszeichen ist das tiefblaue Zifferblatt aus massivem Silber, welches einen auffälligen Kontrast zur Zeitbrücke aus rhodiniertem Neusilber bildet. Wie gehabt verrichten die beiden Schlagwerkshämmer ihre Aufgabe vor dem Auge des lauschenden Betrachters. Von selbst mag sich verstehen, dass dieses optische wie klangliche Vergnügen nicht ganz billig ist. Wer eines der 30 Exemplare sein Eigen nennen möchte, muss dafür stattliche 449.000 Euro investieren.

Thema mit Variationen

Für die deutsche Traditionsmarke Junghans war und ist Max Bill ein echter Glücksfall. 1927 bis 1928 studierte er am Bauhaus. Viele der dort geltenden Ästhetik- Ideale setzte der Schweizer später in Ulm an der von ihm mitgegründeten Hochschule für Gestaltung fort. Das „auf schöne Art Bescheidene” drückte sich zunächst in einer tropfenförmigen Küchenuhr mit Kurzzeitmesser aus. Sie wurde in den 1950-er Jahren für Junghans entworfen und erfolgreich verkauft. 1961/62 folgte schließlich ein Bauhaus- Zifferblatt für Armbanduhren. Mit deutlich voneinander abgesetzten Strichindexen und schlanken Zeigern folgte es dem von Max Bill propagierten Funktionsdiktat. Hinzu gesellten sich klare, an der modernen Druckgrafik ausgerichtete arabische Ziffern. Besonders ins Auge stach dabei die 4 mit eigenartig weich gezeichnetem Schwung.

Genau diese Typographie zeichnet die 1997 wiederbelebten und seitdem erfolgreichen Armbanduhren aus. 2020 bringt ein weiteres limitiertes max bill Edition Set. Für 2.995 Euro und möglicher Weise perfekten Partnerlook gibt es gleich zwei Zeitmesser: Einen Chronoscope genannten Chronographen mit 44 Millimeter Durchmesser und dem Valjoux 7750 basierten Automatikkaliber J.880.1 sowie eine 34 Millimeter kleine Automatik, denen Kaliber J.800.1 vom Eta 2824-2 abstammt.  Die PVD-beschichteten Stahlgehäuse besitzen einen bedruckten Glasboden. Dort steht zu lesen „variation 5 quinze variations sur un même thème“. Interessenten sollten sich beeilen, denn die nur 222 Sets werden schnell vergriffen sein.  

Edition fürs Schaltjahr

Weil das Jahr 2020 insgesamt 366 Tage besitzt, hat MeisterSinger die Edition 366 aufgelegt. Dabei bleiben sich die Münsteraner natürlich treu. Will heißen: Diese puristische Armbanduhr besitzt einen einzigen Zeiger, der das Zifferblatt in zwölf Stunden umrundet. Gleichwohl lässt sich die Zeit infolge der klaren Indexierung auf wenige Minuten genau ablesen. Bei der Gestaltung des nostalgisch anmutenden Zifferblatts blickte MeisterSinger zurück ins frühe 19. Jahrhundert. Als Vorbild diente eine alte Kirchturmuhr. Nicht minder nahe liegt der Bezug zu wissenschaftlichen Messinstrumenten früherer Jahrzehnte. Beliebt war damals übrigens auch eine zweite Stundenskala für die zweites Tageshälfte. Auch sie findet sich außen auf dem lackierten Zifferblatt. Im schlanken Zeiger lebt die Vergangenheit ebenfalls auf.

Ihren künftigen Besitzerinnen und Besitzern verlangt diese MeisterSinger-Edelstahl-Armbanduhr mit 43 Millimetern Gehäusedurchmesser regelmäßige energiespendende Kontaktaufnahme ab. Verbaut und durch den Glasboden sichtbar ist das 36,6 Millimeter große Handaufzugskaliber Unitas 6498-1. Seine Gangautonomie beträgt etwa 46 Stunden. Der Preis liegt bei 2.190 Euro,

Flach und dennoch sportlich

Bei Mühle Glashütte reicht die Geschichte der 29er-Uhr zurück bis ins Jahr 2006.  Ihr Name verknüpft sich mit einer kleinen Segeljolle. Mit ihr tritt der Nachwuchs zur Jugendmeisterschaft des Deutschen Segler Verbandes an. Inzwischen hat die Familienmanufaktur den Tiefgang, besser gesagt die Bauhöhe dieses sportlich- eleganten Zeitmessers reduziert. Am Handgelenk trägt die neue 29er Casual nur noch 9,35 Millimeter auf. Flacher baut derzeit keine Armbanduhr dieser Traditionsmarke. Weil die Wasserdichte bis zu zehn bar Druck reicht, lässt sie sich beim Schwimmen ebenso tragen wie am Schreibtisch, beim Workout im Fitnessstudio oder abendlichen Barbesuch.

Einen wichtigen Beitrag zum slim-fit-Auftritt leistet das von Mühle gründlich modifizierte Automatikkaliber Sellita SW 300-1 mit nur 3,6 Millimeter Bauhöhe. Die Herkunftsbezeichnung rechtfertigen unter anderem die patentierte Spechthals-Feinregulierung samt passendem Unruhkloben sowie der charakteristische Mühle-Rotor. Nach der Montage erfolgt die Regulierung in sechs Lagen. Die tägliche Gangabweichung bewegt sich im Bereich zwischen null und plus acht Sekunden. 42,4 Millimeter misst die stählerne Schale mit entspiegeltem Saphirglas und Sichtboden. Preis unabhängig vom Armband: 1.790 Euro.

