Serie: Tourbillons - technische Meisterstücke (3)

Audemars Piguet Royal Oak Tourbillon mit frischem Wind

Rechtzeitig zum 40. Geburtstag von Audemars Piguet wurde eine neue kleine Tourbillon-Serie der Royal Oak auf den Markt gebracht. Wir haben einen Blick in das wirbelnde technische Wunderwerk der Audemars Piguet Royal Oak Tourbillon geworfen und waren erstaunt.

KLASSIKER MIT WIRBELWIND

Eines scheint beim Blick auf das überarbeitete Audemars Piguet Royal Oak Tourbillon sicher zu sein: Die Luxus Uhrenmanufaktur versteht sich auf den Bau von ultraflach ausgeführten Werken für Armbanduhren. Und das seit 1946. In diesem Jahr war das in Kooperation mit LeCoultre entwickelte, nur 1,64 Millimeter hohe Handaufzugskaliber 2003 zur Serienreife gediehen.

In der ersten „Royal Oak“ von 1972, im Sammlerjargon Royal Oak Jumbo genannt, tickte ebenfalls das von LeCoultre zugelieferte Kaliber 2121. Mit Rotoraufzug und Fensterdatum hat es eine geringe Aufbauhöhe von nur 3,05 mm. Im Jahr 1986 lancierte die Familienmanufaktur dann einen anerkannten Drehgang-Superlativ. Bei 2,2 mm Höhe wiegt der 7,2 mm große Titan-Käfig des Tourbillon-Kalibers 2870 samt komplettem Innenleben lediglich 0,134 Gramm. Dieser optisch etwas gewöhnungsbedürftige Zeitmesser mit 4,8 mm hohem Formgehäuse gilt als weltweit erste Armbanduhr mit Tourbillon und der Selbstaufzug durch Platin-Iridium-Pendelschwungmasse und 50 Stunden Gangautonomie ist in die Geschichte des Uhrenbaus eingegangen. Der Trick bei dieser Konstruktion: Die Konstrukteure nutzten den Gehäuseboden als Platine.

 

Audemars Piguet Royal Oak Tourbillon

Pünktlich zum 40. Geburtstag des unangefochtenen Leadprodukts Royal Oak der Marke, das in all seinen unterschiedlichen Fassungen zusammen mehr als 70 Prozent zum Umsatz von beinahe einer Milliarde Schweizerfranken beiträgt, präsentierte Audemars Piguet dann die Royal Oak mit Handaufzugskaliber 2924. Es besteht aus 216 Komponenten, besitzt eine stabile Dreiviertelplatine, ein stählernes Minutentourbillon, drei Hertz Unruhfrequenz, 70 Stunden Gangautonomie sowie eine Gesamthöhe von beachtlichen 4,46 mm. Die damit ausgestattete Royal Oak trägt am Handgelenk nur 8,85 Millimeter auf, dafür zeigt sich die Gangreserve in der Anzeige im Sichtboden.

Für eine dem Aufwand würdige Aufmerksamkeit sorgt der kreisförmigen Ausschnitt bei der Zahl „6“ mit dem sichtbaren Tourbillon. Die Uhr ist insgesamt recht robust und die Wasserdichte der markanten Uhr reicht bis zu fünf bar Druck. Damit ist Schwimmen mit der Uhr problemlos möglich, auch wenn es angesichts dieser besonderen luxuriösen Uhr ein eher ungewöhnliches Verhalten wäre. 

Es scheint, dass die klassische  Royal Oak mit der von Gérald Genta entworfenen Schale mit achteckigem Glasrand und Gliederbandtrotz ihrer vielen Jahren eine ungebrochene Attraktivität besitzt. Dazu tragen neben dem Kaliber auch sicher unterschiedlichste Versionen. Darunter gibt es ein Modell mit skelettiertem Uhrwerk ebenso wie eine stählerne Ausführung mit pinkfarbenem Nagelmuster-Zifferblatt. Wenn das nicht ein Beleg für ein breite Palette an Modellen ist, was dann?

Wichtiger scheint indes eine kontrollierte Uhrenproduktion und das Unternehmen Audemars Piguet achtet darauf, eine maximale Jahresproduktion von 40.000 Uhren nicht zu überschreiten. Was aber angesichts der Einstiegspreise für ein stählernes Tourbillon von knapp 140.000 Euro für ein solides Auskommen ausreicht.  

Audemars Piguet Royal Oak Tourbillon

Die Audemars Piguet Royal Oak Tourbillon Variante in Rosegold ist ab 170.000 Euro erhältlich, wobei bei vielen Modellen Wartezeit einzuplanen ist.

Audemars Piguet Kaliber 2121

Das flache Audemars Piguet Kaliber 2121 mit Goldrotor

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