Tickendes für einen guten Zweck

Seit 2012 unterstützt Nomos Glashütte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen Deutschland. Im achten Jahr dieser Zusammenarbeit bringt die Manufaktur zwei verschiedene Modelle ihrer sportiven  Nomos Ahoi auf den Markt.  Die größere der beiden Armbanduhren, die Ahoi Datum misst 40,3 Millimeter. Ihr bis 20 bar wasserdichtes Stahlgehäuse mit Sichtboden birgt das hauseigene Automatikkaliber DUW 5101 mit Fensterdatum. Hat der beidseitig wirkende Kugellagerrotor die Zugfeder komplett gespannt, stehen rund 42 Stunden Gangautonomie zur Verfügung. Eigener Fertigung entstammt das Schwing- und Hemmungssystem. 

Zum theoretischen Abtauchen bis 200 Meter eignet sich auch die nur 36,3 Millimeter große Ahoi neomatik, der das Manufakturkaliber DUW 3001 mit Rotor-Selbstaufzug zum Einsatz kommt. Es besitzt kein Fensterdatum, schwingt aber auch mit eigener Unruh und Unruhspirale. Und zwar mit einer Frequenz von drei Hertz. Die im Federhaus gespeicherte Energie reicht für 42 Stunden ununterbrochenes Ticken. 3.780 Euro kostet die größere Referenz 551.S2, 3.440 Euro die kleinere 560.S1. Beide Armbanduhren liefert Nomos mit stählernem Gliederband. Vom Verkauf der jeweils 250 Exemplare fließen 250 Euro direkt und ohne Zweckbindung an die Hilfsorganisation.

Neue Uhren oder auch Elegantes aus Frankfurt

Spezialuhren Sinn kann nicht nur robust und sportlich mit speziellen Features, sondern auch flach und elegant. Genau das beweisen drei verschiedene Modelle mit der Bezeichnung 1739. Diese 9,1 Millimeter flachen Armbanduhren wenden an beide Geschlechter. Für die Unisex-Intention spricht ein moderater Gehäusedurchmesser von 39 Millimetern.

Trotz des betont zurückhaltenden Erscheinungsbilds hat Sinn nicht gespart. Vorne und hinten findet sich kratzfestes Saphirglas. Der verwendete Stahl wird glanzpoliert. Wasserscheu ist die 1739 nicht. Ihre Schale widersetzt sich dem Druck des nassen Elements bis zu zehn bar Druck.

Die Zeit bewahrt das bewährte, nur 3,6 Millimeter hohe Automatikkaliber SW 300-1 aus dem Hause Sellita. Sein Rotor-Selbstaufzug wirkt in beiden Drehrichtungen. Stündlich vollzieht der aus Unruh und Unruhspirale bestehende Gangregler 28.800 Halbschwingungen.

Sorgfalt verwendete Sinn auch auf die Zifferblätter. Qual der Wahl besteht zwischen drei verschiedenen Ausführungen: schwarz oder versilbert mit Sonnenschliff oder, bei der Heimat genannten Version mit Relief.

Das traditionelle Rautenmuster erinnert an die in Frankfurt oft benutzten Apfelweingläser.  Wird diese Armbanduhr mit dem Handgelenk bewegt, entstehen durch die Lichteinwirkung ganz unterschiedliche Eindrücke. Der Preis ist in allen drei Fällen gleich: 1.890 Euro.

Großer Flieger aus Sachsen

Mit Flieger-Armbanduhren kennt sich Tutima Glashütte traditionsgemäß bestens aus. Ganz neu ist die Linie Grand Flieger Airport nicht. Aber die Familienmanufaktur hat das erfolgreiche Modell konsequent weiterentwickelt. Zum Beispiel besitzt die in beiden Richtungen verstellbare Lünette erstmals ein Inlay aus harter Keramik. Auf diese Weise hat alles, was unschöne Kratzer machen möchte, definitiv keine Chance. Ganz nach persönlichem Geschmack können die Kunden wählen zwischen einem blauen oder grünen Zifferblatt mit Super-LumiNova Leuchtindexen. Für gleichermaßen sicheren wie komfortablen Halt am Handgelenk sorgt ein Gewebe-Armband mit Faltschließe.

Schutz für das robuste Automatikkaliber Eta 2836 bietet ein 43 Millimeter messendes Schraubkronen-Stahlgehäuse mit entspiegeltem Saphirglas vorne und Sichtboden. Bis zu zwanzig bar Druck reicht seine Wasserdichte. 38 Stunden beträgt die Gangautonomie der von Tutima 330 genannten Zeit-Mechanik mit Datums- und Wochentagsindikation. Diese sächsische Flieger-Armbanduhr ist für 1.900 Euro oder -mit Stahlband- für 2.200 Euro zu haben.  

Weiteres über Uhren und Manufakturen aus Deutschland gibt es hier

Rezension

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Zusammenfassung Deutsche Uhrenmarken brauchen sich nicht hinter den großen Schweizer Marken zu verstecken. Die Qualität ist gut und auch der zugelieferte Anteil aus der Schweiz nimmt ab.

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Über den Autor

Gisbert L. Brunner

Uhrensammler seit 1964 Journalistische Tätigkeit in Sachen Uhren seit 1981 Autor und Co-Autor von mehr als 30 Büchern über Armbanduhren und namhafte Uhrenmarken

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